Detailansicht
"I must not trust myself to write on these matters:" the production of uncertainty in F. E. Maning's "Old New Zealand" (1863)
Damian Ari Angus Stewart
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Anglophone Literatures and Cultures
Betreuer*in
Melissa Kennedy
DOI
10.25365/thesis.72580
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21856.61689.591122-6
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Frederick Edward Manings Roman Old New Zealand aus dem Jahr 1863 ist ein Eckpfeiler der neuseeländischen Literatur. Er ist gleichzeitig ein Augenzeugenbericht über die kulturellen Praktiken der Māori vor der Kolonialzeit und auch eine ironische Satire, die ihre eigene Autorität als Augenzeugenbericht genauso so schnell auflöst, wie sie sie aufbaut. Im Text können paradoxerweise sowohl die Wurzeln der Pākehā-Identität des einundzwanzigsten Jahrhunderts als auch rhetorische und sprachliche Systeme identifiziert werden, die unermüdlich daran arbeiten, die Möglichkeit der Stabilisierung von so etwas wie „Pākehā-Identität“ zu unterminieren. Während die letzten Jahrzehnte der Forschung über Old New Zealand zu bikulturalistischen Interpretationen von Manings Text tendieren, welche versuchen Präzedenzfälle für zeitgenössische Ideen wie „Māori“, „Pākehā“ und „Rassenbeziehungen“ zu finden, bricht diese These mit der bikulturalistischen Tradition, um eine postkritische Analyse zu präsentieren, die sich stattdessen auf die Produktion von Unsicherheit bei der Begegnung des Lesers mit dem Text konzentriert. Gestützt auf Toril Mois vor kurzem entwickeltem Philosophie-der-normalen-Sprache-Ansatzes zur Literaturkritik, der direkt von Ludwig Wittgensteins Philosophischen Untersuchungen inspiriert wurde, und Sara Ahmeds Arbeit über Affekt und Emotion als unabhängige Einheiten, die bei Begegnungen zwischen orientierten Körpern entstehen, wird Unsicherheit als ein entstehender Affekt analysiert, der als Teil des Anerkennungsprozesses zutage tritt, welcher die Begegnung des Lesers mit dem Text ausmacht. Diese These argumentiert, dass die Art und Weise, wie Gewissheit in Manings Text narrativ und rhetorisch unterminiert wird, ein Argument für eine bewusste Kultivierung von Unsicherheit angesichts kultureller Unterschiede beinhaltet. Das Schüren von Ungewissheit war zu Manings Zeit eine Möglichkeit, die Selbstgefälligkeit zu überwinden, welche durch britische Annahmen über ihre eigene Überlegenheit gegenüber dem, was Maning im Gegensatz dazu als eine sehr reale Bedrohung eines bewaffneten Widerstands der Māori gegen die Kolonialisierung ihres Heimatlandes ansah, verursacht wurde. Da im einundzwanzigsten Jahrhundert die Forderungen indigener Gruppen nach Selbstbestimmung immer schwieriger zu ignorieren sind, ist es eine Grundvoraussetzung, sich mit Ungewissheit anzufreunden, wenn nicht-indigene Personen indigene Personen unterstützen oder mit ihnen zusammenarbeiten wollen, ohne dabei im Weg zu sein. Die Unsicherheiten, die Maning konstruierte, um seinen Zeitgenossen zu helfen, die Bedrohung durch den Māori-Widerstand besser zu erkennen, können daher von den Lesern des einundzwanzigsten Jahrhunderts nutzbringend umfunktioniert werden, um Raum für die Selbstbestimmung der Māori zu schaffen.
Abstract
(Englisch)
Frederick Edward Maning’s 1863 novel Old New Zealand is a cornerstone of New Zealand literature. It is simultaneously an eyewitness account of pre-colonial Māori cultural practises, and a wry satire that unpicks its own authority as eyewitness account as quickly as it builds it. While the last few decades of Old New Zealand scholarship tend toward biculturalist interpretations of Maning’s text identifying precedents for contemporary ideas such as “Māori,” “Pākehā,” and “race relations,” this thesis breaks with this tradition to present a postcritical analysis focussing instead on the production of uncertainty in the reader’s encounter with the text. Drawing on Toril Moi’s recent development of an Ordinary Language Philosophy approach to literary criticism directly inspired by Ludwig Wittgenstein’s Philosophical Investigations, and Sara Ahmed’s work on affect and emotion as independent entities that emerge in encounters between oriented bodies, uncertainty is analysed as an affect that emerges as part of the reader’s encounter with the text. This thesis claims that the ways certainty is narratively and rhetorically undermined in Maning’s text encode an argument for the deliberate cultivation of uncertainty in the face of cultural difference. Fostering uncertainty was, in Maning’s time, a way of overcoming the complacency caused by British assumptions about their own superiority toward what Maning saw, in contrast, as the very real threat of armed resistance by Māori to the colonisation of their homeland. In the twenty-first century, as demands by indigenous groups for self-determination become increasingly difficult to ignore, becoming comfortable with uncertainty is a prerequisite if non-indigenous people are to support or work alongside indigenous people without getting in the way. This thesis shows how the uncertainties that Maning constructed to help his contemporaries better see the threat of Māori resistance can be fruitfully repurposed by twenty-first century readers to make space for Māori self-determination.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Neuseeländische-Literatur F.-E.-Maning Pākehā-Māori Ungewissheit Ironie Bikulturalität Affect Philosophie-der-normalen-Sprache
Schlagwörter
(Englisch)
New-Zealand-literature F.-E.-Maning Pākehā-Māori Uncertainty Irony Biculturalism Affect Ordinary-Language-Philosophy
Autor*innen
Damian Ari Angus Stewart
Haupttitel (Englisch)
"I must not trust myself to write on these matters:" the production of uncertainty in F. E. Maning's "Old New Zealand" (1863)
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
97 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Melissa Kennedy
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.75 Literaturkritik ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.97 Texte eines einzelnen Autors ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.05 Englische Literatur ,
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.07 Englische Literatur außerhalb Großbritanniens und der USA
AC Nummer
AC16672221
Utheses ID
64771
Studienkennzahl
UA | 066 | 844 | |
