Detailansicht
Dekonstruktion und Demokratiebildung
kritische Potenziale und Perspektiven dekonstruktiver und alteritätsethischer politischer Theorien unter besonderer Berücksichtigung von Jacques Derrida und Emmanuel Lévinas für das Demokratie-Lernen
Jürgen Nemec
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für LehrerInnenbildung
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Deutsch UF Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Dirk Lange
DOI
10.25365/thesis.73116
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16969.26809.118195-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den theoretischen Potenzialen der Dekonstruktion für die Demokratiebildung. Dabei werden nicht nur zentrale demokratiepolitische Voraussetzungen für Prozesse und Strukturen bei der Konstitution der Gesellschaft, insbesondere die Abkehr von fundamentalistischen Konzepten und die Affirmation von Kontingenz, Pluralität und Antagonismus, herausgearbeitet. Es wird vor allem die Konstitution des Subjekts als zentraler Ort für Fragen des Politischen erkannt. Die Frage der Subjektbildung und Subjektivität als politischen Akt in den Mittelpunkt zu stellen, erlaubt der Demokratiebildung, politische Schlüsselbegriffe wie Identität, Autonomie, Handlungsfähigkeit oder Souveränität aufzugreifen, ohne sich auf die Herrschaftsebene des Staates einzuengen. Als konstitutiv für das Subjekt erweist sich die Struktur der Alterität, die immer im Plural zu denken ist. Die Alterität birgt wiederum eine normative Orientierung in sich, die die demokratische Praxis an die Selbst-Befragung im Namen ausgeschlossener anderer verpflichtet. Zugleich lassen sich Gefahren des Essentialismus und Ethnozentrismus, der Naturalisierung des Sozialen sowie deren Ausschluss- und Herrschaftsmechanismen kritisch dekonstruieren. Eine dekonstruktive Demokratiebildung zielt auf die Förderung einer emanzipatorischen, kritischen, widerständigen Denk-, Sprech- und Handlungsfähigkeit der Akteur*innen. Sie stärkt Verantwortungsentwürfe gegenüber den Ansprüchen (ausgeschlossener, subalterner) anderer, verdeutlicht die responsive und vulnerable Konstitution des Subjekts, das als Einzelner wie als Kollektiv innerhalb der Aporie zwischen Singularität und Universalität zu einer Ausweitung des demokratischen Horizonts, der Einschlüsse und des Rechts, Rechte zu haben, aufgerufen ist.
Abstract
(Englisch)
This thesis deals with the theoretical potential of deconstruction for the formation of democracy. In doing so, not only central democratic-political prerequisites for processes and structures in the constitution of society, especially the turning away from fundamentalist concepts and the affirmation of contingency, plurality and antagonism, are worked out. Above all, the constitution of the subject is recognized as the central place for questions of the political. Focusing on the question of subject formation and subjectivity as a political act allows democracy formation to take up key concepts such as identity, autonomy, capacity to act or sovereignty without narrowing it down to the level of government of the state. The structure of alterity, which is always to be thought of in the plural, proves to be constitutive for the subject. Alterity in turn contains a normative orientation that obliges democratic practice to self-questioning on behalf of excluded others. At the same time, the dangers of essentialism and ethnocentrism, the naturalization of the social and their mechanisms of exclusions and domination can be critically deconstructed. A deconstructive democracy education aims to promote an emancipatory, critical, resistant ability of the actors to think, speak and act. It strengthens concepts of responsibility towards the claims of (excluded, subaltern) others, clarifies the responsive and vulnerable constitution of the subject, which is called as an individual and as a collective within the aporia between singularity and universality leads to an expansion of the democratic horizon, of inclusion and the right to have rights.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Dekonstruktion Demokratie Derrida Lévinas Politik Alterität Postfundamentalismus
Autor*innen
Jürgen Nemec
Haupttitel (Deutsch)
Dekonstruktion und Demokratiebildung
Hauptuntertitel (Deutsch)
kritische Potenziale und Perspektiven dekonstruktiver und alteritätsethischer politischer Theorien unter besonderer Berücksichtigung von Jacques Derrida und Emmanuel Lévinas für das Demokratie-Lernen
Publikationsjahr
2022
Umfangsangabe
116 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Dirk Lange
AC Nummer
AC16774436
Utheses ID
65629
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 511 | 02
