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Tschechische Flucht- und Arbeitsmigranten in Österreich
biographische Brüche und Neuanfänge
Margita Urbanek
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Betreuer*in
Anton Amann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.7216
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29551.66462.425863-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Fast 60 Jahre nach der Machtergreifung durch die kommunistische Partei in der damaligen Tschechoslowakei, 40 Jahre nach dem Einmarsch der Truppen der Warschauer Paktstaaten und somit Niederschlagung des Traumes nach Öffnung und Freiheit, 20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und 5 Jahre nach dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union war es mir ein Bedürfnis, das Leben der Migrantinnen und Migranten, die aus verschiedenen Motiven heraus nach Österreich gekommen sind, und die unterschiedlichen Verläufe der Lebensgeschichten, die durch den politischen Wechsel verursacht wurden, zu untersuchen. Die Zielsetzung dieser Arbeit war, nach eingehendem Studium einschlägiger Literatur mit Hilfe von Experteninterviews und von biographischen Interviews mit vor der Öffnung geflüchteten und nach der Öffnung migrierten Personen aufzuzeigen, wie sich das Verhältnis zwischen Österreich und Tschechien durch die Grenzöffnung geändert hat, welche Auswirkungen der politische Wandel auf die Lebensbedingungen und auf die Integration der Flüchtlinge, aber auch auf Vorurteile und Stereotypen in der österreichischen Gesellschaft hatte, und welche Unterschiede der Lebensweisen, der Verhaltensweisen und der Integration zwischen Flüchtlingen und nach 1989 Migrierten bestehen. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es bei den ehemaligen Flüchtlingen, die sich bis 1989 als integriert bzw. assimiliert bezeichneten, zu einer Identitätsproblematik gekommen ist. Waren sie bis dahin objektiv gesehen ökonomisch integriert, so ist die soziale Integration nur in wenigen Fällen erfolgt. Die freiwillig Migrierten sind im Vergleich zu den ehemaligen Flüchtlingen mit Informationen und vor allem mit Sprachkenntnissen ausgestattet nach Österreich gewandert. Ein wesentlicher Unterschied zu den Flüchtlingen lag in der jederzeitigen Rückkehrmöglichkeit und der Möglichkeit, den Entschluss zu migrieren jederzeit widerrufen zu können. Obwohl durch die bessere Ausgangsposition eine Eingliederung leichter stattfinden konnte, erfolgte die soziale Eingliederung sehr langsam. Sie behielten sich die Möglichkeit vor, ein Leben in Österreich und in der Tschechischen Republik zu führen. Sie schöpften von den Vorteilen der privaten Kontakte, des günstigen Einkaufens und des Freizeitangebotes in der Tschechischen Republik und von Vorteilen der international orientierten Weiterbildung und der besseren Bezahlung in Österreich. So leben sie in zwei Gesellschaften gleichzeitig. Die Untersuchung kommt zu folgendem Schluss: Das Studium der Literatur, Experteninterviews und Interviews mit der Zielgruppe haben ergeben, dass trotz großer Bemühungen engagierter Personen, Gruppen und Förderungsgeldern von internationalen Organisationen die Vorurteile gegenüber Tschechinnen und Tschechen noch immer in der österreichischen Bevölkerung präsent sind und dadurch für die Migrantinnen bzw. Migranten vor allem die soziale Integration erschwert wird. Es wird noch Generationen dauern, bis die Österreicherinnen bzw. Österreicher den Tschechinnen bzw. Tschechen ohne Vorurteile begegnen und diese zu gleichberechtigten Partnerinnen bzw. Partnern werden.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
sociology migration czech republic refugees migrant labourers integration
Schlagwörter
(Deutsch)
Soziologie Migration Tschechien Flüchtlinge Arbeitsmigranten Integration
Autor*innen
Margita Urbanek
Haupttitel (Deutsch)
Tschechische Flucht- und Arbeitsmigranten in Österreich
Hauptuntertitel (Deutsch)
biographische Brüche und Neuanfänge
Paralleltitel (Englisch)
Czech refugees and migrant labourers in Austria
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
298 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christoph Reinprecht
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.62 Ethnische Beziehungen ,
71 Soziologie > 71.63 Minderheitenproblem
AC Nummer
AC07452585
Utheses ID
6533
Studienkennzahl
UA | 092 | 122 | |
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