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Mental state attribution to animals and objects
processes and associated factors
Esmeralda Gabriela Urquiza Haas
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doctor of Philosophy-Doktoratsstudium NAWI Bereich Lebenswissenschaften (DissG: Biologie)
Betreuer*in
Kurt Kotrschal
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.71332
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24799.89759.831770-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Einander mentalen Zustandände zuzuschreiben, ist das Bindeglied der sozialen Interaktionen zwischen Menschen und der Kern der sozialen Wahrnehmung. Auf nicht menschliche Entitäten ausgerichtet, wird dies allgemein als „Antropomorphismus“ (Vermenschlichung) bezeichnet. Dieser beschäftigt seit langem Wissenschaftler verschiedenster Diziplinen, er ist aufgrund seiner vielfältigen Implikationen von großem Interesse. Antropomorphismus wurde auch mit religiösen Vorstellungen in Verbindung gebracht. Er ist auch ein fundamentaler Aspekt der Mensch-Tier Beziehung in allen ihren Bereichen, einschließlich die Domestizierung von Tieren, die Jagd und die Haltung von Haustieren. Antropomorphismus beeinflusst unter anderem auch die wissenschaftliche Erforschung von Tierverhalten. Trotz zahlreicher Hypothesen zur Erklärung des Antropomorphismus, fehlt immer noch ein integrierter theoretischer Rahmen. Vor allem deshalb, weil sich die meisten dieser Hypothesen auf die ultimativen Ursachen konzentrieren, und nur Wenige auf die potenziellen kognitiven Mechanismen des Vermenschlichens. Ziel meiner Dissertation war es, antropomorphe Zuschreibungen aus kognitiver und biologischer Sicht zu verstehen. Zu diesem Zweck entwickelte ich einen theoretischen Rahmen, der sich auf die potenziellen kognitiven und neuronalen Mechanismen und Prozesse konzentriert - einschließlich von Mechanismen, die in der sozialen Domäne entwickelt wurden. Diese Prozesse können automatisch ausgelöst werden, wenn die Zielentität ein lebendes oder autonom bewegendes Wesen ist, können aber aber im Fall nicht lebende Entitäten auch bewusst ausgelöst werden; dies ist etwa der Fall, wenn nicht autonom bewegenden lebenden Wesen (wie Bäumen) oder nicht lebende Entitäten (Objekten) Verstand zugesprochen wird. Ich schlage vor, dass die Zuordnung von Emotionen und komplexen mentalen Zuständen, der Schlüssel ist, um die Beteiligung dieser komplexen Mechanismen am Vermenschlichen zu verstehen. Um die Form und den Inhalt dieser Repräsentation zu untersuchen, verwendete ich zwei verschiedene Methoden. In der ersten Studie wurde durch semistruktuierte Interviews die Struktur der Zuordnung des mentalen Zustands zu einer Vielzahl von wilden und domestizierten Tieren erforscht. Entscheidend für die Zuschreibung verschiedener mentaler Zustände waren die Eigenschaften und Verhaltensweisen von dieser Tiere, sowie die Umstände unter denen bestimmte Verhaltensweisen auftreten. In einer zweiten Studie untersuchte ich, wie die Qualität von Konzepten mentaler Zustände (MZ) die Zuordnung emotionaler und kognitiver Zustände zu Tieren beeinflusst. Die meisten Wörter –auch jene, die MZ darstellen – weisen unterschiedliche Merkmale auf je nach Art der Entität in der Welt für die sie stehen. Emotionen, insbesondere primäre, besitzen eine hohe Abbildungsqualität, die beschreibt bis zu welchem Grad Menschen sich ein mentales Bild davon machen können. Anhand eines Convenience sample, mit städtischen und ländlichen Teilnehmern in Mexiko, stelle ich fest, dass die Zuordnung und Bewertungen von MZ mit der Ähnlichkeit von Tieren zu Menschen verbunden war. Dies umso mehr, wenn die zugeschriebenen MZ eine hohe Abbildungsfähigkeit aufwiesen. Schließlich untersuchte ich in eingeladener Zusammenarbeit das Verhältnis anthropomorpher Tendenzen zu gesellschaftlichen Einstellungen zur Werteorientierung gegenüber Tieren und zur tödlichen Kontrolle von Wildtieren. Wertorientierungen und anthropomorphe Tendenzen wurden in einer Auswahl von 43.949 Befragten aus allen 50 US-Bundesstaaten bewertet. Wir fanden heraus, dass Anthropomorphismus positiv mit den mutualistischen Werten und negativ mit den Werten der Dominanz zusammenhängt. Der Grad an Anthropomorphismus war ein bedeutender Prädiktor für die mutualistische Werteorientierung gegenüber Wildtieren, der in negativer Beziehung zum Töten von Karnivoren in Mensch-Tier-Konflikten stand. Mit dieser Dissertation legte ich eine neue Forschungsagenda für das Studium des Anthropomorphismus vor, indem ich einige seiner kognitiven Grundlagen identifizierte, sowie eine Reihe von Faktoren die seine Ausprägung modulieren. Dies eröffnet den Weg für neue Hypothesen und Forschungsfragen, die sich nicht nur auf die Untersuchung der sozialen Kognition beim Menschen, sondern möglicherweise auch auf andere Arten erstrecken.
