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Gehörlosigkeit - die behinderte Kultur?
das Selbstverständnis Gehörloser als sprachliche und kulturelle Minderheit und dessen Rezeption in Werken der Sonder- und Heilpädagogik
Verena Topitz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Mikael Luciak
DOI
10.25365/thesis.6829
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30051.99466.540666-7
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Diplomarbeit wird diskursanalytisch untersucht, welchen Beitrag Standardwerke der Sonder- und Heilpädagogik zur Akzeptanz des Selbstverständnisses Gehörloser als sprachliche und kulturelle Minderheit leisten. Im theoretischen Teil der Arbeit wird gezeigt, dass Gehörlosigkeit bzw. Hörverlust aus der Perspektive Gehörloser nicht primär als behinderndes Charakteristikum, sondern vielmehr als Ursprung für die Genese einer eigenen Kultur verstanden wird, deren bedeutendstes Merkmal die Gebärdensprache darstellt. Anhand von Literatur vorwiegend gehörloser AutorInnen wird der von ihnen ausgehende Gegendiskurs skizziert, der die im dominanten Spezialdiskurs überwiegend medizinische und auf Defizite konzentrierte Darstellung Gehörloser kritisiert und die von dieser Sichtweise ausgehenden unterdrückenden Mechanismen beschreibt.
Unter Anlehnung an die Kritische Diskursanalyse Siegfried Jägers werden im Rahmen der Diplomarbeit aktuelle sonder- und heilpädagogische Literaturbeiträge hinsichtlich der Rezeption des zuvor skizzierten Selbstbildes Gehörloser analysiert. Das Hauptaugenmerk wird hierbei auf etwaige Unterschiede zwischen dem Selbstverständnis Gehörloser und dem Inhalt der analysierten Artikel gelegt. Anschließend wird versucht, das vermittelte Bild Gehörloser aufzuzeigen und mögliche Gründe für die Abweichungen zwischen der Wirklichkeit Gehörloser und der in sonder- und heilpädagogischen Werken konstruierten herauszuarbeiten und darüber hinaus zu hinterfragen, auf Basis welcher diskursiver Ereignisse und Annahmen Differenzen zustande gekommen sind.
Als wichtiges Ergebnis wird festgestellt, dass der dominante sonder- und heilpädagogische Diskursstrang über Gehörlose noch heute dem von Gehörlosen kritisierten defizitorientierten Diskurs zuzuordnen ist, auch wenn sich bereits deutliche Hinweise auf die Übernahme von gegendiskursiven Aspekten zeigen.
Abschließend wird auf der Basis der Untersuchungsergebnisse und aktuell zu beobachtender Entwicklungen eine Einschätzung vorgenommen, wie sich künftig die Darstellung von Gehörlosen und Gehörlosigkeit innerhalb der Disziplin der Sonder- und Heilpädagogik wandeln könnte.
Abstract
(Englisch)
This thesis uses discourse analysis to investigate the contribution made by the canon of literature on special needs education to the acceptance of Deaf people as a linguistic and cultural minority. The theoretical part of the paper shows that from the perspective of Deaf people loss of hearing is not primarily understood as a handicap but as the origin of the genesis of their own culture, the defining element of which is sign language. Utilising literature mainly of Deaf authors, the paper outlines their counter discourse that criticises the dominant specialist discourse for its overly medical, deficit oriented representation of Deaf people and describes the mechanisms of oppression resulting from this perspective.
Building on the critical discourse analysis of Siegfried Jäger, the thesis analyses current literature on special needs education regarding the reception of the identity of Deaf people described above. The main focus lies on the differences between the identity of Deaf people and the articles analysed. The paper then takes issue with the representation of Deaf people and suggests possible reasons for the discrepancies between the reality of Deaf people and the reality constructed in Literature on special needs education. Furthermore the paper questions the basic discursive events that gave rise to these discrepancies.
An important finding is that the dominant discourse about Deaf people in the literature on special needs education still belongs to the deficit oriented discourse criticised by Deaf people, even if clear evidence for the integration of counter discursive elements is beginning to show.
Finally, based on the results of this investigation and currently observable developments, the paper estimates the potential for future change regarding the representation of Deaf people within the discipline of special needs education.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
deaf culture minority discourse analysis education
Schlagwörter
(Deutsch)
Gehörlos Kultur Minderheit Diskursanalyse Pädagogik
Autor*innen
Verena Topitz
Haupttitel (Deutsch)
Gehörlosigkeit - die behinderte Kultur?
Hauptuntertitel (Deutsch)
das Selbstverständnis Gehörloser als sprachliche und kulturelle Minderheit und dessen Rezeption in Werken der Sonder- und Heilpädagogik
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
168 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Mikael Luciak
Klassifikationen
80 Pädagogik > 80.25 Sonderpädagogik: Allgemeines ,
80 Pädagogik > 80.29 Hörgeschädigtenpädagogik
AC Nummer
AC07895283
Utheses ID
6165
Studienkennzahl
UA | 297 | | |
