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Gebärdensprachdolmetschen im Bildungsbereich
eine Erhebung zur Arbeitssituation von GebärdensprachdolmetscherInnen im postsekundären Bildungsbereich
Barbara Rainer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
DOI
10.25365/thesis.6978
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30415.24239.107954-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Knapp 0,1% der österreichischen Bevölkerung (ca. 9.100 Menschen) ist gehörlos. Gehörlose Kinder oder Jugendliche werden in Österreich in der Regel in Gehörlosenschulen unterrichtet, oder sie besuchen sogenannte integrativ geführte Schulen. Die meisten österreichischen Gehörlosenschulen halten sich auch heute noch bei der Umsetzung ihrer pädagogischen Maßnahmen an die Richtlinien des Mailänder Kongresses von 1880 und versuchen, gehörlose Kinder mittels oraler Kommunikation zu unterrichten. Dies hat zur Folge, dass viele Kinder und Jugendliche in wesentlichen Bereichen enorme Entwicklungsrückstände aufweisen und emotionale, kognitive und soziale Fertigkeiten nur insoweit entwickeln können, als sie dies unter Einsatz ihrer stark eingeschränkten lautsprachlichen Fähigkeiten bewältigen. Weder ÖGS noch Deutsch sind in ausreichendem Maße vermittelt worden. Das Vorenthalten von ÖGS in Bildung und Erziehung hat zahlreiche Auswirkungen auf die Lebensrealitäten und Lebensqualitäten gehörloser Menschen. Der Zugang zu höherer Bildung bleibt vielen von ihnen aufgrund einer sehr schlechten Schulbildung (im Pflichtschulbereich) verwehrt. Nur wenige gehörlose Jugendliche schlagen eine höhere Schullaufbahn ein und erreichen unter Einsatz von GebärdensprachdolmetscherInnen die Matura.
Von den derzeit 76 zertifizierten GebärdensprachdolmetscherInnen in Österreich arbeiten nur einige wenige im Bildungsbereich. Bisher gab es in Österreich keinerlei Untersuchungen darüber, wie sich das Dolmetschangebot im postsekundären Bildungssektor (AHS, BS, BHS, HTL, etc.) gestaltet. Die vorliegende Erhebung ist deshalb die erste, in der dieser Bereich eine nähere Betrachtung erfährt. Um die Ist-Situation der Dolmetscharbeit, vor allem für den Raum Wien zu beschreiben, und somit einen Einblick in die Arbeitssituation von GebärdensprachdolmetscherInnen im postsekundärem Bildungsbereich zu gewinnen, wurden Interviews mit DolmetscherInnen (10 ExpertInneninterviews) geführt, die über Erfahrungen mit dem Dolmetschen im Bildungssektor verfügen. Probleme und ev. Missstände sollen aufgezeigt werden, Wünsche, Verbesserungsvorschläge sowie eventuelle erste Schritte in Richtung Realisierung dieser Wünsche erhoben werden.
Die Studienergebnisse zeigen, dass die PraktikerInnen im postsekundären Bildungsbereich - abgesehen von den meist schlechten bis gar nicht vorhandenen ÖGS-Kompetenzen der SchülerInnen (Resultat der bisherigen schulischen Maßnahmen, Mangel an Frühförderungsmaßnahmen) - auf ungünstige Rahmenbedingungen wie mangelnde Aufklärung seitens der LehrerInnen bezüglich der Probleme Gehörloser, Verwischung des Rollenbildes (DolmetscherIn ≠ HilfslehrerIn bzw. HelferIn), knappe Budgetierung der Dolmetschleistungen für SchülerInnen, Probleme bei der Organisation u.v.m. stoßen.
Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich ein Reformbedarf für die Arbeitsbedingungen der GebärdensprachdolmetscherInnen im Bildungsbereich erkennen und konkrete Vorschläge und Ideen lassen sich ableiten, die am Ende der Erhebung in Form eines Hauptanliegen-Kataloges der GebärdensprachdolmetscherInnen präsentiert werden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Gebärdensprachdolmetschen Bildungsbereich Integration gehörlos
Autor*innen
Barbara Rainer
Haupttitel (Deutsch)
Gebärdensprachdolmetschen im Bildungsbereich
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Erhebung zur Arbeitssituation von GebärdensprachdolmetscherInnen im postsekundären Bildungsbereich
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
163 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.45 Übersetzungswissenschaft ,
80 Pädagogik > 80.29 Hörgeschädigtenpädagogik ,
81 Bildungswesen > 81.11 Recht auf Bildung ,
81 Bildungswesen > 81.21 Soziale Ungleichheit im Bildungswesen ,
81 Bildungswesen > 81.77 Sekundarstufe II ,
81 Bildungswesen > 81.78 Berufsbildendes Schulwesen
AC Nummer
AC07962805
Utheses ID
6308
Studienkennzahl
UA | 324 | 348 | 351 |
