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The agri-food value chain and the phenomenon of caporalato in Italy
strenghts and weaknesses of the quality agricultural work network
Anna Simionato
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Cornelia Staritz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70834
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11268.36717.914016-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Obwohl der Agrar- und Lebensmittelsektor der größte Wirtschaftszweig Italiens ist, haben die wirtschaftliche Liberalisierung und die Integration in Wertschöpfungsketten jedoch zur Entstehung von prekärer Arbeit geführt, die in Italien mit Caporalato, ein illegales Anwerbungssystem in Verbindung mit Agro-Mafia, verbunden ist. Um dieses Phänomen zu bekämpfen und mehr Gerechtigkeit zu schaffen, wurde 2014 das Netzwerk für landwirtschaftliche Qualitätsarbeit gegründet, eine Liste von landwirtschaftlichen Betrieben, die sich durch die Einhaltung von Arbeits- und Sozialvorschriften auszeichnen. In dieser Arbeit wird untersucht, wie das Netzwerk in Bezug auf seine Funktionen und Auswirkungen in der Wertschöpfungskette des Agrar- und Lebensmittelsektors in Italien funktioniert. Es wurden zehn verschiedene AkteurInnen entlang der Wertschöpfungskette, und repräsentative Organisationen befragt. Als theoretischer Rahmen wird der Ansatz der globalen Wertschöpfungskette zusammen mit dem Konzept des Upgrading verwendet, das mit den Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft und den Arbeitnehmern verbunden ist. Die Forschungsarbeit zeigt, dass das Netzwerk immer noch mit vielen Herausforderungen konfrontiert ist. Die Unternehmen fürchten Sanktionen, wenn sie die Anforderungen des Netzwerks nicht erfüllen, und sie erkennen keine Vorteile. Da nur eine geringe Zahl von Unternehmen registriert ist, gibt es keine Anhaltspunkte für die Verhinderung des Phänomens. Das Netzwerk spielt jedoch eine entscheidende Rolle bei social Upgrading, indem es die Rechte der ArbeitnehmerInnen garantiert. Darüber hinaus könnten die territorialen Sektionen, eine Art Umsetzung des Netzwerks auf lokaler Ebene, jedoch entscheidend sein, da sie die Vermittlung von Arbeitsplätzen verbessern und lokale Initiativen zur Verbesserung des Transport- und Wohnsystems für Landarbeiter durchführen können. Darüber hinaus beweist die Forschung, dass das Netzwerk das economic Upgrading beeinflusst hat. Es hat sich auf den Marktzugang ausgewirkt, da diese Zertifizierung als Handelsvoraussetzung benutzt wird, was die Mitgliederzahl erhöht, aber auch den EinzelhändlerInnen Macht verleiht, Marktbeziehungen aufzubauen. Gleichzeitig beeinflusst es aber auch die Position der Mitgliedsunternehmen in den GVC, da die Mitgliedschaft zu einer vertikalen und horizontalen Integration führen kann, was wiederum ihre Machtposition stärkt. Diese Untersuchung zeigt auch, dass das Netzwerk nur ein zusätzliches Instrument zur Bekämpfung von Caporalato ist. Tatsächlich sollten drei Hauptinterventionen zusammenwirken: Ein Gesetz gegen sinkende Preise im Zusammenhang mit (Online- )Auktionen, um der Macht der Einzelhändler entgegenzuwirken; die Förderung des öffentlichen Sektors in regionale Finanzinvestitionen in das Verkehrs-, Unterkunfts- und Einstellungssystem; und das Fördern von interregionalen Projekten, wie das Di.Agr.A.M.MI.- Projekt, die verschiedene Interessengruppen einbeziehen und auf die Umsetzung von Maßnahmen zur sozio-professionellen Integration abzielen, sind von entscheidender Bedeutung, um Caporalato und Ausbeutung entgegenzuwirken.
Abstract
(Englisch)
Even though the agri-food sector is the largest economic sector in Italy, economic liberalization and integration into value chains have led to the creation of precarious labor which is combined with caporalato, an illegal recruitment system linked to agro-mafia. To tackle this phenomenon and to create a fairer value chain, the Quality Agricultural Work Network was established in 2014, a list of agricultural enterprises and other entities standing out for their compliance with labor and social regulations. This thesis analyses how the Network is performing in terms of its functions and impacts in the agri-food value chain in Italy. To answer the research question, ten different stakeholders along the value chain and representative organizations were interviewed. As a theoretical framework, the Global Value Chain approach is adopted together with the concepts of economic and social upgrading which are linked to agri-food companies and workers, respectively. The research thesis demonstrates that the Network is still facing many challenges because it has had little success in terms of member firms due to companies fearing financial penalties when they are not complying with the Network’s requirements but not recognizing any membership benefits. Therefore, the Network is not succeeding in preventing caporalato. However, the Network plays a crucial role in social upgrading, guaranteeing workers’ rights. Moreover, the territorial sections, a Network’s implementation at the local level, seems to be crucial role in tackling caporalato because they may improve job matching and implement local initiatives, enhancing the transport and housing system for agricultural workers. The thesis also shows that the Network has affected economic upgrading processes. It has influenced the market access since this certification is used as a requirement for supplier firms, which expands the membership but also gives retailers power to establish market relations. This has also influenced some member firms positions in the value chain as membership may lead to vertical and horizontal integration, which in turn strengthens their power position. This research demonstrates that the Network is only an additional instrument in tackling and preventing exploitation and caporalato as power relations in agri-food value chains need to be changed more systematically. Three main interventions should act together: a law against descending prices in the context of (online) auctions to contrast retailers’ power; the public sector should promote regional financial investments in the transport, housing and recruitment system; and interregional projects, such as the Di.Agr.A.M.MI. project, involving different stakeholders and aiming at implementing socio-professional integration interventions are crucial to better contrast caporalato and exploitation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
global value chains upgrading agri-food value chain global value chain initiatives Quality Agricultural Work Network caporalato
Schlagwörter
(Deutsch)
Globale Wertschöpfungsketten Upgrading Agrar- und Lebensmittelsektor Wertschöpfungsketteninitiativen Netzwerk für landwirtschaftliche Qualitätsarbeit caporalato
Autor*innen
Anna Simionato
Haupttitel (Englisch)
The agri-food value chain and the phenomenon of caporalato in Italy
Hauptuntertitel (Englisch)
strenghts and weaknesses of the quality agricultural work network
Paralleltitel (Deutsch)
Die Wertschöpfungskette in der Agrarwirtschaft und das Phänomen des Caporalato in Italien
Paralleluntertitel (Deutsch)
Stärken und Schwächen des Netzwerks für landwirtschaftliche Qualitätsarbeit
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
X, 103 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Cornelia Staritz
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.03 Methoden, Techniken und Organisation der sozialwissenschaftlichen Forschung ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges ,
83 Volkswirtschaft > 83.39 Wirtschaftsentwicklung, Wirtschaftsstruktur: Sonstiges
AC Nummer
AC16518338
Utheses ID
61306
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1