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Steuerehrlichkeit und Gerechtigkeitswahrnehmung der Steuerlast in Abhängigkeit von Regulationsfokus und Goal framing
Michael Mosler
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Erich Kirchler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.7349
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30415.61847.920862-1
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Vor dem Hintergrund der Schattenwirtschaft, die eine enorme finanzielle Belastung des staatlichen Haushalts darstellt, erwachsen Fragen und Theorien, wie steuerehrliches Verhalten der Bevölkerung erhöht werden kann. In diesem Zusammenhang liegt der Gedanke nahe, dass Steuerzahler eher zu kooperativem Verhalten bereit sind, wenn sie die Gegenleistungen des Staates als gleichwertig empfinden, somit den Austausch zwischen Staat und Bürgern als gerecht wahrnehmen. Dieses Anliegen bildete den Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit. So wurden mit ihr die Hypothesen behandelt, dass Steuerehrlichkeit steigt und Austauschgerechtigkeit stärker wahrgenommen wird, wenn die Art der Beschreibung der Verwendung von Steuergeldern, den individuellen Regulationsfokus einer Person anspricht. Grundsätzlich besagt das Konzept des dispositionellen Regulationsfokus (Higgins, 1998), dass die Quelle jener Energien, die Menschen zur Erreichung ihrer Ziele aufbringen, anhand zweier gegensätzlicher Inhaltstheorien der Motivation beschrieben werden kann: die des Promotions- und die des Präventionsfokus. Promotionsorientierte Personen versuchen zur Zielerreichung, bei persönlich hohem Einsatz, richtiges und erfolgsorientiertes Verhalten zu zeigen, sie legen Wert auf Selbstentfaltung und dem Erreichen persönlicher Ideale. Sie möchten Wünsche und Hoffnungen umsetzen und kreative, neue Lösungswege einbringen. Versuchen präventionsorientierte Personen ihre Ziele zu erreichen, legen sie hohes Augenmerk darauf, Fehler zu vermeiden und unerwünschte, unangenehme Ergebnisse abzuwenden. Zur Erhaltung des Status Quo wollen sie Verluste verhindern und ihren hohen Sicherheitsbedürfnissen gerecht werden. Nicht nur Menschen lassen sich anhand des Regulationsfokus unterscheiden, auch Situationen (z.B. Aufgaben, Ziele) können ihren Schwerpunkt auf einen der beiden Regulationsfoki haben - man spricht dann von situativem Regulationsfokus: der Schwerpunkt liegt auf dem Promotionsfokus, in Situationen in denen Gewinne erzielt werden können, und auf dem Präventionsfokus, wenn Verluste vermieden werden müssen. Passen nun der Regulationsfokus eines Menschen und der Regulationsfokus einer Situation zusammen, man spricht dann von regulatorischem Fit, zeigen Personen bei den Entscheidungen und Maßnahmen zur Verfolgung ihrer Ziele ein höheres Ausmaß an Verbundenheit, Hingabe und Leistungsmotivation (Avnet & Higgins, 2006). Auf den oben angeführten Erkenntnissen bauten die Hypothesen dieser Studie auf. In der Stichprobe wurden die dispositionellen Regulationsfoki ermittelt und anschließend jedem Teilnehmer einen von zwei unterschiedlichen Texten (Verwendung von Steuergeldern) dargeboten. Diese Texte unterschieden sich im Sinne des situativen Regulationsfokus. Bei negativem Goal framing des Textes wurde betont, welchen Aufgaben und Leistungen der Staat nicht mehr nachkommen kann und welche staatlichen Angebote verlustig gehen, wenn Steuergelder nicht ehrlich abgeführt werden. Der positiv formulierte Text betonte, wenn Bürger steuerehrliche Angaben machen, können staatliche Aufgaben und Leistungen garantiert, gefördert und ausgebaut werden. Schließlich wurde versucht, signifikante Unterschiede zwischen Personen nachzuweisen, deren Regulationsfokus mit dem jeweiligen Framing zueinander passten und Personen, die ihre Entscheidungen in Situationen ohne regulatorischem Fit trafen. Es zeigten sich zwar graphisch die erwarteten Ergebnisse für die abhängige Variable Steuerehrlichkeit, sie stieg also, wenn dem Steuerzahler fokuskongruente Informationen zur Verwendung von Steuergeldern dargeboten wurden. Für diesen Effekt konnte jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den Fit- und Non-Fit-Gruppen nachgewiesen werden. Dies galt auch für die abhängige Variable Gerechtigkeitswahrnehmung, für die weder graphisch noch rechnerisch die erwarteten Gruppenunterschiede dargestellt werden konnten. Grob bedeutet das, die Teilnehmer unter eindeutigen Fit-Bedingungen trafen nicht überwiegend steuerehrliche Entscheidungen und nahmen den Austausch zwischen Bürgern und Staat nicht bedeutend stärker als gerecht war, im Vergleich zu den Teilnehmern unter Non-Fit-Bedingungen.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Steuerehrlichkeit Austauschgerechtigkeit Regulationsfokus Goal framing
Autor*innen
Michael Mosler
Haupttitel (Deutsch)
Steuerehrlichkeit und Gerechtigkeitswahrnehmung der Steuerlast in Abhängigkeit von Regulationsfokus und Goal framing
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
VI, 95 S. : graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Erich Kirchler
Klassifikation
77 Psychologie > 77.93 Angewandte Psychologie
AC Nummer
AC07969275
Utheses ID
6663
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
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