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Another’s pain in my brain - clarifying the specificity of shared representations of pain in empathy and prosocial behavior
Helena Hartmann
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium NAWI aus dem Bereich Naturwissenschaften (DissG: Psychologie NaWi)
Betreuer*in
Claus Lamm
DOI
10.25365/thesis.71413
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19014.15996.506346-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Empathie und prosoziales Verhalten sind grundlegende Fähigkeiten für den sozialen Zusammenhalt und die Bindung zwischen Menschen. Frühere Forschung konnte zeigen, dass wir den Schmerz anderer Personen nachempfinden, indem wir neuronale Prozesse aktivieren, die auch dann ablaufen, wenn wir selbst Schmerz empfinden – sogenannte ‚geteilte Repräsentationen‘. Kausale Belege für solche geteilten Repräsentationen konnten durch ausgeklügelte psychopharmakologische Manipulationen wie Placebo Analgesie gezeigt werden – die Reduktion eigener Schmerzwahrnehmung durch ein Placebo-Schmerzmittel. Placebo Analgesie verringerte sowohl subjektive Empathie Bewertungen als auch Gehirnaktivität innerhalb der affektiv-motivationalen Komponente der Schmerzverarbeitung, insbesondere in der anterioren Inselrinde und im anterioren, mittleren zingulären Kortex. Während bisherige Forschung zwar bereits die Grundlage für das Verständnis der Verarbeitung von Empathie im Gehirn geschaffen hat, bleiben mehrere entscheidende Fragen zur Spezifität geteilter Repräsentationen unbeantwortet. Die vorliegende, kumulative Dissertation verfolgte einen sozialneurowissenschaftlichen, multimethodischen Ansatz, um bestehende Erkenntnisse über die neuronalen Grundlagen von Empathie und prosozialem Verhalten im Bereich Schmerz zu erweitern. Ziel der Arbeit war es, das Konzept der geteilten Repräsentationen von eigenem Schmerz und Empathie für Schmerz durch die Kombination von Placebo Analgesie mit maßgeschneiderten experimentellen Designs, psychologischen Aufgaben und funktioneller Magnetresonanztomographie zu spezifizieren. Diese Dissertation umfasst drei empirische Studien, von denen zwei bereits veröffentlicht sind und eine bei einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift eingereicht wurde. In Studien 1 und 2 wurde mithilfe zweier klassischer Empathie Aufgaben untersucht, ob geteilte Repräsentationen neben der affektiv-motivationalen auch die sensorisch-diskriminative Komponente der Schmerzverarbeitung nutzen. Die Ergebnisse replizierten überlappende Hirnaktivität in der affektiv-motivationalen Komponente bei eigenem Schmerz und Empathie für Schmerz, gaben aber keine Hinweise auf geteilte, somatosensorische Repräsentationen. Dies deutet darauf hin, dass Empathie für Schmerz eher auf dem Teilen des allgemeinen affektiven Zustands Anderer beruht als auf dem spezifischen somatosensorischen Zustand. Studie 3 untersuchte darauf aufbauend, ob die schmerzsenkende Wirkung von Placebo Analgesie neben einer Verringerung der Schmerzempathie auch das prosoziale Verhalten beeinflusst. Wenn Versuchspersonen die Schmerzen einer anderen Person durch körperliche Anstrengung reduzieren konnten, trafen Personen unter dem Einfluss von Placebo Analgesie weniger prosoziale Entscheidungen (abhängig davon, wie sehr sie in einer bestimmten Situation helfen konnten), halfen weniger schnell und strengten sich beim Helfen weniger an als Kontrollpersonen mit unveränderter Schmerzempfindlichkeit. Darüber hinaus waren subjektive unangenehme Gefühle beim Beobachten der anderen Person, welche schmerzhafte elektrische Stimulationen bekam, mit mehr prosozialen Entscheidungen assoziiert. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine verringerte Schmerzempfindlichkeit nicht nur die Art und Weise beeinflusst, wie wir den Schmerz anderer wahrnehmen und teilen, sondern auch unsere soziale Motivation und Verhalten. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind wichtig, um besser zu verstehen, wie Empathie im Gehirn entsteht, verarbeitet wird und wie dies mit prosozialem Verhalten zusammenhängt.
Abstract
(Englisch)
Empathy and prosocial behavior are crucial skills for social cohesion and bonding among individuals. Previous research has highlighted that we come to empathize with the pain of other individuals by activating neural processes that are also engaged when we feel pain ourselves – so-called ‘shared representations’. Causal evidence for such shared representations has been shown through sophisticated psychopharmacological manipulations such as placebo analgesia – the downregulation of one’s own pain by means of a placebo painkiller. Placebo analgesia reduced both subjective ratings for pain empathy as well as decreased neural activation in the affective-motivational component of pain processing, namely in anterior insula, and anterior midcingulate cortex. While this research already set the basis for understanding how empathy is processed in the brain, several crucial questions that concern the specificity of shared representations between first-hand and empathy for pain remain unanswered. The present dissertation adopted a multi-method, social neuroscience approach to advance existing insights into the neural underpinnings of empathy and prosocial behavior in the domain of pain. It aimed to specify and extend the shared representations account of first-hand pain and empathy for pain, by combining placebo analgesia with tailored experimental designs, psychological tasks, and functional magnetic resonance imaging. This PhD thesis comprises three empirical studies, two already published and one submitted to a peer-reviewed journal. Studies 1 and 2 explored whether shared representations extend beyond the affective-motivational to the sensory-discriminative component of pain processing using two classic empathy for pain paradigms. The results replicated an overlap brain activity in the affective-motivational component but showed no evidence for somatosensory sharing. This suggests that empathy for pain may rely more on sharing another’s general affective, compared to their specific somatosensory state. Subsequently, Study 3 investigated whether the pain-reducing effect of placebo analgesia reaches beyond pain empathy up to influencing prosocial behavior. When given the opportunity to reduce the pain of another individual by exerting physical effort, people under the influence of placebo analgesia made fewer prosocial choices (dependent on how much they could help in a given situation), helped less quickly, and exerted less physical effort when helping, compared to control participants with unaltered pain sensitivity. Moreover, self-reported unpleasantness when observing the other person getting painful electrical stimulation was associated with more prosocial choices. These results showed that reduced pain sensitivity not only influences how we perceive and share others’ pain, but also critically affects our social motivation and behavior. The findings of this thesis are important for further understanding how empathy is represented in the brain and how it is connected to prosocial behavior.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Empathie prosoziales Verhalten Schmerz fMRT Placebo Analgesie Neurowissenschaft Psychologie
Schlagwörter
(Englisch)
Empathy prosocial behavior pain fMRI placebo analgesia neuroscience psychology
Autor*innen
Helena Hartmann
Haupttitel (Englisch)
Another’s pain in my brain - clarifying the specificity of shared representations of pain in empathy and prosocial behavior
Paralleltitel (Deutsch)
Der Schmerz Anderer in meinem Gehirn - Klärung der Spezifität geteilter Schmerzrepräsentationen bei Empathie und prosozialem Verhalten
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
295 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Claus Lamm
AC Nummer
AC16559081
Utheses ID
62261
Studienkennzahl
UA | 796 | 605 | 298 |
