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Sex differences in humor appreciation
an ethological approach
Susanne Schmehl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Karl Grammer
DOI
10.25365/thesis.6744
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29532.07878.375259-2
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Obwohl Humor immer im Zentrum wissenschaftlichen Interesses stand, haben bisher nur wenige Forscher Humor mittels Verhaltensbeobachtung untersucht. Empirische Arbeiten, die Fragebögen als einziges Untersuchungswerkzeug verwenden, sind äußerst anfällig dafür, Ergebnisse zu generieren, die einer gewissen sozialen Erwünschtheit entspringen. Daher führte ich eine Studie über den Sinn für Humor durch, die gänzlich auf Verhaltensbeobachtungen beruht. Laut Weisfeld (1993) kann Lachen als Maß für den Grad an gefühltem Humor dienen.
Unsere männlichen und weiblichen Vorfahren unterlagen unterschiedlichen Selektionsdrücken, die mögliche Erklärungen für Geschlechtsunterschiede im Sinn für Humor darstellen. So führt uns das asymmetrische elterliche Investment zu einer Gesellschaft geprägt von weiblicher Wahl und männlicher Konkurrenz. Eine Konsequenz des intrasexuellen Konkurrenzkampfes unter Männern ist das so genannte “young male syndrome”, das besagt, dass junge Männer im Vergleich zu Frauen eher dazu tendieren Risiken einzugehen, also Szenarien provozieren, in denen sie beweisen können, dass sie auf dem Partnermarkt die bessere Wahl sind. Aufgrund der patrilokalen Lebensweise unserer Vorfahren war es für Frauen notwendig, sich in einer fremden Gruppe sozial zu integrieren. Das beste Werkzeug dazu ist Kommunikation. Daher haben Frauen im Vergleich zu Männern ausgeprägtere verbale Fähigkeiten entwickelt. Dies lässt darauf schließen, dass Männer bzw. Frauen verstärkt über Humor lachen, der geschlechtsspezifisch evolutionär relevante Themen einschliesst.
Frühere Studien über den Sinn für Humor ergaben, dass Männer dazu tendieren über aggressive oder anzügliche Themen zu lachen, wohingegen sich Frauen bevorzugt über nicht-tendenziösen Humor amüsieren. Zweck dieser Studie war es herauszufinden, ob Frauen eher auf Kommunikations-bezogenen Humor reagieren und Männer eher auf aggressiven Humor und ob dieses in deren expressivem Verhalten beobachtet werden kann.
In einer Vorstudie konnten mittels Hauptkomponentenanalyse drei basale Humorfaktoren erarbeitet werden: Schadenfreude (Schadenfreude bei einem Missgeschick, Schadenfreude bei Gefahr), Unkonventionell (Normverletzung sozialer Regeln, Sexismus) und Kommunikation (Kognitive Inkongruenz, Wortspiel, Missverständnis). 84 männliche und 83 weibliche Versuchspersonen wurden mittels Kamera aufgenommen, während sie sich 18 mehr oder weniger lustige Werbefilme ansahen. Die Probanden sahen die Werbefilme jeweils in Paaren, jedoch ohne sich vorher oder während der Vorführung zu sehen. Diese Stimmulus-Filme wurden auf der Basis der drei definierten Humorfaktoren ausgewählt (jeweils die drei Werbefilme, die am höchsten bzw. am niedrigsten auf den drei Humor-Dimensionen laden). Es war zu erwarten, dass Männer eher bei Werbefilmen lachen, die ein hohes Mass an Schadenfreude beinhalten, während Frauen eher auf Werbefilme ansprechen, die einen hohen Kommunikationsanteil aufweisen. Beide Geschlechter sollten laut Hypothese gleichermassen über unkonventionellen Humor lachen. Die Probanden füllten ausserdem Fragebögen zur Kontrolle der momentanen Befindlichkeit, sowie für andere Störvariablen aus. Ausserdem mussten sie zu jedem Film angeben, wie lustig sie diesen empfunden haben. Die Videoaufnahmen von den Probanden wurden anschliessend verwendet, um das gezeigte Verhalten zu kodieren.
