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Soziale Konstruktion von Demenz in Österreich
eine diskursanalytische Medienanalyse zur Repräsentation und Wahrnehmung von Demenz
Michaela Figlhuber
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Gerhard Tucek
DOI
10.25365/thesis.71562
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12448.50094.428839-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Dementielle Erkrankungen stellen eine Herausforderung für die Gesellschaft dar, da laut Prognosen die Zahl der Erkrankungen ansteigend ist und bislang keine Heilung, aber auch kein gesamtgesellschaftlich inklusiver Umgang gefunden werden konnte. Mit Stephen POSTs Ansatz, dass die Ursache für die Stigmatisierung von Demenz in den hyperkognitiven Werten der westlichen Gesellschaft liege, wird versucht aufzuzeigen, dass deswegen eine Integration nicht gelingen kann. Die Massenmedien sind wesentlich an der Vervielfältigung und Verbreitung von medikalisierten und defizitorientierten Darstellungen von Demenz, die sich vorwiegend auf spätere Stadien der Erkrankung beziehen, beteiligt. Ebenso tragen negative Altersstereotype und Krankheitsvorstellungen sowie eine Intoleranz gegenüber Ambiguität zu einer diskriminierenden Konzeption von Demenz bei. Deswegen soll im Sinne von Kenneth GERGEN sowie Peter BERGER und Thomas LUCKMANN die soziale Konstruktion von Demenz anhand wirklichkeitsformender Symbole und Metaphern erforscht werden. Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, aufzuzeigen, welche Metaphern im Zeitraum 2009 bis 2020 in österreichischen Medien und von Menschen mit Vergesslichkeit sowie von An-/Zugehörigen verwendet wurden, ob diese stigmatisierend sind und welche gesellschaftlichen Leitwerte dahinterstehen. Dafür wurde eine diskursanalytische systematische Metaphernanalyse nach Rudolf SCHMITT durchgeführt. Der Quellenkorpus besteht aus Online-Artikeln von derStandard.at, Krone.at, MeinBezirk.at, den Spielfilmen Die Auslöschung, Der letzte Tanz und Für dich dreh ich die Zeit zurück, den Dokumentarfilmen Ilse, wo bist du?, DEMENZ – Begegnung in anderen Welten und Alzheimer: Essen gegen das Vergessen, den Erfahrungsberichten Alter Vogel, flieg!: Tagebuch einer pflegenden Tochter, Der Alte König in seinem Exil, Ja zum Leben trotz Demenz!: Warum ich kämpfe, Greta ist nicht mehr: Einblick in ein Leben mit Demenz. Tagebuchaufzeichnungen eines pflegenden Angehörigen und Gut leben mit Demenz: Betroffene & Angehörige kommen zu Wort sowie Interviews mit Menschen mit Vergesslichkeit. Das Fazit ergab, dass 75% aller Demenzrepräsentationen defizitorientiert (Verlust, Rückentwicklung, Abwesenheit, Katastrophe/Gefahr, Niedergang, gefräßiges und gefährliches Tier) und somit beängstigend und stigmatisierend sind. Die anderen 25% sind potentialorientiert und daher entstigmatisierend. Dies bedeutet, dass Menschen mit dementiellen Erkrankungen durch verlustbetonte Darstellungen ausgegrenzt und diskriminiert werden und dass Darstellungen, die Fähigkeiten und Ressourcen in den Mittelpunkt rücken, Inklusion und Teilhabe möglich machen. Entscheidend für einen entstigmatisierenden Umgang ist, dass Betroffene gehört und einbezogen werden.
Abstract
(Englisch)
Dementia diseases represent a challenge for society, due to the forecast increase in the number of illnesses and the fact, that no prospect cure has been found yet. Also, no inclusive dealing with dementia in society as a whole could be established. With Stephen POST’s approach, that the reason for the stigmatisation of dementia lies in the hypercognitive values of the western society, I try to show, that on account of this integration won’t succeed. The mass media substantially are involved in the reproduction and distribution of medicalised and deficit-oriented representations of dementia, which predominantly refer to later stages of the illness. Negative aging stereotypes and notions of illness plus the intolerance against ambiguity contribute to a discriminating conception of dementia as well. For this reason, I explore in terms of Kenneth GERGEN as well as Peter BERGER and Thomas LUCKMANN the social construction of dementia through reality-forming symbols and metaphors. The aim of this master’s thesis is, to show, which metaphors were used from 2009 to 2020 by Austrian media and by people with forgetfulness as well as relatives, and if they are stigmatising plus what kind of societal key values lie behind them. Therefore, a discourse analytical systematic metaphor analysis according to Rudolf SCHMITT was undertaken. The corpus of sources includes online articles from derStandard.at, Krone.at, MeinBezirk.at, the feature films Die Auslöschung, Der letzte Tanz and Für dich dreh ich die Zeit zurück, the documentary films Ilse, wo bist du?, DEMENZ – Begegnung in anderen Welten and Alzheimer: Essen gegen das Vergessen, the testimonials Alter Vogel, flieg!: Tagebuch einer pflegenden Tochter, Der Alte König in seinem Exil, Ja zum Leben trotz Demenz!: Warum ich kämpfe, Greta ist nicht mehr: Einblick in ein Leben mit Demenz. Tagebuchaufzeichnungen eines pflegenden Angehörigen and Gut leben mit Demenz: Betroffene & Angehörige kommen zu Wort as well as interviews with people with forgetfulness. The result showed, that 75% of all dementia representations were deficit oriented (loss, regression, absence, catastrophe/danger, decline, voracious and dangerous animal) and hence are frightening and stigmatising. The other 25% are potential-oriented and so destigmatising. This means, that people with dementia diseases are excluded and discriminated by loss accented representations and that portrayals, which bring abilities and resources into focus make inclusion and participation possible. Crucial for a destigmatising dealing is, that affected people are being heard and get involved in decisions.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Demenz Sozialer Konstruktionismus Diskursanalyse Medienanalyse Metaphern Massenmedien Film Hyperkognitivismus
Schlagwörter
(Englisch)
dementia social constructionism discourse analysis media analysis metaphors mass media film hypercognitivism
Autor*innen
Michaela Figlhuber
Haupttitel (Deutsch)
Soziale Konstruktion von Demenz in Österreich
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine diskursanalytische Medienanalyse zur Repräsentation und Wahrnehmung von Demenz
Paralleltitel (Englisch)
Social construction of dementia in Austria
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
142 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Gerhard Tucek
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.37 Film, Video ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.25 Soziolinguistik: Sonstiges ,
44 Medizin > 44.06 Medizinsoziologie ,
71 Soziologie > 71.36 Alterssoziologie ,
71 Soziologie > 71.64 Abweichendes Verhalten ,
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie ,
73 Ethnologie > 73.40 Sozialethnologie: Allgemeines ,
73 Ethnologie > 73.64 Sprache, Kommunikation ,
73 Ethnologie > 73.71 Recht, Normen ,
73 Ethnologie > 73.95 Zeichen, Symbole ,
77 Psychologie > 77.60 Sozialpsychologie: Allgemeines
AC Nummer
AC16566644
Utheses ID
62809
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
