Detailansicht

Grenzenlos und unvorhersehbar
psychologische Implikationen zeitgenössischer Wissensarbeit
Julia Schöllbauer
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (DissG: Psychologie SoWi)
Betreuer*in
Christian Korunka
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.77799
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22429.00977.175425-0
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Flexibilisierung und Projektifizierung von Arbeit bringen nicht nur Wettbewerbs-vorteile für Organisationen, sie verändern auch das Erleben und Verhalten der Beschäftigten. Erstens löst Arbeitsflexibilität die zeitlichen und örtlichen Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit auf, und diese Entgrenzung brachte das Phänomen des technologiegestützten Arbeitens in der Freizeit hervor und verstärkte das Grübeln über die Arbeit in der Freizeit. Zweitens macht Projektifizierung die Arbeitsaufgaben und deren Durchführung zunehmend unvorhersehbar. In meiner Dissertation untersuche ich mittels eines systematischen Literaturreviews, welche Auswirkungen Arbeiten in der Freizeit auf das Wohlbefinden der Beschäftigten hat (Manuskript 1 und 2). Weiters untersuche ich mittels einer Paar-Tagebuchstudie, wie sich negatives und positives Grübeln über die Arbeit in der Freizeit auf die Aufmerksamkeit der Beschäftigten für Ihre Partner/innen und weiters auf die Beziehungszufriedenheit beider Partner/innen auswirkt (Manuskript 3). Schließlich stelle ich in Manuskript 4 Arbeitsunvorhersehbarkeit als zeitgenössischen Arbeitsstressor vor und zeige anhand der Ergebnisse einer Tagebuchstudie, dass Arbeitsunvorhersehbarkeit über eine verlängerte Stressreaktion die abendliche Ruhe und Gelassenheit der Beschäftigten verringert. Zusammengefasst zeigen meine Ergebnisse, dass durch Entgrenzung und Arbeitsun-vorher¬¬sehbarkeit die Beschäftigten noch jenseits ihrer Arbeitsstunden und -orte kognitiv, affektiv und verhaltensbezogen von ihrer Arbeit beeinflusst werden. Dieser Einfluss ist oft belastend, einige Aspekte der Entgrenzung können das Leben der Beschäftigten jedoch offenbar auch bereichern: Kontinuierliches Arbeiten in der Freizeit ist mit dem Gewinn kognitiver Ressourcen assoziiert und das Grübeln über die Arbeit in der Freizeit kann die Beziehungszufriedenheit sogar erhöhen, wenn die Partner/innen ihre arbeitsbezogenen Gedanken miteinander austauschen und somit einen dyadischen Copingprozess starten, der den psychologischen Bund zwischen ihnen stärkt.
Abstract
(Englisch)
Flexibilization and projectification of work do not only bring competitive advantages for organizations, they also change employees’ experiences and behaviors. First, work flexibility dissolves the temporal and spatial boundaries between work and leisure, and this boundarylessness gave rise to the phenomenon of technology-enabled work outside working hours and increased rumination about work. Second, projectification makes work tasks and their execution increasingly unpredictable. In my dissertation I use a systematic literature review to examine what effects work outside working hours has on employees’ wellbeing (Manuscript 1 and 2). Furthermore, I conducted a diary study among dual-earner couples to investigate how negative and positive rumination about work affect employees' attention to their partners and, in turn, the relationship satisfaction of both partners (Manuscript 3). Finally, in Manuscript 4, I present work unpredictability as a contemporary work stressor. By means of the results of a diary study I show that work unpredictability reduces employees' serenity in the evening after work via a prolonged stress response. In summary, my results show that through boundarylessness and work unpredictability, employees are cognitively, affectively, and behaviorally influenced by their work even beyond their working hours and locations. This influence is often distressing, but some aspects of boundarylessness can apparently also enrich employees' lives: Continuous work outside working hours is associated with the gain of cognitive resources, and ruminating about work can actually increase relationship satisfaction if partners share their work-related thoughts with each other, thus starting a dyadic coping process that strengthens the psychological bond between them.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Entgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit Arbeitsunvorhersehbarkeit Informations- und Kommunikationstechnologien Arbeitsstress Arbeitsgesundheit
Schlagwörter
(Englisch)
Boundarylessness between work and leisure work unpredictability information and communication technology occupational stress occupational health
Autor*innen
Julia Schöllbauer
Haupttitel (Deutsch)
Grenzenlos und unvorhersehbar
Hauptuntertitel ()
psychologische Implikationen zeitgenössischer Wissensarbeit
Paralleltitel (Englisch)
Boundaryless and unpredictable
Paralleluntertitel (Englisch)
psychological implications of contemporary knowledge work
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
IX, 226 Seiten : Diagramme
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Bettina Kubicek ,
Jürgen Glaser
Klassifikation
77 Psychologie > 77.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
AC Nummer
AC16462507
Utheses ID
62029
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 298 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1