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The global feminist strike 2021 in Italy
Claudia Tatangelo
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Individuelles Masterstudium Globalgeschichte
Betreuer*in
Patricia Zuckerhut
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.72099
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11800.49980.389275-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Obwohl das Empowerment der Frau seit mehr als 50 Jahren auf der globalen Agenda steht, gingen die Fortschritte bei der Gleichstellung der Frauen seit den 1970er Jahren mit einer Zunahme sozioökonomischer Ungleichheiten und der Etablierung einer neoliberalen Weltordnung einher. Diese Form eines neoliberalen globalen Feminismus hat eine genderbezogene Agenda durchgesetzt, die intersektionale Formen der Unterdrückung, welche Frauen und vergeschlechtlichte Subjektivitäten erfahren - wie etwa rassistische und klassenbezogene Unterdrückung - nicht berücksichtigt. Am 8. März 2017 schlossen sich mehrere feministische Bewegungen in verschiedenen Teilen der Welt dem globalen feministischen Streik an, was auf das Wiederaufleben einer oppositionellen, anti-neoliberalen Welle der feministischen Mobilisierung hindeutet, die bisher nur wenig untersucht worden ist. Das Hauptziel dieser Arbeit ist, festzustellen, inwieweit es feministischen Bewegungen, die sich um die Idee des globalen feministischen Streiks herum mobilisiert haben, gelingt, die hegemonialen Paradigmen des globalen Feminismus auf neoliberaler Grundlage in Frage zu stellen. Die italienische Bewegung Non Una di Meno (NUDM) und die Mobilisierung rund um den feministischen Streik 2021 wurden als Fallstudie herangezogen. Als studentische Aktivistin habe ich eine feministische dekoloniale Epistemologie und ein interdisziplinäres Forschungsparadigma angewendet, welche auf einem situierten, zirkulären und verkörperten Forschungsrahmen beruhen. Durch teilnehmende Beobachtung und Textanalyse wurden ethnografische Daten und Dokumente gesammelt und ausgewertet. Aus einer methodologischen Perspektive zielte diese Forschung darauf ab, die akademische Welt zu einem Ort der Spannung zwischen der potentiellen Radikalität einer bewusst politischen Epistemologie und dem Mainstreaming der feministischen dekolonialen Politik zu machen. Aus inhaltlicher Sicht gibt es drei Hauptergebnisse. Erstens reiht sich die NUDM-Bewegung analytisch in eine Tradition des feministischen Marxismus ein, der die Definitionen von Arbeit und Arbeitskampf erfolgreich neu formuliert, indem er unbezahlte und reproduktive Arbeit in den Mittelpunkt stellt und dazu beiträgt, das Konzept der Arbeiterklasse um historisch marginalisierte Subjekte zu erweitern. Zweitens wird der feministische Streik als Instrument zur Neubestimmung und Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt vorgeschlagen, und zwar durch eine Verbindung zu ökonomischer Gewalt und biokapitalistischer Ausbeutung. Im Kontext einer globalen rassischen und geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung und der verschwindenden Unterscheidung zwischen Lebenszeit und Arbeitszeit stellt sich der feministische Streik "für das Leben" Herausforderungen, die traditionell sowohl von der Frauen- als auch von der Arbeiter*innen- und Migrant*innenbewegung übersehen wurden. Schließlich betreibt NUDM eine politische Analyse, die sich der Überschneidung von geschlechtsspezifischen und rassistischen Kategorien bewusst ist und eine Grundlage für den Aufbau einer globalen Solidarität auf der Basis des Antikapitalismus bietet.
Abstract
(Englisch)
Women’s empowerment has been on the agenda of the global establishment for more than 50 years, but the progress in women’s equality since the 1970s has happened in parallel with increases in socio-economic inequalities and the establishment of a neoliberal world order. This form of neoliberal global feminism has mainstreamed a gender agenda that does not take into consideration the intersectional forms of oppression that women and gendered subjectivities experience, such as racial and classist oppression. On the 8th of March 2017 several feminist movements in different parts of the world adhered to the global feminist strike, suggesting the resurgence of an oppositional, anti-neoliberal wave of feminist mobilization that has not been extensively studied until now. The primary aim of this thesis is to determine to what extent feminist movements that have mobilized around the idea of the global feminist strike manage to challenge the hegemonic paradigms of neoliberal global feminism. The Italian Non Una di Meno (NUDM) movement and the mobilization around the feminist strike 2021 was taken as a case study. As a student-activist, I propose a feminist decolonial epistemology and an interdisciplinary research paradigm which are based upon a situated, circular, and embodied research framework. Through participant observation and textual analysis, ethnographic data and documents were gathered and analyzed. From a methodological perspective, this research aimed at making academia a place of tension between the potential radicality of a politically informed epistemology and the mainstreaming of feminist decolonial politics. From the point of view of the content, there are three main findings. First, analytically the NUDM movement inserts itself in a tradition of feminist Marxism that successfully reformulates the definitions of work and labour strike, centering unpaid and reproductive work, contributing to the expansion of the concept of working class by adding subjects that have been historically marginalized. Second, it proposes the feminist strike as a tool to re-signify and counter gender violence through a connection to economic violence and bio-capitalist exploitation. In the context of a racial and gender global division of labour and the disappearance of the distinction between life-time and work-time the feminist strike ‘for life’ combines challenges that have traditionally been separated among the feminist, workers’ and migrants’ movements. Lastly, NUDM engages in a political analysis that, while conscious of the intersection of gendered and racialized categories, provides grounds to build global solidarity on the basis of anti-capitalism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Feminismus globaler Feminismus neoliberal Streik feministischer Streik globaler feministischer Streik non una di meno feministische Bewegung Ethnographie dekolonial
Schlagwörter
(Englisch)
feminism global feminism neoliberal strike feminist strike global feminist strike non una di meno feminist movement ethnography decolonial
Autor*innen
Claudia Tatangelo
Haupttitel (Englisch)
The global feminist strike 2021 in Italy
Paralleltitel (Deutsch)
Der globale feministische Streik 2021 in Italien
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
121 Seiten : Illustration
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Patricia Zuckerhut
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.00 Geschichte: Allgemeines ,
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.67 Italien ,
71 Soziologie > 71.00 Soziologie: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.11 Gesellschaft ,
71 Soziologie > 71.33 Frau ,
71 Soziologie > 71.38 Soziale Bewegungen ,
71 Soziologie > 71.60 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Allgemeines ,
71 Soziologie > 71.61 Diskriminierung ,
71 Soziologie > 71.80 Sozialpolitik: Allgemeines ,
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie ,
89 Politologie > 89.00 Politologie: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.62 Politische Bewegungen
AC Nummer
AC16600324
Utheses ID
62794
Studienkennzahl
UA | 067 | 805 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1