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Identifizierungspflicht und Klarnamenzwang in Internetforen
Grundrechtliche Probleme einer "digitalen Ausweispflicht" am Beispiel des Entwurfs des Bundesgesetzes über Sorgfalt und Verantwortung im Netz
Markus Sagmeister
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Informations- und Medienrecht
Betreuer*in
Hans Peter Lehofer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.71438
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26845.00675.705261-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In den letzten Jahren hat sich bei der Kommunikation im Internet die stetig steigende Zahl von untergriffigen und mitunter rechtswidrigen Kommentaren zu einem zunehmenden Problem entwickelt. Als mögliches Mittel, um dem "Hass im Netz" entgegenzuwirken, wird oftmals die Einführung einer Identifizierungspflicht ins Spiel gebracht. Im Sinne einer "digitalen Ausweispflicht" sollen dabei sämtliche Nutzer von Diskussionsplattformen dazu verpflichtet werden, vorab ihre Identitätsdaten beim Plattformbetreiber zu hinterlegen. Bei der Variante einer Klarnamenpflicht wäre darüber hinaus auch die Verwendung von Pseudonymen bzw Nicknames nicht mehr erlaubt. Auf diese Weise soll die Anonymität in Foren beseitigt und die Identität der Verfasser von Hasspostings jederzeit festgestellt werden können. Befürworter der Anonymität hingegen sehen durch einen solchen Identifizierungszwang die Ausübung der freien Meinungsäußerung im Netz gefährdet. Im Jahr 2019 hat die damalige österreichische Bundesregierung mit dem Ministerialentwurf für ein "Bundesgesetz über Sorgfalt und Verantwortung im Netz" (SVN-G) erstmals den Entwurf eines vollständigen Gesetzes vorgelegt, das eine solche Identifizierungspflicht vorsieht. Auch wenn dieser Entwurf in der Folge nicht umgesetzt und auch von den Nachfolgeregierungen bis dato nicht mehr weiterverfolgt worden ist, bedeutet dies keinesfalls, dass die Einführung einer Klarnamen- bzw Identifizierungspflicht zukünftig ausgeschlossen ist, da die Forderungen nach gesetzlichen Maßnahmen gegen Hasspostings nicht verstummt sind. Das Ziel dieser Arbeit ist es daher, anhand einer umfangreichen Analyse und anschließender Grundrechtsprüfung am Beispiel des Ministerialentwurfs des SVN-G zu beurteilen, ob eine Identifizierungs- bzw Klarnamenpflicht ein geeignetes Mittel darstellt, um dem Problem "Hass im Netz" effektiv entgegenzuwirken und ob die Umsetzung einer solchen Maßnahme in Österreich möglich wäre, ohne dabei die Grundrechte der Bürger, welche die betroffenen Diskussionsforen nutzen, zu verletzten.
Abstract
(Englisch)
In recent years the steadily increasing number of malicious comments adversely affected the communication on the Internet. As a possible measure of counteracting hate speech the introduction of a mandatory identification for users of Internet forums is often suggested. Such a measure would require all users of affected online platforms to disclose their identities including their real names in advance to the platform operator in a mandatory registration process before commenting. With the variant of a so-called real-name system the use of pseudonyms or nicknames would also no longer be permitted. This would eliminate anonymity from Internet forums and as a result the identity of any user could easily be investigated. On the other hand, advocates for anonymity are voicing concerns that such mandatory identification would seriously jeopardize the exercise of freedom of expression on the Internet. In 2019 the then Austrian federal government for the first time presented the draft law for such a mandatory identification, the so-called "Federal Act on Diligence and Responsibility on the Web". Despite the fact that this draft was not subsequently pursued or implemented to this day, this does not mean that the introduction of an identification requirement or a real-name system can be ruled out in the future, as the discussions about legal measures against hate speech are still going on. Therefore, the aim of this thesis is, by assessing the draft of the "Federal Act on Diligence and Responsibility on the Web", to conduct an in-depth scrutiny for its conformity with fundamental rights, to evaluate whether a mandatory identification or a real-name system would be a viable measure to effectively counteract hate speech and whether the implementation of such a measure would be feasible in Austria without violating the fundamental rights of the citizens who use the affected online platforms.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Klarnamenpflicht Hasspostings Hass im Netz Digitale Ausweispflicht Identifizierungspflicht Internetforum Meinungsfreiheit Chilling Effect Overblocking
Autor*innen
Markus Sagmeister
Haupttitel (Deutsch)
Identifizierungspflicht und Klarnamenzwang in Internetforen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Grundrechtliche Probleme einer "digitalen Ausweispflicht" am Beispiel des Entwurfs des Bundesgesetzes über Sorgfalt und Verantwortung im Netz
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
X, 113 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hans Peter Lehofer
Klassifikationen
86 Recht > 86.45 Grundrechte ,
86 Recht > 86.55 Datenschutzrecht ,
86 Recht > 86.59 Medienrecht
AC Nummer
AC16561034
Utheses ID
62072
Studienkennzahl
UA | 992 | 942 | |
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