Detailansicht

Better together? Eine Analyse der Perzeption der USA und Russlands von multilateralen nuklearen Rüstungskontrollregimen
Melina Sophie Lorenz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Heinz Gärtner
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.71064
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14138.81252.209351-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In dieser Masterarbeit werden die Positionen der USA und der russischen Föderation zum Umfassenden Testverbotsvertrag (CTBT), zum Atomwaffenverbotsvertrag (TPNW) sowie zu einer Politik des Verzichts auf den nuklearen Erstgebrauch (NFU-Politik) hinsichtlich der Forschungsfrage analysiert, wie die Perzeption der USA und Russland zu diesen Verträgen bzw. Politiken ist und wie diese sich erklären lässt. Auf Basis einer Literatur- und Dokumentenanalyse werden die Fallbeispiele anhand der Theorie des Konstruktivismus analysiert. In Bezug auf den CTBT unterscheiden sich die Wahrnehmungen der USA und Russlands. Grundsätzlich waren die USA bislang nicht zu einer Selbstbeschränkung im Rahmen des CTBT bereit, da sie die Absichten Russlands und anderer Staaten nicht sicher vorhersagen können. Russland nahm die Ratifizierung des CTBT als Chance wahr, strategische Vorteile gegenüber den USA zu erzielen und sich als vertrauenswürdigerer internationaler Akteur zu profilieren, um die Fremdwahrnehmung Moskaus zu verbessern und das collective self-esteem zu stärken. Die Untersuchung der Perzeptionen des TPNW zeigt, dass sich weder in den USA noch in Russland ein Wandel in der nationalen Identität beobachten lässt. Der TPNW wird als Gefahr nicht nur für die nationale Sicherheit, sondern für die Sicherheit des internationalen Systems wahrgenommen. Auch wenn beide Staaten die Norm einer atomwaffenfreien Welt teilen und sich des gemeinsamen Schicksals und der Interdependenz der Atomstaaten bewusst sind, nehmen sie den TPNW nicht als passendes Instrument der Selbstbeschränkung wahr, das zu einem Wandel der Identitäten hin zu einer kollektiven Identität führen kann. Eine NFU-Politik wurde in den USA als Machteinschränkung wahrgenommen. Auch die Fremdwahrnehmung von Nuklearstaaten wie Russland und China, die von den USA als bedrohlich wahrgenommen wurden, waren ein Grund für die letztendlich ablehnende Wahrnehmung einer NFU-Politik. Da Russland sich im Vergleich zu den USA als weniger mächtig und diese Asymmetrie als Bedrohung wahrnimmt, ist Moskau der Auffassung, dass die Deklaration einer NFU-Politik eine Gefahr für die nationale Sicherheit sei.
Abstract
(Englisch)
This master thesis analyzes the positions of the U.S. and the Russian Federation on the Comprehensive Test-Ban-Treaty (CTBT), the Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons (TPNW), and a No First Use Policy (NFU policy) with regard to the research question of what the perceptions of the U.S. and Russia are on these treaties and policies, respectively, and how the perceptions can be explained. Based on a literature and document review, the case studies are analyzed using the theory of constructivism. With regard to the CTBT, the perceptions of the U.S. and Russia differ. The U.S. has been unwilling to self-restrain under the CTBT because it cannot predict with certainty the intentions of Russia and other states. Russia perceived the ratification of the CTBT as an opportunity to gain strategic advantages over the United States and to distinguish itself as a more trustworthy international actor in order to improve Moscow's foreign perceptions and strengthen its collective self-esteem. Examination of perceptions of the TPNW reveals that no change in national identity can be observed in either the United States or Russia. The TPNW is perceived as a threat not only to national security but to the security of the international system. Even though both states share the norm of a nuclear-weapon-free world and are aware of the common destiny and interdependence of nuclear states, they do not perceive the TPNW as a suitable instrument of self-restraint that can lead to a change in identities toward a collective identity. A NFU policy was perceived as a constraint of power in the United States. Foreign perceptions of nuclear states such as Russia and China, which were perceived as threatening by the United States, were also a reason for the eventual rejection of an NFU policy. Because Russia perceives itself as less powerful than the United States and this asymmetry as a threat, Moscow believes that declaring an NFU policy would be a threat to national security.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Rüstungskontrolle Nukleare Rüstungskontrolle USA Russland Internationale Beziehungen Multilateralismus Konstruktivismus
Schlagwörter
(Englisch)
Arms control Nuclear arms control United States Russia International Relations Multilateralism Constructivism
Autor*innen
Melina Sophie Lorenz
Haupttitel (Deutsch)
Better together? Eine Analyse der Perzeption der USA und Russlands von multilateralen nuklearen Rüstungskontrollregimen
Paralleltitel (Englisch)
Better together? Analysis of the perception of the United States and Russia of multilateral nuclear arms control regimes
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
II, 99 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Heinz Gärtner
Klassifikationen
89 Politologie > 89.70 Internationale Beziehungen: Allgemeines ,
89 Politologie > 89.77 Rüstungspolitik ,
89 Politologie > 89.90 Außenpolitik, Internationale Politik
AC Nummer
AC16535598
Utheses ID
63387
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1