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Refugee reception as a site of bordering.
governing the inclusion and exclusion of refugees in European member states
Helena Segarra
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Politikwissenschaft)
Betreuer*in
Sieglinde Rosenberger
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.81212
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30885.94865.754331-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Unterbringung von Geflüchteten ist ein umstrittenes Thema in der Europäischen Union. Mitgliedstaaten diskutieren kontrovers über Verteilungsmechanismen und die damit verbundene mangelnde Solidarität. Ebenso umstritten ist die Unterbringung von Geflüchteten, die durch große Unterschiede in den Mitgliedsstaaten gekennzeichnet ist. Auf der Grundlage eingehender ethnographischer Feldforschung, Interviews und der Analyse von Policy Papers untersuche ich die Rolle europäischer Regelungen, nationaler Asylpolitiken und lokaler Umgebungen in der Aufnahmepraxis in vier europäischen Mitgliedstaaten, nämlich Österreich, Frankreich, Ungarn und Italien. Auf der Grundlage des Konzepts der Grenzziehung (bordering) argumentiere ich, dass Aufnahmepraktiken am besten als mehrdimensionale Praktiken im Zusammenhang mit räumlicher und politischer Grenzziehung analysiert werden können. Die räumliche Dimension bezieht sich auf die Analyse des Aufnahmeortes selbst und der Akteure, die and diesen Orten leben und arbeiten, wo Gesetze und Vorschriften als Formen der Gouvernementalität zum Tragen kommen. Die politische Dimension betrifft die Akteure, die die Aufnahme durch Gesetzgebung, Verordnungen und Umsetzung auf verschiedenen Regierungsebenen steuern. Durch diese konzeptionelle Linse stelle ich stark divergierende Formen der Aufnahme gegenüber und beschreibe zugrunde liegende Machtdynamik zwischen den verschiedenen Akteuren. Damit zeige ich auf, dass Unterbringungseinrichtungen als Instrumente größerer-gesellschaftlicher Grenzziehungsprozesse zu verstehen ist und dies daher nicht nur Auswirkungen auf Geflüchtete hat, sondern auch auf zivilgesellschaftliches Engagement und Rechtsstaatlichkeit. Durch die Verortung verschiedener Unterbringungspraxen auf einem Grenzziehungs-Kontinuum können sowohl Unterschiede in der Unterbringung zwischen Staaten als auch innerhalb staatlicher Unterbringungsysteme analysiert werden. Mit dieser Dissertation leiste ich einen Beitrag zur Literatur über Aufnahme und Asyl im Mehrebenensystem der Europäischen Union und schließe die Lücke in der vergleichenden und kontrastierenden Forschung über Konvergenz und Divergenz lokaler Aufnahmepraktiken und über Unterschiede in der Umsetzung europäischer Asylpolitik in den verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten.
Abstract
(Englisch)
The accommodation of refugees in the European Union has become a contentious political issue in recent years. Scholars and political authorities in member states have controversially discussed dispersal mechanisms and the lack of solidarity therein. Equally contested are reception practices for refugees, characterized by major differences of living standards in the member states. Based on in-depth ethnographic field work, interviews and policy analysis I explore the role of European regulations, national asylum policies and local environments in reception practices in four European member states, namely Austria, France, Hungary and Italy. Drawing on the concept of bordering, I argue that reception practices can best be analysed as multi-dimensional practices related to spatial and political boundary drawing. The spatial dimension pertains to the analysis of the space of the reception centre itself and the actors living or working in reception centres, where laws and regulations materialize as forms of 160 governmentality. The political dimension concerns the actors of reception that govern reception through law-making, regulations and implementation on different governance levels. Through this conceptual lens I contrast the strong diverging forms of reception and elucidate underlying power dynamics between different actors. In this way, I show that reception facilities are to be understood as instruments of larger societal bordering processes and that this therefore not only has an impact on refugees, but also on civil society engagement and the rule of law. By locating different accommodation practices on a bordering continuum, diverging reception practices between states as well as within states can be analysed. With this PhD thesis, I contribute to the literature on reception and asylum in the multi-level setting of the European Union and fill the gap in comparative and contrasting research on convergence and divergence of local reception practices and differences in the implementation of refugee protection between European member states.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Unterbringung Bordering Asyl Geflüchtete Europäische Mitgliedsstaaten Ethnographie
Schlagwörter
(Englisch)
Reception Practices Bordering European Asylum Refugees European Member states Ethnography
Autor*innen
Helena Segarra
Haupttitel (Englisch)
Refugee reception as a site of bordering.
Hauptuntertitel (Englisch)
governing the inclusion and exclusion of refugees in European member states
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
161 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Annalisa Lenardo ,
Julia Mourao Permoser
Klassifikation
89 Politologie > 89.50 Politische Prozesse. Allgemeines
AC Nummer
AC16902970
Utheses ID
66711
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 300 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1