Detailansicht

Interkulturelles Lernen im Bewegungs- und Sportunterricht
Wiener NMS-Sportlehrkräfte über kulturelle Vielfalt und das Unterrichtsprinzip der interkulturellen Bildung und Erziehung
Raphael Pointecker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Bewegung und Sport UF Spanisch
Betreuer*in
Rosa Diketmüller
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.72202
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20898.31862.982534-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Aufgrund mehrerer Aspekte, die zu einem Anstieg an Migrationsbewegungen und einer fortschreitenden Globalisierung führen, treffen in den heutigen Gesellschaften viele unterschiedliche Kulturen aufeinander. Die österreichische Bildungspolitik wurde bereits im letzten Jahrhundert auf diese Entwicklung aufmerksam und implementierte 1992 das Unterrichtsprinzip der interkulturellen Bildung und Erziehung. Da sich in den Schulklassen die kulturelle Vielfalt der Gesellschaft wiederspiegelt, können in der Schule dementsprechend Lernimpulse gesetzt werden, die die Schüler*innen im Umgang mit ebendieser kulturellen Diversität unterstützen sollen. Dem Bewegungs- und Sportunterricht wird hinsichtlich des Unterrichtsprinzips eine besondere Rolle zugeschrieben. Einige Erkenntnisse aus der interkulturellen Sportpädagogik zeigen, dass etwa der nonverbale Unterrichtsablauf, die Körperlichkeit, die Zusammenarbeit in Teams, etc. als einzigartiges Potenzial des Bewegungs- und Sportunterrichts für die Vermittlung interkultureller Kompetenzen zu sehen ist. Tatsächlich ist die Ebene des Lehrpersonals wenig untersucht. Im Zuge dieser Masterarbeit wird erforscht, welche Einstellung die Lehrer*innen gegenüber dem Unterrichtsprinzip der interkulturellen Bildung und Erziehung haben und inwiefern die Lehrkräfte den Unterricht für das interkulturelle Lernen nutzen. Um diese Fragen zu beantworten, wurden Expert*inneninterviews mit 10 Wiener Mitteschul-Sportlehrer*innen durchgeführt. Dabei wurden die Aspekte Konfliktmanagement, Unterrichtsplanung und Unterrichtsziele thematisiert, welche auch den Rahmen für die qualitative Inhaltsanalyse formten. Die Ergebnisanalyse zeigt, dass die Lehrer*innen in Bezug auf das Unterrichtsprinzip in einem Spannungsfeld zwischen bildungspolitischen Vorgaben und realer Ausführung dieser Vorgaben stehen. Sie sind dem theoretischen Konzept der interkulturellen Bildung und Erziehung positiv gegenüber eingestellt, jedoch planen sie ihren Unterricht nicht explizit danach. Sie sehen die Inhalte des Unterrichtsprinzip mehr als eine grundsätzliche Haltung, nach der sie unterrichten wollen. Weiters zeigen die Ergebnisse, dass die Lehrkräfte das Potenzial von Bewegung, Spiel und Sport für das interkulturelle Lernen erkennen. An den Angaben der Pädagog*innen ließ sich entnehmen, dass sie beim Unterrichten den methodisch-didaktischen Leitlinien aus der interkulturellen Sportpädagogik entsprechen. Es ist jedoch anzumerken, dass die Vermittlung interkultureller Kompetenzen im Vergleich zur Optimierung der Bewegungszeit, oder der Freude an der Bewegung für die Lehrer*innen eine nachrangige Position einnimmt. Die Einzelinterviewtranskripte dieser Masterarbeit liegen beim Autor auf und werden nach Anfrage gerne bereitgestellt.
Abstract
(Englisch)
Due to several aspects leading to an increase in migration movements and progressive globalisation, many different cultures meet in today's societies. Austrian education policy became aware of this development already in the last century and implemented the teaching principle of intercultural education in 1992. Since the cultural diversity of society is reflected in school classes, learning impulses can be set to support pupils in dealing with this cultural diversity. Physical education is considered to play a special role with regard to the teaching principle. Some results from researches in the area of intercultural sports pedagogy show that the non-verbal teaching process, the physicality, the cooperation in teams, etc. can be seen as a unique potential of physical education for the teaching of intercultural competences. In fact, the way PE teachers organize intercultural sequences is not very well researched. In the course of this Master's thesis, the intention was to explore the teachers' attitudes towards the teaching principle of intercultural education and to what extent the teachers use the classes for intercultural learning. To answer these questions, expert interviews were conducted with 10 Viennese secondary school sports teachers. The interviews focused on the aspects of conflict management, lesson planning and lesson objectives, which also formed the framework for the qualitative content analysis. The analysis of the results shows that in relation to the teaching principle, the teachers are in a conflicting situation between educational policy guidelines and the actual implementation of these guidelines. They are positively disposed towards the theoretical concept of intercultural education, but they do not explicitly plan their lessons accordingly. They consider the contents of the teaching principle more as a basic attitude towards which they want to teach. With regard to the second research question, the evaluation of the results showed that the teachers recognised the potential of the context of movement, play and sport for intercultural learning. The teachers' statements showed that they follow the methodological-didactic guidelines from intercultural sports education when teaching, but it should be noted that intercultural education is a subordinate goal of the teachers compared to optimising movement time. The author can provide the individual interview transcripts of this Master's thesis on request.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Interkulturelles Lernen im Bewegungs- und Sportunterricht Unterrichtsprinzip der interkulturellen Bildung und Erziehung
Autor*innen
Raphael Pointecker
Haupttitel (Deutsch)
Interkulturelles Lernen im Bewegungs- und Sportunterricht
Hauptuntertitel (Deutsch)
Wiener NMS-Sportlehrkräfte über kulturelle Vielfalt und das Unterrichtsprinzip der interkulturellen Bildung und Erziehung
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
146 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Rosa Diketmüller
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.50 Kultursoziologie: Allgemeines ,
80 Pädagogik > 80.39 Teilgebiete der Pädagogik: Sonstiges
AC Nummer
AC16605663
Utheses ID
64202
Studienkennzahl
UA | 199 | 500 | 529 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1