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The Indonesian mass killings of 1965-1966
key moments from an Austrian perspective
Simon Paul Gorski
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Gunnar Stange
DOI
10.25365/thesis.70418
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11208.63451.366237-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In den Jahren 1965-1966 wurde in Indonesien einer der größten Massenmorde des zwanzigsten Jahrhunderts verübt. Dabei starben mehr als eine halbe Million Menschen und viele weitere wurden verfolgt, festgenommen oder gefoltert. Obwohl die indonesischen Massenmorde aufgrund ihrer Intensität in der Aufarbeitung eine besondere Beachtung verdienen würden, ist dies bislang nicht in ausreichendem Maße betrieben worden, gerade was die bilaterale Perspektive betrifft. Während es zwar vereinzelte Studien über die Beteiligung großer Länder wie etwa USA, UdSSR, China und Japan gibt, fehlen detaillierte Studien, vor allem bezüglich vieler europäischer Länder. In dieser Masterarbeit wird daher gezeigt, dass die Betrachtung der österreichischen Perspektive auf die indonesischen Massenmorde und die damit verbundenen Ereignisse von 1965-1966, wichtige neue Erkenntnisse liefert.
Ausgangspunkt für die Analyse sind drei Schlüsselmomente und die darauf folgenden Narrative, die während des Suharto-Regimes verbreitet wurden und in der Forschungsliteratur immer noch umstritten sind. Diese sind erstens, der schlechter werdende Gesundheitszustand des indonesischen Präsidenten Sukarno. Zweitens, damit verbunden, die Aktionen der Bewegung 30. September (G30S), bei denen sechs indonesische Generäle ermordet wurden, und wofür die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI) von General Suharto verantwortlich gemacht wurde. Und drittens, die darauffolgende Massengewalt und die Massenmorde, welche angeblich durch einen spontanen Wutausbruch der Bevölkerung gegen die PKI verursacht wurden.
Es stellen sich dabei die Fragen, inwieweit die österreichischen Behörden über diese Schlüsselmomente informiert waren und deren Aufzeichnungen mit den Narrativen des Suharto-Regimes übereinstimmen. Zur Beantwortung dieser Fragen dienen als Datengrundlage für die Analyse Akten des österreichischen Außenministeriums sowie österreichischen Innenministeriums der Jahre 1956-1966.
Die Ergebnisse der Dokumentenanalyse zeigen dabei, dass die vom Suharto Regime konstruierten Narrative sich größtenteils nicht durch die österreichischen Akten bestätigen lassen. Vielmehr stützen diese die bestehende These, dass es sich bei den Massenmorden weniger um einen Amoklauf der Bevölkerung, als vielmehr um eine koordinierte Aktion der Armee gehandelt hat. Zweitens, dass die Hintermänner von G30S sich zwar auch anhand der österreichischen Akten nicht eindeutig ermitteln lassen, es aber ein neues Indiz gibt, welches die vorhandene These stützt, wonach General Suharto vorab von den Plänen von G30S gewusst hat und somit eine größere Rolle als bisher angenommen gespielt hat. Zudem stellt die geplante Grundsteinlegung des Bung Karno Turms – nur wenige Tage nach G30S – eine Involvierung Sukarnos noch stärker in Frage. Drittens zeigen die Ergebnisse, dass Sukarno zwar gesundheitliche Probleme hatte und sich deshalb auch regelmäßig in Österreich untersuchen und operieren ließ, diese aber bei Weitem nicht so schwerwiegend waren, wie behauptet wurde. Und abschließend erlauben die Ergebnisse auch eine andere Erklärung als die Involvierung Sukarnos in G30S, warum er sich im September 1965 nicht mehr in Österreich behandeln ließ.
Abstract
(Englisch)
During 1965-66, one of the largest mass killings of the twentieth century was committed in Indonesia. More than half a million people died, and many more were persecuted, arrested, or tortured. Although the Indonesian mass killings deserve special reappraisal due to their intensity, this has not been done to a sufficient extent so far, especially where bilateral perspectives are concerned. While there are a few studies on the involvement of large countries such as the US, the USSR, China, and Japan, there is a lack of detailed studies on many European countries. Therefore, this master’s thesis argues that looking at the Austrian perspective on the Indonesian mass killings and the associated events of 1965-66 provides us with important new insights.
The starting point for the analysis is three key moments and the subsequent narratives that were circulated during the Suharto regime, which are still controversial in the research literature. These are, first, the declining health of Indonesian President Sukarno. Second, related to this, are the actions of the September 30th Movement (G30S), in which six Indonesian generals were assassinated, and for which the Communist Party of Indonesia (PKI) was blamed by General Suharto. And, third, the subsequent mass violence and killings, which were allegedly caused by a spontaneous outburst of populist anger against the PKI.
This raises questions as to what extent the Austrian authorities were aware of these key moments and if their records are consistent with the narratives of the Suharto regime. To answer these questions, files from the Austrian Foreign Ministry and the Austrian Ministry of the Interior from the years 1956-66 serve as the basis for the analysis.
The document analysis results show that the narratives constructed by the Suharto regime cannot be confirmed for the most part by the Austrian files. Rather, they support the existing thesis that the mass killings were not so much a rampage by the population as a coordinated action by the Army. Second, although the masterminds of G30S can also not be clearly identified on the basis of the Austrian files, there is a new piece of evidence that supports the existing thesis that General Suharto knew in advance about the plans of G30S and thus played a larger role than previously assumed. Moreover, the planned groundbreaking of the Bung Karno Tower – just days after G30S – casts even more doubt on Sukarno’s involvement. Third, the results show that Sukarno did have health problems and therefore also had regular examinations and operations in Austria, but that these were by no means as serious as has been claimed. And, finally, the results also allow an explanation as to why, other than that he was involved in G30S, Sukarno did not seek further treatment in Austria in September 1965.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Indonesian mass killings, 1965-66 Genocide September 30th Movement Sukarno’s health Communist Party of Indonesia Indonesian-Austrian relations
Schlagwörter
(Deutsch)
Indonesische Massenmorde 1965-1966 Genozid Bewegung 30. September Sukarnos Gesundheit Kommunistische Partei Indonesiens Indonesisch-Österreichische Beziehungen
Autor*innen
Simon Paul Gorski
Haupttitel (Englisch)
The Indonesian mass killings of 1965-1966
Hauptuntertitel (Englisch)
key moments from an Austrian perspective
Paralleltitel (Deutsch)
Die indonesischen Massenmorde von 1965-1966
Paralleluntertitel (Deutsch)
Schlüsselmomente aus einer österreichischen Perspektive
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
viii, 130 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Gunnar Stange
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.14 Diplomatik, Epigraphik ,
15 Geschichte > 15.78 Südostasien ,
89 Politologie > 89.15 Kommunismus ,
89 Politologie > 89.76 Friedensforschung, Konfliktforschung ,
89 Politologie > 89.81 Streitkräfte ,
89 Politologie > 89.94 Internationale Beziehungen: Sonstiges
AC Nummer
AC16483090
Utheses ID
60515
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
