Detailansicht
Taking diaries and analyzing every word
why NSA and GCHQ practices invade our privacy
Sebastian Sattlecker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophy and Economics
Betreuer*in
Hans Bernhard Schmid
DOI
10.25365/thesis.72023
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27201.64835.629925-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der jüngsten Vergangenheit hat das Thema Privatsphäre in der öffentlichen Debatte viel Aufmerksamkeit erfahren. Vor allem die der sogenannten „Snowden Enthüllungen“, die ein starkes Bild davon lieferten wie staatliche Agenturen, wie NSA und GCHQ, heute den Datenverkehr im Internet überwachen. Die Frage, ob diese Praktiken die Privatsphäre der überwachten Individuen verletzen dient als Ausgangspunkt für diese Arbeit. Wird Privatsphäre als limitierter Zugang zu persönlichen Informationen verstanden, dann scheint digitale Überwachung akzeptabel, solange keine Personen die Information lesen. Wird Privatsphäre als Kontrolle über persönliche Informationen verstanden, dann verletzt die Überwachung und vor allem das Sammeln solcher Informationen die Privatsphäre der Individuen. Diese Masterarbeit trägt auf mehrere Arten zur philosophischen Diskussion über Privatsphäre bei. Zunächst wird genauer beleuchtet ob Definitionen von Privatsphäre als Kontrolle wirklich unsere Intuitionen zu zwei zentralen Arten von Beispiel-Fällen aus der Literatur einfangen können. Aufbauend auf diesen Beispielen und Variationen dieser Beispiele werden Probleme für Kontroll-Definitionen aufgezeigt. Eine bedeutende Schlussfolgerung ist, dass das freiwillige Teilen von Information nur dann Privatsphäre schützt, wenn Individuen Voraussetzungen erfüllen, die über bloße Kontrolle hinausgehen. Im nächsten Abschnitt kehren wir zurück zum Ausgangspunkt der Debatte, und betrachten eine gemeinsame Annahmen der beiden Seiten in der aktuellen philosophischen Debatte: Auf persönliche Information wird nur dann in einem relevanten Sinn zugegriffen, wenn menschliche Individuen diese lesen, sichten, oder in einer anderen Weise verarbeiten. Auf Literatur zur erweiterten Handlungsfähigkeit (extended agency) zurückgreifend wird klar dargestellt, dass diese Annahme nicht überzeugend ist. Werkzeuge sind ein ständiger Begleiter des Menschen. Die Verwendung dieser Werkzeuge wird jedoch nicht als beschränkender Faktor für menschliches Handeln gesehen, sondern als erweiternder. In Fällen von digitaler Überwachung sollten die verwendeten Maschinen demnach nicht als getrennt betrachtet werden, sondern als Teil eines erweiterten Akteurs, der aus menschlichen und technologischen Teilen besteht. Diese Akteure können in einem relevanten Sinn auf Informationen zugreifen, selbst wenn keine menschlichen Individuen die Information innerhalb der Grenzen ihrer Körper verarbeiten. Schließlich soll auch eine weitere Annahme genau betrachtet werde, die in der öffentlichen Debatte implizit angenommen wird, aber auch in der philosophischen gefunden werden kann: Privatsphäre, als Kontrolle verstanden, schütze die Verhandlungsmacht von Individuen, und somit ihr ökonomisches Wohlergehen. Durch einen Blick auf ökonomische Analysen, die sich mit Asymmetrien und Absenzen von relevanter Information befassen, wird klar, dass private Information in der Ökonomie selten als vorteilhaft gesehen wird. Vielmehr führen diese oft zu Marktversagen, also zur Verminderung der möglichen Profite. Per Definition ist die Privatsphäre der Individuen in solchen Fällen jedoch gewahrt.
Abstract
(Englisch)
In the recent past privacy has gained a lot of attention of the general public, mostly as a consequence of the so-called “Snowden Revelations”, offering a strong picture of US and UK governing bodies surveilling most of today’s internet traffic. The question whether this surveillance is invading individuals’ privacy presents a starting point for the philosophical discussion forming the basis for this work. If privacy is limited access to personal information, then surveillance seems acceptable, as long as no human person reads the information that is being collected. If privacy is control over personal information, then surveillance diminished privacy. This master thesis contributes to the philosophical debate around privacy in multiple ways. First, by revisiting two central kinds of cases form the literature, and sometimes presenting novel modifications of them, the plausibility of two kinds of control accounts is tested, and some remaining problems are pointed out. Most importantly, cases in which individuals voluntarily share information require some limiting conditions over and above having control over information. Returning to the initial starting point, a common assumption of both sides of the recent debate is identified: Both sides assume that information is only accessed in the relevant sense, when human individuals read it, see it, or process it in some other way. By drawing on literature about extended agency, it becomes clear that this assumption is quite implausible. Humans use tools all the time and this is seldom seen to diminish their agency, but rather to extend it beyond their prior capacities. Therefore, in cases like digital surveillance, the nonhuman parts of extended agents are to be seen as accessing personal information before the individual humans have received the processed information. They can thus diminish privacy without human agents processing the relevant personal information within the boundaries of their body. Finally, this thesis also evaluates a claim that has not only been implicit in much of the public debate around privacy, but can also be found in the philosophical literature. Namely, that privacy, understood as control about personal information, also protects the economic welfare of individuals because it protects their bargaining power. Drawing on economic analysis, however, it becomes clear that keeping information private is seldom seen as advantageous by the economist. Rather, asymmetries in relevant information often lead to market failure, i.e. feasible profits being diminished. Still, per definition, privacy is maintained in such situations.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Privatsphäre Datenschutz Privacy NSA Limitierter Zugang Kontrolle
Schlagwörter
(Englisch)
Privacy Data Protection NSA Limited Access Control
Autor*innen
Sebastian Sattlecker
Haupttitel (Englisch)
Taking diaries and analyzing every word
Hauptuntertitel (Englisch)
why NSA and GCHQ practices invade our privacy
Paralleltitel (Deutsch)
Tagebücher entwenden und jedes Wort analysieren
Paralleluntertitel (Deutsch)
warum NSA und GCHQ Praktiken Privatsphäre verletzen
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
61 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Hans Bernhard Schmid
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.45 Politische Philosophie ,
08 Philosophie > 08.99 Philosophie: Sonstiges
AC Nummer
AC16597724
Utheses ID
63281
Studienkennzahl
UA | 066 | 642 | |
