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Ein Für und Wider - Einsatz von technischen Assistenzsystemen in der akutstationären Pflege
Michaela Preissegger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Pflegewissenschaft
Betreuer*in
Berta Schrems
DOI
10.25365/thesis.71459
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18640.80767.172361-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Die zunehmende Digitalisierung im Gesundheitswesen wird oftmals als Antwort auf Fragen zu Personalmangel, Zeitdruck und Arbeitsverdichtung gesehen. In Bezug auf Pflege kommen vielfach technische Assistenzsysteme im Sinne von Active and Assisted Living Technologien zum Einsatz. Diese Hilfsmittel wurden ursprünglich dafür entwickelt, vor allem älteren Personen das Leben zu Hause möglichst lange zu ermöglichen. Sie werden mittlerweile aber auch im stationären Pflegebereich verwendet, wo Pflegepersonen die Anwender*innen von technischen Assistenzsystemen sind. Zur erfolgreichen Anwendung von digitalen Technologien werden spezielle Fertigkeiten und wird Wissen benötigt, und nicht immer werden die Systeme wie vorgesehen eingesetzt. Neben Pflegepersonen haben auch Personen im Pflegemanagement eine wichtige Aufgabe bei der Unterstützung bezüglich des Einsatzes von technischen Assistenzsystemen. Zudem spielt es eine Rolle, inwiefern digitale Kompetenzen bereits in der Ausbildung vermittelt werden. Ziel: Die Arbeit zielt darauf ab, eine umfassende Sichtweise über die Akzeptanz und den Einsatz von technischen Assistenzsystemen sowie über Hürden und Potentiale bei der Implementierung im Setting Krankenhaus zu generieren. Dies geschieht durch das Einbeziehen von Sichtweisen von Pflegepersonen und Personen im Pflegemanagement sowie der Ausbildungsperspektive. Methode: Im Rahmen einer multiperspektivischen Studie wurden insgesamt 15 leitfadengestützte Einzelinterviews mit Pflegepersonen, Personen in pflegerischen Managementpositionen und Lehrpersonen in der theoretischen Grundausbildung von Pflegepersonen geführt. Die Datenauswertung erfolgte anhand einer Themenanalyse nach Froschauer und Lueger (2020). Weiters wurde eine systematische Internetrecherche zu Ausbildungscurricula der pflegerischen Grundausbildungen in Österreich durchgeführt. Die identifizierten Curricula wurden im Hinblick auf Ausbildungsinhalte mit Bezug zu Digitalisierung analysiert. Ergebnisse: Alle drei Personengruppen berichteten von positiven wie auch negativen Aspekten in Bezug auf technische Assistenzsysteme in der Pflege, wie etwa Arbeitserleichterung, aber auch zusätzlicher Aufwand, Lärmbelastung und langsame Veränderungen. Weitere Themen sind Prozessveränderungen, Generationenunterschiede, den Überblick bewahren, die Rolle der direkten Vorgesetzten und Kompetenzerweiterung. An Erwartungen zu technischen Assistenzsystemen bestehen die Verbesserung vorhandener Systeme, eine fehlerfreie Funktion und einfache Handhabung wie auch Schnittstellenverknüpfungen. Die Themen haben bei den unterschiedlichen Personengruppen teilweise unterschiedliche Ausprägungen. Technische Assistenzsysteme werden individuell, standardisiert oder nach ärztlicher Anordnung eingesetzt und dienen der Patient*innen- und Mitarbeiter*innensicherheit. Die Implementierung und Verwendung von technischen Assistenzsystemen ist mit Recherche und Schulungen verbunden. Aus der Internetrecherche geht hervor, dass in der Grundausbildung von Pflegeassistent*innen und Pflegefachassistent*innen EDV-Unterricht und in der Grundausbildung von Diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger*innen das Unterrichtsfach Elektronische Datenverarbeitung, fachspezifische Informatik, Statistik und Dokumentation gesetzlich vorgeschrieben sind. Darüber hinaus gibt es weiterführende, vom Ausbildungsstandort abhängige Ausbildungsinhalte wie etwa telemedizinische Applikationen oder Entwicklungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Ein Austausch zu Digitalisierung zwischen theoretischen Ausbildungseinrichtungen und Praxisstätten findet bisher kaum oder nicht statt. Schlussfolgerungen: Die Arbeit zeigt, dass es bei der Anwendung von technischen Assistenzsystemen als Beispiel von Digitalisierung Schnittstellen zwischen den Pflegepersonen als Anwender*innen, dem Pflegemanagement und der Ausbildung gibt. Die Praxis-Forschungs-Zusammenarbeit muss noch stärker forciert werden, um die genannten Nachteile von technischen Assistenzsystemen beheben zu können. Bezüglich der Einsatzszenarien von technischen Assistenzsystemen gibt es vor allem auf Normalstationen kaum standardisierte Vorgehen, sondern sie werden in erster Linie individuell eingesetzt. An die Lehre besteht die Anforderung, die Ausbildungsinhalte an den Fortschritt der Digitalisierung laufend anzupassen und den Theorie-Praxis-Austausch in Bezug auf Digitalisierung auszubauen.
