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Ist das Unvergebbare vergebbar?
Hartmut Langes Novellen als Anstoß für eine christliche Eschatologie
Joachim Michael Stephen Losehand
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Diplomstudium Katholische Fachtheologie
Betreuer*in
Jan-Heiner Tück
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.72814
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26961.78324.338369-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Diplomarbeit untersucht die Frage, ob – und wenn ja; welchen Anstoß ausgewählte Novellen des deutschen Dramatikers und Schriftstellers Hartmut Lange für eine zeitgenössische, das heißt: zeitgemäße christliche Eschatologie geben können, die vielleicht auch Nichtchristen etwas zu sagen hat. Hartmut Lange ist ein vom Marxismus-Leninismus ostdeutscher Prägung konvertierter Nihilist, der der christlichen Religion nicht ablehnend, aber doch kritisch und reserviert gegenübersteht. Die theologische Perspektive auf die Novellen Langes, hier insbesondere ‚Die Heiterkeit des Todes‘ (1984) und ‚Das Konzert‘ (1986), ist verortet in der Frage nach den Letzten Dingen, den ‚τὰ ἔσχατα‘, der Barmherzigkeit und Gerechtigkeit Gottes, der Versöhnung und dem Verzeihen angesichts der nicht abreißenden Reihe von kleinen und großen Grausamkeiten, die wir Menschen einander antun. Angesichts der institutionalisierten Gräuel des 20. Jhs. überzeugen traditionelle Höllendarstellungen, wie zB. der biblischen Parabel vom Reichen Mann und dem Armen Lazarus (‚Dives et Lazarus‘; Lk 16:19-31) ebensowenig wie die Idee einer umfassenden Vergebung allen Bösen in einer göttlich induzierten und alles Leid überschreibenden Allversöhnung. Ist in einem traditionellen dualistischen Gerichtsszenario, das voraussetzt, dass alle Menschen Sünder sind (Röm 3:23), kein Platz für das Verhältnis von Opfern und Tätern zueinander, steht ‚Theologie nach Auschwitz‘ insbesondere für ‚Theodizee-empfindliche‘ Konzeptionen der Einbeziehung der Opfer menschlicher Leidensgeschichte in das Endgericht. Aber auch in den Tätern wird von der zeitgenössischen Theologie wenigstens ein Potential für die Öffnung zur Heilung hin gesehen, ohne die Möglichkeit einer dauerhaften Verweigerung des göttlichen Zuspruchs gänzlich zu verneinen. Das ausgeprägte Interesse Hartmut Langes an religiösen – weniger theologischen – Fragen, manifest geworden besonders in seinem Roman ‚Die Selbstverbrennung‘ (1984), macht es möglich das Werk des Dramatikers und Novellisten auch für den christlichen Diskurs über eschatologische Themen zu erschließen. Hartmut Lange war 2018 Dozent der Poetikdozentur ‚Religion und Literatur‘ an der Universität Wien und stellte in diesem Rahmen seine Novelle ‚Die Heiterkeit des Todes‘ und einen Vortrag am 17. April 2018 mit dem Titel ‚Kunst und Religion – Ziehkinder der Vorstellungswelt‘ zur Diskussion.
Abstract
(Englisch)
This diploma thesis examines the question of whether - and if so, what impetus selected novellas by the German playwright and author Hartmut Lange can give for a contemporary, i.e.: contemporary Christian eschatology that perhaps has something to say to non-Christians. Hartmut Lange is a nihilist who converted from Marxism- Leninism and who does not reject the Christian religion, but is critical and reserved. The theological perspective on Lange's novellas, here especially ‚Die Heiterkeit des Todes‘ (‚The Serenity of Death‘ 1984) and ‚Das Konzert‘ (‚The Concert‘ 1986), are located in the question of the Last Things, the 'τὰ ἔσχατα', the mercy and justice of God, reconciliation and forgiveness in the face of the never-ending series of small and large cruelties that we humans inflict on one another. In the face of the institutionalised atrocities of the 20th century, traditional depictions of hell, such as the biblical parable of the Rich Man and Lazarus (‚Dives et Lazarus‘; Lk 16:19-31) are no more convincing than the idea of a comprehensive forgiveness of all evil in a divinely induced and all-suffering overriding all-reconciliation. If there is no room for the relationship of victims and perpetrators to each other in a traditional dualistic judgment scenario that presupposes that all human beings are sinners (Rom 3:23), 'theology after Auschwitz' stands especially for 'theodicy-sensitive' conceptions of the inclusion of the victims of human suffering in the final judgment. But contemporary theology also sees in the perpetrators at least a potential for opening up to healing, without completely denying the possibility of a permanent denial of divine promise. Hartmut Lange's pronounced interest in religious - less theological - questions, manifested especially in his novel 'Die Selbstverbrennung' (1984), makes it possible to open up the work of the playwright and novelist for Christian discourse on eschatological themes. Hartmut Lange was a lecturer at the 2018 Poetics Lectureship 'Religion und Literatur' at the University of Vienna and presented his novella 'Die Heiterkeit des Todes' and a lecture on 17th April 2018 entitled 'Kunst und Religion - Ziehkinder der Vorstellungswelt' for discussion.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Eschatologie Hoffnungstheologie Vergebung Verzeihung Versöhnung Allversöhnung Apokatastasis Schuld Sühne Auschwitz Nihilismus Existentialismus Literatur Poetikdozentur Lange Hartmut
Schlagwörter
(Englisch)
Eschatology Theology of Hope Forgiveness Pardon Reconciliation All-Reconciliation Apocatastasis Guilt Atonement Auschwitz Nihilism Existentialism Literature Poetics Lectureship Lange Hartmut
Autor*innen
Joachim Michael Stephen Losehand
Haupttitel (Deutsch)
Ist das Unvergebbare vergebbar?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Hartmut Langes Novellen als Anstoß für eine christliche Eschatologie
Paralleltitel (Englisch)
Can the unforgivable be forgiven?
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
142 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jan-Heiner Tück
Klassifikationen
11 Theologie > 11.00 Theologie. Religionswissenschaft. Allgemeines ,
11 Theologie > 11.08 Religionskritik. Atheismus ,
11 Theologie > 11.54 Katholizismus ,
11 Theologie > 11.61 Dogmatik. Konfessionskunde
AC Nummer
AC16711570
Utheses ID
65112
Studienkennzahl
UA | 011 | | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1