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Gutachten über den Geisteszustand: gerichtspsychiatrische Gutachten über homosexuelle Personen in der NS-Zeit und davor
Magdalena Bauer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Interdisziplinäres Masterstudium Zeitgeschichte und Medien
Betreuer*in
Franz X. Eder
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.73174
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15791.62008.317298-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit widmet sich der juristischen und medizinisch-psychiatrischen Verfolgung homosexueller Personen im Nationalsozialismus und in den Jahren zuvor. Dazu wurde einerseits auf den medizinisch-psychiatrischen Diskurs über die Homosexualität ab dem 19. Jahrhundert eingegangen. Andererseits wurden 43 psychiatrische Gerichtsgutachten analysiert, die zwischen den Jahren 1938 und 1945 im Auftrag der Wiener Landesgerichte I und II und des Wiener Sondergerichts im Rahmen eines Verfahrens wegen § 129Ib StGb erstellt wurden. In weiterer Folge konnten zwölf vorhandene Gutachten aus den Jahren 1934–1937 damit verglichen werden. Auch wenn sich der Hauptteil dieser Arbeit auf männlich gelesene Personen bezieht, wurde in einem eigenen Kapitel auf psychiatrische Gutachten zu weiblich gelesenen Personen eingegangen. Dieser Umstand ist der geringen Anzahl vorhandener Gutachten zu diesen geschuldet. Besonderes Augenmerk in der Auswertung lag zum einen auf der Frage, wie die Gutachter über Homosexualität im Spannungsverhältnis zwischen Pathologisierung, ‚Selbstbeherrschung‘ und Zurechnungsfähigkeit schrieben. Zum anderen wurden die Gründe, die sie für gleichgeschlechtliche Sexualhandlungen nannten, untersucht. Dabei konnte gezeigt werden, dass Pathologisierungen, wie etwa die Zuschreibung von ‚Psychopathie‘, ‚Degeneration‘ oder einer ‚erblichen Belastung‘ häufig in Verbindung mit homosexuellen Trieben oder Homosexualität gebracht wurden. Als Ursache für ihre gleichgeschlechtliche Sexualhandlung attestierte man den Angeklagten vor allem eine homosexuelle Anlage, daneben rangierten umweltbedingte Faktoren. In den meisten Fällen gingen die Gutachter von einer ‚verringerten Selbstbeherrschungsfähigkeit‘ oder ‚Willenskraft‘ der begutachteten Person aus, in seltenen Fällen wurde deren Zurechnungsunfähigkeit angeführt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Verfolgung homosexueller Personen im Nationalsozialismus psychiatrische Gerichtsgutachten
Schlagwörter
(Englisch)
Persecution of homosexuality under National Socialism psychiatric court reports
Autor*innen
Magdalena Bauer
Haupttitel (Deutsch)
Gutachten über den Geisteszustand: gerichtspsychiatrische Gutachten über homosexuelle Personen in der NS-Zeit und davor
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
139 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz X. Eder
Klassifikation
15 Geschichte > 15.99 Geschichte. Sonstiges
AC Nummer
AC16784645
Utheses ID
66035
Studienkennzahl
UA | 066 | 665 | |
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