Detailansicht
Ist die Religion gewaltsam?
Zuzana Barutová
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Michael Staudigl
DOI
10.25365/thesis.70864
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11270.38547.964262-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Das zentrale Thema der vorliegenden Arbeit sind aktuelle Diskurse über „religiöse Gewalt“. Solche Diskurse sind aus mehreren Gründen problematisch und verlangen nach philosophischer Reflexion. Aufgrund der komplexen sozio-historischen, kulturellen und politisch-symbolischen Ausgestaltung des Phänomens „religiöser Gewalt“ beschäftigt sich traditionell weniger die Philosophie, als vielmehr die Soziologie, politische Theorie und Kulturanthropologie mit dem Thema. Im Gegensatz zu einer einzelwissenschaftlichen Auseinandersetzung besteht die Aufgabe philosophischer Reflexion darin, die Beziehung von Religion und Gewalt explizit ins Auge zu fassen. Dies muss m.E. in mindestens dreierlei Hinsicht geschehen: 1) Zunächst geht es darum, das Verhältnis von Religion und Gewalt im Allgemeinen, also mit Bezug auf verschiedene religiöse Traditionen allgemeine, gewaltaffine Denk- und Handlungsmuster religiösen Gewalthandelns zu klären. 2) Muss es darum gehen, die spezifische Problematik des Begriffs „religiöse Gewalt“ in den Blick zu bekommen. Mit dieser beschäftigt sich beispielsweise W. Cavanaugh, der behauptet, dass die Figur der „religiösen Gewalt“ nur ein Mythos ist, den man in Texte und Handlungen hineinprojiziert. Ein anderes, damit eng verbundenes Problem des Diskurses über die „religiöse Gewalt“ betrifft 3) die zeitliche Ebene. Obwohl ich mich für die Gegenwart und gegenwärtige Fälle interessiere, ist auch zu bemerken, dass das Phänomen in gewisser Weise schon sehr lange existiert (vgl. z.B. die Hexenverbrennungen, die Inquisition, die Kreuzzüge, die Religionskriege sowie neuerdings langjährige Konflikte, wie z.B. jener zwischen Juden und Muslimen in Israel, etc.). In Frage steht also eine lange Tradition der „religiösen Gewalt“, die man in Bezug auf ihre Überwindung im Zeichen unseres „säkularen Zeitalters“ (Charles Taylor) verstehen muss: Denn wenn es nicht als sicher gelten kann, dass das befriedende „Säkularisierungsparadigma“ selbst frei von aller Gewalt ist, wie aktuelle Diskussionen zur „Wiederkehr der Religion“ zeigen, so verändert dies auch die oft vorschnelle Qualifizierung von Religion als per se „gewaltaffin“, „irrationale“ etc. .
Die geplante Arbeit beabsichtigt, den Zusammenhang zwischen den Begriffen zu klären, um ein umfassenderes Verständnis für Phänomene sog. „religiöser Gewalt“ zu entwickeln, nicht zuletzt im Blick darauf, wie damit angemessen umgegangen werden kann und wie sie ggf. verhindert werden kann.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Gewalt Religion religiöse Gewalt Gewalttaten Motive Bedeutungen
Autor*innen
Zuzana Barutová
Haupttitel (Deutsch)
Ist die Religion gewaltsam?
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
102 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Staudigl
AC Nummer
AC16519488
Utheses ID
61336
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
