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Sexuelles Verlangen und Interaktionen mit sexueller Aktivität und Stress
eine ambulante Assessment-Studie
Louis Noah Hibbe
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Urs Nater
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11205.67858.271126-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Obwohl sexuelles Verlangen ein prävalentes Phänomen im Alltag darstellt und weitreichende Implikationen für sexuelles und relationales Wohlbefinden aufweist, bleibt dieses in der sexuellen Grundlagenforschung kaum berücksichtigt und demnach wenig verstanden. Auch in Bezug auf alltägliche Interaktionen sexuellen Verlangens mit Stress und sexueller Aktivität lässt sich ein akuter Mangel an einschlägigen Befunden verzeichnen. Um diesem Versäumnis zu begegnen, wurden bidirektionale und temporale Assoziationen zwischen sexuellem Verlangen, akutem Stress und partnerschaftlicher sexueller Aktivität im Alltag 58 gesunder Versuchspersonen (n = 29 weiblich; M = 24.52 Jahre) in langfristiger heterosexueller Partnerschaft (≥ 1 Jahr) untersucht. Die Datenerhebung erfolgte anhand eines zweiwöchigen ambulanten Assessment-Designs mit mehreren täglichen Messzeitpunkten. Zur Auswertung wurde auf hierarchisch lineare Modelle zurückgegriffen. Aus der Datenanalyse ging ein positiver Beitrag sexuellen Verlangens zur Vorhersage partnerschaftlicher sexueller Aktivität hervor. Für den umgekehrten Pfad zeigte sich hingegen kein signifikanter Effekt. Darüber hinaus konnte ein reziproker Zusammenhang zwischen sexuellem Verlangen und akutem Stress nachgewiesen werden. Während akuter Stress generell einen negativen Beitrag zur Vorhersage sexuellen Verlangens leistete, ließ sich für die weibliche Stichprobe ein stressreduzierender Effekt sexuellen Verlangens beobachten. Ein gegenläufiger Effekt konnte in der männlichen Untersuchungspopulation festgestellt werden. Insgesamt betonen diese Befunde die Relevanz sexuellen Verlangens zur Aufrechterhaltung sexueller und allgemeiner Gesundheit im alltäglichen Kontext heterosexueller Partnerschaften. Primär Frauen scheinen hierbei von einem gesteigerten Niveau sexuellen Verlangens profitieren zu können. Die Erkenntnisse der Studie können für gesellschaftliche Aufklärungsarbeit oder im therapeutischen Setting genutzt werden und bereichern nicht zuletzt die lückenhafte sexuelle Grundlagenliteratur.
Abstract
(Englisch)
Although sexual desire represents a prevalent phenomenon holding important implications for relational and sexual well-being, it remains barely considered in sexual research so far and thus poorly understood. Consequently, little is known about daily interactions with stress and sexual activity. To address this shortcoming, bidirectional and temporal associations between sexual desire, acute stress and partnered sexual activity were investigated in the everyday life of 58 physically and mentally healthy participants (n = 29 female; M = 24.52 years) in long-term heterosexual relationship (≥ 1 year). Data were obtained by means of a two-week ambulatory assessment with multiple measures a day. Hierarchical linear modeling was used for statistical analysis. Results showed that sexual desire increased the likelihood to engage in subsequent partnered sexual interactions. Yet for the reverse path no effects could be found. Furthermore, a reciprocal relationship between sexual desire and acute stress has emerged. Hence, acute stress negatively predicted the level of sexual desire across gender, whereas sexual desire yielded a stress-reducing effect for the female subsample. In men however, a slightly positive link between sexual desire and acute stress was found. Overall, these findings emphasize the significance of sexual desire in ensuring sexual health and well-being in the everyday context of heterosexual relationships. For that matter, primarily women seem to benefit from an augmented level of sexual desire. While this study is contributing to a holistic understanding of sexual desire, these findings may additionally be applied and be taken into account in sex education or in couples therapy.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Sexual desire acute stress partnered sexual activity ambulatory assessment hierarchical linear modeling
Schlagwörter
(Deutsch)
Sexuelles Verlangen akuter Stress partnerschaftliche sexuelle Aktivität ambulantes Assessment hierarchische lineare Modelle
Autor*innen
Louis Noah Hibbe
Haupttitel (Deutsch)
Sexuelles Verlangen und Interaktionen mit sexueller Aktivität und Stress
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine ambulante Assessment-Studie
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
158 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Urs Nater
Klassifikationen
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie ,
77 Psychologie > 77.85 Sexualpsychologie
AC Nummer
AC16481951
Utheses ID
60475
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1