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Informelles Selbstmitgefühl im Alltag
eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie zur Verbesserung des Wohlbefindens leicht depressiver Student*innen
Céline Nagel
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Anton-Rupert Laireiter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.72103
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16909.13670.875374-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ungeachtet der Vielzahl an Selbstmitgefühls-Interventionen finden sich kaum leicht zugängliche Interventionen für den Alltag sowie wenige Studien zur Wirksamkeit informeller Selbstmitgefühlspraxis. Um diese Forschungslücke zu schließen, wurde die “Informelles Selbstmitgefühl im Alltag”-Intervention, welche als erste Selbstmitgefühls-Intervention aus einer Kombination ausschließlich informeller Selbstmitgefühlsübungen besteht, konzipiert und evaluiert. Die zweiwöchige Intervention wurde im Vergleich zu einer Wartelisten-Kontrollgruppe hinsichtlich ihrer Wirksamkeit in der Verbesserung des Selbstmitgefühls und verschiedener positiver und negativer Aspekte des Wohlbefindens (positiver Affekt, Lebenszufriedenheit, subjektives Glück, psychologisches Wohlbefinden, Optimismus, negativer Affekt, Stresserleben, Depressivität und Sorgen) untersucht. Dabei wurden das Baseline-Selbstmitgefühl, die Baseline-Depressivität, die Veränderungsmotivation und die Häufigkeit der Durchführung der Übungen als potenzielle Einflussfaktoren auf diese Effekte betrachtet. Es handelte sich um eine randomisierte kontrollierte Studie mit zwei Gruppen und drei Erhebungszeitpunkten in einer deutschsprachigen, subklinisch depressiven Studierendenstichprobe (N = 96). Die Intervention beinhaltete als Übungen die Selbstmitgefühlspause und das Selbstmitgefühlstagebuch. Die Intervention war in der Erhöhung des Selbstmitgefühls sowie in der Verringerung des Stresserlebens signifikant wirksamer als die Kontrollgruppe. Beide Gruppen waren, entgegen der Erwartungen, in der signifikanten Reduktion der negativen Affektivität und der Sorgen gleichermaßen wirksam. Es fanden sich keinerlei signifikante Effekte auf die positiven Aspekte des Wohlbefindens sowie auf die Depressivität. Lediglich die Erhöhung des Selbstmitgefühls blieb über den Zeitraum von einem Monat stabil. Entgegen den Erwartungen wirkte sich keiner der potenziellen Einflussfaktoren auf die Wirksamkeit der Intervention aus. Die größten Limitationen bestehen in der sehr geringen Durchführungshäufigkeit der Übungen und Power einiger Analysen sowie der reduzierten externen Validität aufgrund der überwiegend weiblichen Studierendenstichprobe. Mithilfe der Intervention konnte ein erster Beitrag zur Prävention und Förderung der psychischen Gesundheit von Studierenden geleistet werden. Insgesamt zeigte die Studie, dass sich bereits kurze und informelle Selbstmitgefühls-Interventionen positiv auf das Selbstmitgefühl und das Wohlbefinden auswirken. Sich selbst bei alltäglichen selbstkritischen Gedanken und Gefühlen mit Mitgefühl zu begegnen, stellt einen ersten Schritt in Richtung der Verbesserung des psychischen Wohlbefindens dar.
Abstract
(Englisch)
Irrespective of the large number of self-compassion interventions, only a few of them are easily accessible and suitable for everyday life. Furthermore, only few studies evaluated the effects of informal self-compassion. In order to close this research gap, the “Informelles Selbstmitgefühl im Alltag (Informal Self-Compassion in Everyday Life)”-Intervention, which is the first self-compassion intervention that comprises solely informal self-compassion exercises, was designed and evaluated. The two-week intervention was compared to a waiting list control group and evaluated regarding its effectiveness in improving self-compassion and different positive and negative aspects of well-being (positive affect, life satisfaction, subjective happiness, psychological well-being, optimism, negative affect, perceived stress, depression, worrying). Baseline self-compassion, baseline depression, motivation for change and the frequency of implementing the exercises were examined as potential factors influencing the effectiveness of the intervention. The randomized controlled trial entailed two groups and three points of data collection and was conducted in a German-speaking student sample with subclinical depressive symptoms (N = 96). The intervention comprised two exercises: the self-compassion break and the self-compassion journal. Regarding the results, when compared to the control group, the intervention led to a significantly higher increase in self-compassion and decrease in perceived stress. Contrary to expectations, both groups didn’t differ in their effectiveness in reducing negative affect and worrying. No effects were found on the positive aspects of well-being as well as depression. Solely the increase in self-compassion proved to be stable over the course of one month. Contrary to expectations, none of the potential factors influenced the effectiveness of the intervention. The most notable limitations consist in the considerably low frequency of exercise, poor power of several analyses as well as the reduced external validity due to the predominantly female student sample. The intervention helped contribute to the prevention and promotion of students' mental health. Overall, the study demonstrated that even short and informal self-compassion interventions are effective in improving self-compassion and well-being. Treating yourself with compassion when encountering self-critical thoughts and feelings in everyday life constitutes a first step in the direction of the improvement of mental well-being.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Selbstmitgefühl informelles Selbstmitgefühl Wohlbefinden Depressivität Stress Selbstmitgefühls-Intervention Selbstmitgefühlspause Selbstmitgefühlstagebuch
Schlagwörter
(Englisch)
self-compassion informal self-compassion well-being depression stress selfcompassion intervention self-compassion break self-compassion journal
Autor*innen
Céline Nagel
Haupttitel (Deutsch)
Informelles Selbstmitgefühl im Alltag
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine randomisierte kontrollierte Interventionsstudie zur Verbesserung des Wohlbefindens leicht depressiver Student*innen
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
141 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Anton-Rupert Laireiter
Klassifikation
77 Psychologie > 77.80 Spezielle Intervention
AC Nummer
AC16600516
Utheses ID
63937
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
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