Detailansicht
Besatzungskinder - divergierende Erinnerungsräume
Einblicke in Brüche, Kontinuitäten und soziale Charakteristika der lokalen Erinnerung am Beispiel der Besatzungskinder in einer Talschaft des südlichen Vorarlbergs
Felix Wittwer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Wolfgang Kraus
DOI
10.25365/thesis.72534
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16768.65120.692236-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der kollektiven Erinnerung an die Besatzungszeit in einem Tal des südlichen Vorarlbergs. Als vorrangiger perspektivischer Standpunkt ist jener von Besatzungskindern aus dieser Zeit gewählt. Die Erinnerung ist dabei im mehrgenerationalen Zyklus der Familienerzählung verhaftet, die in Wechselwirkung mit der sozialen Wirklichkeit des ruralen Raumes einer Dorfgemeinschaft in Nachkriegsösterreich steht. Ein weiteres Analysekriterium stellen die Erinnerungen der Elterngeneration der Besatzungskinder dar, welche die Rezeption der Lebenserfahrungen ihrer Folgegenerationen beeinflussten. Die Besatzungskinder, die in der Betrachtung zu Wort kommen, haben ein Bild ihres Vaters ausschließlich ausgehend von sekundären, nicht selten außerfamiliären Erinnerungsquellen erhalten. Gleichzeitig war es gerade der Aspekt ihrer Identität als uneheliche Besatzungskinder eines französischen oder marokkanischen Vaters zusammen mit damaligen, normativen Vorstellungen von sexuellen Überschreitungen seitens der Mütter, die die Grundlage für eine ausgeprägte Diskriminierungserfahrung war. Teilweise wurden dadurch markante Unterbrechungen in der Weitergabe von transgenerationaler Erinnerung bedingt. Die Bruchstellen in der Familienerzählung sind häufig die schweigende Erinnerung oder das erinnerte Schweigen, das mit seiner Präsenz einen Ausgangspunkt der Analyse bildet. Ein besonderer Fokus liegt auf den Widersprüchen, die sich auf der Grundlage der Analyse von offizieller Geschichtswissenschaft, lokaler Erinnerung und Familienerzählung ergeben haben. Die Differenzierung zwischen der Erinnerung an die Vergangenheit und gegenwärtig erinnerter Erzählung wird untersucht und betont durch den sozialen Kontext ihrer Genese. Die Dichotomie zwischen sozialer, kollektiver und in diesem Fall lokaler Erinnerung und Familienerinnerung soll aufgelöst werden zugunsten einer wechselseitigen, interaktiven und lebendigen Beziehung beider Ebenen.
Abstract
(Englisch)
This study is concerned with the collective memory of the time of occupation in the southern part of Vorarlberg. The analysis is primarily seen from the perspective of the children born to soldiers of the occupational French army. Their memory is rooted in the generational cycle of family history, which in turn is influenced by social reality in a rural community during post-war Austria. Further focal points of analysis are the memories of the parental generation of these children, which in turn marked the reception of lifetime experiences of the next generations. The children of occupational soldiers who tell their life stories are only able to recall a picture of the missing father through the eyes and memories of others. At the same time, it was this part of their identity as being an illegitimate child of a French or Moroccan soldier together with the notions of sexual transgression by the women, which were the basis for an experience of discrimination later in life. This in turn has caused an interruption in the transfer of memories on to the next generations. These fissures and cracks in memory are often the silenced memory or the memory of silence, which were in their powerful presence starting points of analysis in this study. A special focus is thereby set on the discrepancies between official history, local memory, and family narrative, all set in an ambivalent arena of interconnection between history and memory. The distinction between the memory of the past and the contemporarily remembered life-story is being examined and emphasized through the social context of its origin. The final aim is to substitute a dichotomy between social, collective and in this case local memory and memory in context of the family by an interconnected, interactive, and lively relationship of both dimensions.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Besatzungskinder kollektive Erinnerung lokales Gedächtnis
Schlagwörter
(Englisch)
children of the occupation collective memory local memory
Autor*innen
Felix Wittwer
Haupttitel (Deutsch)
Besatzungskinder - divergierende Erinnerungsräume
Hauptuntertitel (Deutsch)
Einblicke in Brüche, Kontinuitäten und soziale Charakteristika der lokalen Erinnerung am Beispiel der Besatzungskinder in einer Talschaft des südlichen Vorarlbergs
Paralleltitel (Englisch)
Children of the occupation - diverging memories
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
119, ii Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Kraus
Klassifikation
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC16667120
Utheses ID
64682
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
