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Die genetische Prädisposition der Religion anhand des MIDUS Datensatzes
Sebastian Konzett
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Evolutionäre Anthropologie
Betreuer*in
Martin Fieder
DOI
10.25365/thesis.71391
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11519.32062.392316-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Trotz einer steigenden Säkularisierung in der gegenwärtigen Welt des 21. Jahrhunderts, ist immer noch ein Großteil der Mitglieder aller Gesellschaften dieser Welt religiös. In Anbetracht dieser Mechanismen der Verbreitung von Glaubensstrukturen hat sich die Forschung innerhalb der Sozialwissenschaft lange Zeit auf alle möglichen Umweltfaktoren konzentriert, die hierbei eine Rolle spielen. Innerhalb der Verhaltensforschung, insbesondere dem Feld der sogenannten „Behaviour Genetics“ hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten die Sichtweise herauskristallisiert, dass es sowohl genetische als auch umweltbedingte Einflüsse sind, die diese Weitergabe und Verbreitung von Verhaltensmustern beeinflussen. Basierend auf diesen Ergebnissen, wurde nun in dieser Arbeit untersucht, zu welchem Grad eine genetische Prädisposition für drei Teilaspekte von Religiosität anhand eines Zwillingsdatensatzes gefunden werden kann. Mittels des US-amerikanischen MIDUS-Datensatzes wurden hierfür die Daten von insgesamt 852 Zwillingspaaren mithilfe von ACE-Modellen ausgewertet. Hierbei ließ sich, je nach betrachteter Variablen, ein genetischer Einfluss zwischen 23 und 28 Prozent finden. Der größte Anteil der Varianz kann jedoch für alle drei Teilaspekte durch die individuellen Umwelteinflüsse erklärt werden. Weitere interessante Ergebnisse dieser Arbeit sind die pleiotropen Effekte, die durch bivariate ACE-Modelle zwischen den hier betrachteten Religions-variablen und Variablen der Spiritualität und alternativen Heilmedizin gefunden werden konnten. Dies lässt darauf schließen, dass die gleichen biologischen Mechanismen, die die Religiosität beeinflussen, auch verschiedenen Konstrukten von Spiritualität zu Grunde liegen. Weiters wäre dies auch eine mögliche Erklärung für die wachsende Säkularisierung des Westens einerseits und andererseits die Zunahme verschiedenster New Age Spiritualismus Bewegungen in den gleichen Ländern.
Abstract
(Englisch)
Despite the currently increasing secularization of the West in the 21st century, the majority of the members of all societies of this world are still religious.
Within the social sciences, for a long time the mechanisms of the distribution and spread of faith were often traced back to possible environmental factors. But the new field of Behavior Genetics within Behavior Science showed that not only environmental factors, but also genetics play a part in the distribution of behavioral patterns. Based on these results, this paper investigates to which degree a genetic predisposition for three aspects of religiosity can be found using a twin data set. Using the American-based MIDUS Data Set, the data of 852 twin pairs was evaluated with the help of ACE models. The results show that there is a genetic influence of between 23 und 28 percent, depending on which variable was analyzed. The biggest part of the variance could be explained by individual environmental influences.
Other interesting results of this study are the pleiotropic effects that could be found in the bivariate ACE models between the religion variables considered here and spirituality and alternative healing medicine variables. This suggests that the same biological mechanisms which influence religiosity also determine different constructs of spirituality. Furthermore, this would also be a possible explanation for the growing secularization of the West, as well as the increase of various New Age spiritualism movements in the same countries on the other hand.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Genetische Prädisposition Religion MIDUS Datensatz
Schlagwörter
(Englisch)
Genetic predisposition Religion MIDUS dataset
Autor*innen
Sebastian Konzett
Haupttitel (Deutsch)
Die genetische Prädisposition der Religion anhand des MIDUS Datensatzes
Paralleltitel (Englisch)
The genetic predisposition of religion using the MIDUS dataset
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
46 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Martin Fieder
AC Nummer
AC16557165
Utheses ID
62436
Studienkennzahl
UA | 066 | 827 | |