Detailansicht

Living with parents again: a step back or forward?
the accounts of young Czech people staying at their parental home during the Covid-19 pandemic
Petra Cechmankova
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium DDP CREOLE-Cultural Differences and Transnational Processes
Betreuer*in
Wolfgang Kraus
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.70875
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11272.04521.766666-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Das Konzept des Erwachsenseins gehört zu unserem alltäglichen Repertoire, jedoch halten wir kaum inne, um über dieses nachzudenken. Die heutigen Bedeutungen des Erwachsenseins entstanden im Kontext der europäischen Moderne und gehen einher mit dem Wert, der den Ideen von Unabhängigkeit, Verantwortung und Vernunft beigemessen wird. Es wird angenommen, dass dies die Eigenschaften sind, die einen Erwachsenen von einem Kind oder Jugendlichen unterscheiden. Jedoch stellt sich die Frage, wie man erkennen kann, ein "Genug" von diesen Fähigkeiten zu haben, um als erwachsen zu gelten, wenn die Entwicklung zum Erwachsenen scheinbar einen schrittweisen Prozess darstellt? Eine traditionelle soziologische Sichtweise besagt, dass das Erwachsensein durch bestimmte Übergangsereignisse gekennzeichnet ist, wie etwa den Auszug aus dem Elternhaus und die Gründung eines eigenen Haushalts. Aus dieser Perspektive ist die Rückkehr zum Elternhaus ein Zeichen des Scheiterns, ein Rückschritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden. In den letzten Jahrzehnten scheint sich jedoch ein Trend entwickelt zu haben, der die Wege zum Erwachsensein verlängert, welche mit Schritten nach vorne und zurück immer komplexer werden. Dies erfordert neue theoretische Konzepte. Als die Covid-19-Pandemie über die Welt hereinbrach, veränderte sich unser Alltag rapide, wobei dieser dramatische Wandel auch einen Einfluss auf die Lebensumstände vieler junger Menschen in der Tschechischen Republik hatte. Während der landesweiten Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung von Covid-19 lebte eine beträchtliche Anzahl von Universitätsstudenten, die zuvor aus ihrem Elternhaus ausgezogen waren, wieder bei ihren Eltern. In meiner Forschungsarbeit ging ich der Frage nach, wie diese jungen Menschen eine Rückkehr in ihr Elternhaus erlebten und wie sie diese im Hinblick auf ihren Weg zum Erwachsensein verarbeiteten. Während der ersten beiden Wellen von Covid-19 in der Tschechischen Republik führte ich zwei Runden von qualitativen Tiefeninterviews mit betroffenen Universitätsstudenten durch. Die gesammelten Daten wurden durch meine Beobachtungen der Situation in den Medien und in den sozialen Netzwerken ergänzt. Meine Interviewpartner berichteten ihre subjektiven Vorstellungen und Gefühle in Bezug auf ihren Erwachsenenstatus in der Regel in Relation zu einigen externen, objektivierenden, gesellschaftlich anerkannten Kriterien für das Erwachsensein. Ich erfuhr, dass die Interviewten den Auszug aus dem Elternhaus tatsächlich als einen Schritt in Richtung des Erwachsenwerdens auf zwei Ebenen - der internen und der externen - sahen. Aber auch wenn sie von ihrem Elternhaus wegzogen, betrachteten sie oft mehrere Orte als ihr Zuhause (einschließlich des Ortes, an dem ihre Eltern lebten) und die Möglichkeit, längere Zeit an einem dieser Orte zu verbringen, erschien ihnen selbstverständlich. Außerdem war die Erlangung eines unabhängigen Lebens nicht die einzige Verantwortung, die sie zu tragen glaubten. Sie sorgten sich auch um ihnen nahestehende Personen (z.B. Familienangehörige oder Partner) und ihr Leben war von Verpflichtungen im Zusammenhang mit ihrem Studium und/oder ihrer Arbeit geprägt. Ihre Entscheidungen wurden durch das Aushandeln der verschiedenen Einflüsse dieser konkurrierenden Verantwortlichkeiten getroffen.
Abstract
(Englisch)
The concept of adulthood is a part of our everyday repertoire, but we hardly ever stop to think about it. Its contemporary meanings emerged in the context of European modernity, together with the value placed on the ideas of independence, responsibility and reason. These are assumed to be the qualities that distinguish an adult from a child or an adolescent. But how can we recognize that one has “enough” of these abilities to be considered an adult, when becoming one seems to be a gradual path? A traditional sociological perspective suggested that adulthood is marked by specific transitional events, such as moving out of one’s parents’ home and starting one’s own household. Viewed through this perspective, returning to living with one’s parents again is a sign of failure, a step back on the path to adulthood. However, in the past few decades, there seems to be a trend towards prolonging the ways adulthood can be reached, and they are becoming more complex with possible steps back and forth. This calls for new theoretical conceptualizations. When the Covid-19 pandemic hit the world, our everyday lives changed rapidly, and this dramatic change also influenced the living arrangements of many young people in the Czech Republic. Significant numbers of university students, who had previously moved away from their parental home, went back to living with their parents during the nation-wide measures protecting against the spread of Covid-19. In my research, I asked how these young people experienced such a return to their parental home and how they made sense of it with regard to their path towards adulthood. I conducted two rounds of in-depth qualitative interviews with affected university students during the first two waves of Covid-19 in the Czech Republic. The gathered data was supplemented with my observations of the situation as covered in media and on social networks. In the accounts of my research partners, their subjective ideas and feelings regarding their adult status were usually presented in relation to some external, objectifying, socially recognizable criteria for adulthood. I learnt that the move away from the parental home was indeed a step towards adulthood for my research partners on both of these levels – the internal and external. But even though they moved away from their parental home, they often considered multiple places as their homes (including the one where their parent(s) lived), and the possibility of spending long periods of time in either of them seemed natural. Moreover, attaining an independent life was not the only responsibility they felt to have. They were also concerned about their close others (such as family members or partners), and their lives were influenced by responsibilities connected with their studies and/or work. Their decisions were made through the negotiation of the different pulls of these competing responsibilities.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
adulthood home leaving home returning home responsibility independence competing responsibilities students Czech Republic Covid-19 pandemic
Schlagwörter
(Deutsch)
Erwachsensein Zuhause Auszug aus dem Elternhaus Rückkehr zum Elternhaus Verantwortung Unabhängigkeit konkurrierende Verantwortlichkeiten StudentInnen Tschechische Republik Covid-19-Pandemie
Autor*innen
Petra Cechmankova
Haupttitel (Englisch)
Living with parents again: a step back or forward?
Hauptuntertitel (Englisch)
the accounts of young Czech people staying at their parental home during the Covid-19 pandemic
Paralleltitel (Deutsch)
Wieder bei den Eltern wohnen: ein Schritt zurück oder nach vorn?
Paralleluntertitel (Deutsch)
die Berichte tschechischer StudentInnen, die während der Covid-19-Pandemie bei ihren Eltern wohnten
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
105 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Wolfgang Kraus
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.34 Altersgruppen ,
73 Ethnologie > 73.42 Altersgruppen, Initiation, Sozialisation ,
73 Ethnologie > 73.92 Lebenslauf, Familie
AC Nummer
AC16519867
Utheses ID
61355
Studienkennzahl
UA | 066 | 656 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1