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Selling normative power Europe: analyzing the unexpected outcomes of the European Union's normative power in the South Caucasus
Tiffany Grace Williams
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Politikwissenschaft)
Betreuer*innen
Johannes Pollak ,
Guido Tiemann
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12859.90486.387230-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Dissertation analysiert die Strategie der Europäischen Union (EU), den Südkaukasus durch einen diskursiv konstruierten Europäisierungsansatz umzugestalten. Interpretation des Konzepts „Europa als Normative Kraft“ (engl. „Normative Power Europe“, NPE) fassen die EU als eine normative, auf Frieden und Wohlstand orientierte Kraft. Dieses theoretische Konzept unterstellt, dass normative Macht zwei unterschiedliche Handlungslogiken vereint, die "Logik der Angemessenheit" und die "Logik der Folgerichtigkeit". Die Fallstudien, auf denen meine Arbeit basiert, zeigen jedoch, dass diese Logiken den Zusammenbruch des von der EU vertretenen Konzepts normativer Kraft nicht angemessen erklären können. Stattdessen ist für die östlichen Partnerstaaten im Südkaukasus, für Armenien, Aserbaidschan und Georgien eine „Logik der Anziehung“ die Antriebskraft. Ich zeige, wie die EU die Idee von „Europa als Normativer Kraft“ zur Rechtfertigung ihres eigenen Strebens nach Macht und Einfluss benutzte und dieses Konzept in einer diskursiv konstruierten Europäisierungsstrategie zur tiefen und nachhaltigen regionalen Transformation benutzte und vorantrieb. Dieser Ansatz gründete auf der Annahme, dass die Partnerländer freiwillig auf die normative Konditionalität der EU eingehen und, beim Vorliegen der richtigen Anreize, graduell die Standards der Europäischen Union übernehmen würden. Freilich legt der freiwillige Charakter dieses Austauschprozesses offen, dass normative Macht auf Überzeugung und freiwillige Regelbefolgung angewiesen ist, ihr naturgemäß aber die Mittel zur wirksamen Durch- und Umsetzung fehlen. Zudem zeige ich, dass die empirischen Realitäten einer nachhaltigen regionalen Transformation zu wenig gewürdigt wurden. Die Zielstellungen der „Östlichen Partnerschaft“ sehen einen eng verflochtenen Prozess der De- und Re-Territorialisierung vor, der nur aus einer sicheren, stabilen Hegemonialmächten gelenkt werden kann. Meine Dissertation zeigt, dass die EU die notwendige Machtstellung nicht erreicht hat und nicht anwenden konnte. Dennoch zeige ich gleichfalls, dass die „Logik der Anziehung“ dabei helfen kann, denjenigen gegenseitigen Austausch und diejenige gegenseitige Kooperation zu befördern und zu festigen, die die östlichen Partner anstreben. Ich untersuche die Vorstellung von normativer Macht als Hegemonie aus der Perspektive einer kritischen konstruktivistischen Theorie, die geeignet ist, reale Machtstrukturen zu erklären. Mit Blick auf die diskursiven Strategien, die benutzt werden, um politisches Machtstreben zu zu befördern und zu rechtfertigen, behandele ich Diskurse als Machtpraxis. Um genauer zu untersuchen, wie sich Machtverhältnisse im Diskurs herausbilden, verwende ich einen diskurshistorischen Zugang zur kritischen Diskursanalyse und, darüber hinaus, Methoden der Prozessanalyse, um Deutungsmuster aufzuklären und politisches Verhalten zu erklären.
Abstract
(Englisch)
This dissertation analyzes the European Union (EU)’s evolving strategy to transform the South Caucasus using its discursively constructed approach to Europeanization. Interpretations of this Europeanization as “Normative Power Europe” (NPE) conceptualize the EU as a civilian-oriented ‘normative’ power. They theorize that normative power combines two logics of action common in norms-based research, the Logic of Appropriateness and the Logic of Consequence. The cases I examined demonstrate that those logics do not adequately explain the breakdowns in the EU’s intended normative power structure. Instead, for the Eastern Partners in the South Caucasus, namely Armenia, Azerbaijan, and Georgia, the driving force behind partnership development is the Logic of Attraction. I show how the EU discursively adopted and promoted the NPE concept in its Europeanization strategy for deep and comprehensive regional transformation. This was based on the belief that countries will voluntarily comply with the EU’s normative conditions, thus acclimating to EU standards, if offered the right incentives. However, the voluntary nature of this exchange exposes that normative power is dependent on compliance, yet lacks enforcement measures. Furthermore, I explain that the realities of sustainable regional transformation were underappreciated. The Eastern Partnership’s ambitions constitute the entwined de- and reterritorialization processes, which require stable, secure hegemony. My dissertation demonstrates that the EU does not uniformly possess or wield such power. Nevertheless, I show how following the Logic of Attraction can realize the mutual exchange and cooperation Eastern Partners prefer. I examine Normative Power as Hegemony through a critical constructivist theory perspective that can best account for the examined partnerships’ actual power structures. Given the discursive strategies used to shape and justify power-seeking behavior, I treat discourse as a practice of power. In order to examine how the evolving power structures unfold in discourse, I employ a discourse-historical approach to Critical Discourse Analysis, also using process-tracing applications to distinguish and map patterns that expose persistent beliefs and explain behavior.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Europäischen Union Europäisierung Europa als Normative Kraft Östliche Partnerschaft Europäische Nachbarschaftspolitik Südkaukasus Re-Territorialisierung
Schlagwörter
(Englisch)
European Union Europeanization Normative Power Europe Eastern Partnership European Neighborhood Policy South Caucasus Re-Territorialization
Autor*innen
Tiffany Grace Williams
Haupttitel (Englisch)
Selling normative power Europe: analyzing the unexpected outcomes of the European Union's normative power in the South Caucasus
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
268 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Jozef Batora ,
Patrick Müller ,
Frank Schimmelfennig
Klassifikationen
89 Politologie > 89.54 Politischer Einfluss ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation ,
89 Politologie > 89.70 Internationale Beziehungen: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union ,
89 Politologie > 89.90 Außenpolitik, Internationale Politik
AC Nummer
AC16525274
Utheses ID
61452
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 300 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1