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Genetisch determinierte adulte Lactoseintoleranz
Tanja Maria Bacher
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Jürgen König
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.7398
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29228.69731.923954-8
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Anhand von Genomanalysen von Skeletten aus dem Neolithikum konnte gezeigt werden, dass Menschen vor 8000 Jahren noch nicht in der Lage waren Milch zu verdauen. Die genetisch determinierte Fähigkeit zur Hydrolyse der Lactose ist ein autosomal-dominantes Merkmal, das sich nach evolutionären Maßstäben sehr schnell verbreitet hat, denn heute sind in unseren Breiten mehr als 70 Prozent der Menschen lactosetolerant. Ein Großteil der Weltbevölkerung hingegen verliert nach dem Abstillen die Fähigkeit Lactase zu synthetisieren. Dadurch wird die mit der Nahrung aufgenommene Lactose nicht hydrolisiert, sondern gelangt in dieser Form in das Colon, wo sie von Bakterien zu Milchsäure und Wasserstoff vergoren wird. Dies führt zu den typischen Symptomen der Lactoseintoleranz wie abdominale Schmerzen, Blähungen, Flatulenz oder Diarrhoe. Die genetische Ursache der primären adulten Lactoseintoleranz ist ein Austausch der Nukleinbase T zu C an Position -13910 am Lactasegen. Die Genotypisierung des T/C-13910 Polymorphismus ermöglicht bei Europäern eine Differentialdiagnostik zwischen der primären und der sekundären Lactoseintoleranz, die unter anderem in Folge unterschiedlicher gastrointestinaler Erkrankungen entstehen kann. Es wurde gezeigt, dass die Genotypvariante T/T-13910 bei Personen sowohl aus Subsahara-Afrika als auch China nicht der Auslöser der Lactasepersistenz ist. Die Identifikation des C/T-130910 Polymorphismus im Zusammenhang mit dem Merkmal der Lactasepersistenz beziehungsweise der Lactasenonpersistenz ermöglichte jedoch Forschungsarbeiten mit möglichen Krankheiten, die mit dieser Genotypvariante assoziiert sein können. Der molekulare Regulationsmechanismus der LPH-Expression ist noch nicht vollständig aufgeklärt, wobei man heute generell der Ansicht ist, dass mehrere Ebenen eine Rolle dabei spielen: Auf der organischen Ebene wird der Mechanismus während der gewebsspezifischen und differentialen Expression entlang der longitudinal Achse des Dünndarms reguliert, auf der zelluläre Ebene während der Differenzierung der Enterozyten, und während der Entwicklung über eine transkriptionale und posttranskriptionale Ebene.
Abstract
(Englisch)
Due to genome analysis of neolithic skeletons it was proved that 8000 years ago people have not been able to digest milk. The genetically determinated ability to hydrolyze lactose is an autosomal-dominant trait, which has spread significantly according to an evolutionary point of view. In our geographic region approximately 70 percent of humans are lactose-tolerant. However, the majority of the global population loses the ability to synthesize lactose soon after weaning. Thus, the lactose included in the daily food reaches the colon unhydrolized, and is fermented by bacteria to lactic acid and hydrogen. As a result, patients suffer from the typical symptoms of hypolactasia like abdominal pain, flatulence and diarrhoea. The genetic cause of the adult type of hypolactasia is an exchange from the nucleic base T to C on position -13910 on the lactase gene. The genotyping of the T/C-13910 polymorphism allows a differential diagnosis from adult type hypolactasia and secondary hypolactasia, which can result from different gastrointestinal diseases. It was shown that genotype variant T/T-13910 is not the causing variant of the adult type hypolactasia from people of sub Sahara Africa as well as from China. However the identification of the C/T-130910 in association with the persistence or non-persistence of lactase, respectively, allows researches in different diseases which could be associated with this genotype variation. The molecular mechanism of the regulation of the lactase expression is not clarified yet, however it is considered today that the lactase gene is regulated at several levels: at a cellular level during differentiation of enterocyte, at an organ level for tissue specific and differential expression along the longitudinal axis of the small intestine, and during development at a transcriptional and posttranscriptional level.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Englisch)
Hypolatasia C/T-13910
Schlagwörter
(Deutsch)
Hypolactasie C/T-13910 Polymorphismus Lactoseintoleranz LPH
Autor*innen
Tanja Maria Bacher
Haupttitel (Deutsch)
Genetisch determinierte adulte Lactoseintoleranz
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
XI, 96 S. : Ill., graph. Darst.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jürgen König
Klassifikation
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.00 Naturwissenschaften allgemein: Allgemeines
AC Nummer
AC07921137
Utheses ID
6706
Studienkennzahl
UA | 474 | | |
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