Abstract
(Englisch)
Mental state attribution mediates human social interaction and is at the core of social cognition. When directed towards non-human entities its generally labeled as anthropomorphism. Anthropomorphism has long been of interest between scholars from different disciplines because of its multiple implications. It has been linked to the emergence of religious thought, it is a fundamental aspect of most human-animal interactions, including animal domestication, hunting and pet keeping; and it has been of central concern in the study of animal behavior studies. In spite of the numerous hypotheses proposed, an integrated theoretical framework is still lacking, mainly because most attempts to explain it focus on its ultimate causes, and few on the potential cognitive mechanisms involved. The aim of my dissertation was to understand anthropomorphic attributions from a cognitive and biological perspective. For this, we developed a framework focused on the potential cognitive and neural mechanisms, and processes involved. We proposed that mental state attribution to other species is supported by mechanisms evolved in the social domain, as well as cognitive mechanisms that are domain-general. These processes can be triggered bottom-up (i.e. automatically) when the entity is a living autonomously-moving being or an animated non-living entity, or top-down (i.e. voluntarily), as in the case of mind attribution to non-autonomously living beings (like trees) or non-living entities like objects. We also proposed that the attribution of emotions and complex mental states is key in understanding the involvement of these cognitive domains. In order to explore the form and content of these representations we used two different approaches. In the first study we used a qualitative methodology based on semi-structured interviews and qualitative content analysis. The aim of this study was to explore the structure of folk explanations underlying mental state attribution to a wide range of wild and domesticated animals. We found that the characteristics and behavioral expressions of animals, as well as the circumstances in which these behaviors occur, are key in the ascription of different mental states to animals. In the second study we assessed how the quality of mental states concepts influence the attribution of emotional and cognitive states to animals. Most concepts or lemmas, including words that represent mental states, have different characteristics according to the type of entity in the world that they stand for. Emotions, especially primary ones, possess a high imageability quality, which describes the degree to which people can form an image of it. Using a convenience sample that included urban and rural participants, we found that MS ratings scaled positively with similarity to humans, and even more so if the MS attributed were high in imageability. As hypothesized, familiarity with animals was only relevant for the attribution of the MS high in imageability. Finally -in a related paper in which I was invited to collaborate- we assessed the relation of stable anthropomorphic tendencies with wildlife value orientations and societal attitudes towards the lethal control of wildlife. Wildlife value orientations and anthropomorphic tendencies were assessed using established item scaling in a sample of 43,949 respondents from all 50 U.S. states. Anthropo-morphism was positively related to mutualists values and negatively related to domination values. It was also a significant predictor of mutualist wildlife value orientations which in turn had a significant negative effect on support for the lethal removal of carnivore involved in conflict with people. With this dissertation I put forward a new research agenda for the study of anthropomorphism by identifying some of its cognitive underpinnings, as well as a set of factors modifying its expression. This opens the avenue for new hypotheses and research questions spanning no only the study of social cognition in humans, but potentially, of other species as well.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Anthropomorphismus kognitiven Mechanismen Zuschreibung von mentale Zuständen Tiere Art der mentaler Zustandsdarstellungen Volkspsychologie
Schlagwörter
(Englisch)
Anthropomorphism cognitive mechanisms attribution of mental states animals quality of mental state representations folk-psychology
Autor*innen
Esmeralda Gabriela Urquiza Haas
Haupttitel (Englisch)
Mental state attribution to animals and objects
Hauptuntertitel (Englisch)
processes and associated factors
Paralleltitel (Deutsch)
Zuordnung mentalen Zuständen zu Tieren und Objekten
Paralleluntertitel (Deutsch)
Prozesse und damit verbundene Faktoren
Publikationsjahr
2021
Umfangsangabe
viii, 119 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Claus Lamm ,
Robert Mitchell
Klassifikation
> .99 Biologie: Sonstiges
AC Nummer
AC16554867
Utheses ID
61918
Studienkennzahl
UA | 794 | 685 | 437 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1