Abstract
(Englisch)
Background: Increasing digitalisation in nursing is seen as response to problems such as staff reduction, time pressure, and work intensification. However, special skills and knowledge are also required to use digital technologies. In terms of care, technical assistive systems in sense of active and assisted living technologies are often used. These aids were originally developed to enable especially elderly people to live at home as long as possible, but they are also used in inpatient care settings. There, nurses are the users of technical assistive systems. Special skills and knowledge are needed to successfully use digital technologies, and not always the systems are used as intended. Here, nurse leaders can support nurses in the use of technical assistive systems. Furthermore, it makes a difference if digital skills are already taught in nursing education. Aim: Aim of the study is to generate a comprehensive view on the acceptance and use of technical assistance systems as well as on obstacles and potentials in the implementation in the hospital setting. This is done by including the views of nurses and persons in the nursing management as well as the perspective of education. Methods: Within the framework of a multi-perspective study, 15 qualitative interviews were conducted with nurses, persons in the nursing management and teachers for nursing educations. Furthermore, internet research for curricula of nursing education was carried out. Data analysis was performed by the method of thematic analysis of Froschauer und Lueger (2020). Furthermore, a systematic internet research was conducted to identify curricula for nursing education in Austria. The identified curricula were analysed with regard to educational content related to digitalisation. Results: All three groups reported positive as well as negative aspects regarding technical assistance systems in nursing such as making work easier, but also additional effort, noise pollution and slow changes. Other topics are process changes, generation differences, maintaining an overview, the role of leaders and competence enhancement. Expectations of technical assistance systems include the improvement of existing systems, error-free functionality and simple handling as well as interface connections. The topics had partly different characteristics for the different interviewed groups. Technical assistance systems are used individually, in a standardised way or according to a physician’s order and serve to ensure patient and staff safety. The implementation and use of technical assistance systems is associated with research as well as training. The internet research shows that there are legal foundations in nursing education, including for example IT lessons and further education content on the topic of digitalisation, depending on the training centre, such as telemedical applications or developments in digitalisation in healthcare. There is little or no cooperation between nursing schools and hospitals regarding digitalisation. Conclusion: The study shows that there are connections between the views of nurses as users, care management and education in the application of technical assistance systems as an example of digitalisation. Practice-research cooperation must be intensified in order to eliminate the disadvantages of technical assistance systems. With regard to the application scenarios of technical assistance systems, procedures are hardly standardised, especially on normal wards, but the systems are often used individually There is a requirement for nursing education to adapt the education content to the progress of digitalisation and to increase the theory-practice interaction regarding digitalisation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Technische Assistenzsysteme Digitalisierung akutstationäre Pflege
Schlagwörter
(Englisch)
technical assistance systems digitalisation hospital
Autor*innen
Michaela Preissegger
Haupttitel (Deutsch)
Ein Für und Wider - Einsatz von technischen Assistenzsystemen in der akutstationären Pflege
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
118 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Berta Schrems
AC Nummer
AC16562280
Utheses ID
62897
Studienkennzahl
UA | 066 | 330 | |