Es konnten keine Geschlechterunterschiede bezüglich des Humor-korrespondierenden Verhaltens (z.B. lachen und lächeln) gefunden werden. Es wurden auch keine Geschlechtsunterschiede bezüglich der Humorkomponenten gefunden. Die Ergebnisse zeigen, dass der momentane Gefühlszustand expressives Verhalten in hohem Maße beeinflusst. Ausserdem,trägt diese Studie dazu bei, eine neue Methode zur Messung vom Ausmass an gefühltem Humor über Verhaltensbeobachtung zu entwickeln. Eine ethologische Herangehensweise macht das Messen von Humor sehr viel objektiver.
Mit dieser Studie konnten zusätzliche empirische Hinweise dargelegt werden, dass Gesichtsausdrücke ambivalente Signale sind, deren Bedeutung durch andere Kommunikations-Kanäle moduliert werden kann.
Abstract
(Englisch)
Whilst humor has always captured scientific interest, few researchers have investigated humor through observational studies so far. Empirical works employing questionnaire instruments only, are most vulnerable to generate results based on social desirability. Therefore I carried out a study on humor appreciation based on behavior observation. According to Weisfeld (1993) laughter could serve as a useful measure of the amount of humor appreciation.
Possible reasons for sex differences in humor appreciation could be sought in different selection pressures for our male and female ancestors. Asymmetric investment leads to female choice and male competition. One consequence of intrasexual competition is the so-called young male syndrome, i.e. men tend to seek risky situations to a higher extent than women, thus creating a setting in which they can prove that they are the better choice. Due to patrilocality women must seek for social integration into a foreign group. The most important tool to pursue this goal is communication. Therefore women have developed more sophisticated verbal skills. Consequently, men and women should appreciate humor that touches the evolutionary relevant topics.
Studies of humor appreciation generally indicate that men are more likely to enjoy humor based on aggressive and sexual themes, whereas women are more likely to enjoy nontendentious humor. The purpose of this study was to investigate whether women respond more to humor associated with communication, and men respond more strongly to aggressive humor, and whether this can be observed in their expressive behavior.
In a pre-study we determined three basic dimensions of humor: Schadenfreude (schadenfreude for misfortune, schadenfreude for hurtful actions), Unconventional (violation of social norms, sexism) and Communication (incongruity, wordplay, misunderstandings). Subjects (84 male and 83 female students) were videotaped while watching 18 more or less funny commercials in pairs, but without visual contact. The stimulus movies were selected based on the humor factors (the three top and lowest ranked for each dimension). I expected men to laugh more about movies conveying schadenfreude, women should laugh more about communication related humor. I did not expect any sex difference concerning the Unconventional humor factor. Subjects filled out questionnaires controlling for emotional state as well as other intervening variables, and indicated how humorous they found the respective movie. Video recordings were used for behavior coding, such as smiles and laughter.
There was no significant sex difference in the total amount of behavioural correspondents (i.e. facial expressions) of humor. Our results suggest that current emotional state strongly affects expressive behavior. Additionally, the study contributes to a new method of humor measurement by behavioral observation, and could therefore serve for measuring humor more objectively.
These findings underline that the expression of smiles and laughter is not limited to humor perception, but will only occur if the emotional state provides some basic readiness for humor appreciation. With this study we provide additional empirical evidence that facial expressions are ambiguous signals, whose meaning is modulated by other communication channels.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Sex differences humor evolution
Schlagwörter
(Deutsch)
Geschlechterunterschiede Humor Evolution
Autor*innen
Susanne Schmehl
Haupttitel (Englisch)
Sex differences in humor appreciation
Hauptuntertitel (Englisch)
an ethological approach
Paralleltitel (Deutsch)
Geschlechterunterschiede im Sinn für Humor ; ein ethologischer Ansatz
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
79 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Karl Grammer
Klassifikationen
42 Biologie > 42.21 Evolution ,
42 Biologie > 42.66 Ethologie
AC Nummer
AC08004476
Utheses ID
6084
Studienkennzahl
UA | 442 | | |
