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Das Paradigma des Brudermordes in der Darstellung römischer Bürgerkriege
Tamara Lampl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) UF Französisch UF Latein
Betreuer*in
Elisabeth Klecker
DOI
10.25365/thesis.74956
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20617.41576.282342-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Roms Bürgerkriege werden von lateinischen Autoren als Akt der Selbstzerstörung und als fester Bestandteil der römischen Geschichte wahrgenommen. Szenen, bei denen enge Familienmitglieder – insbesondere Brüder – aus politischen Interessen gegeneinander kämpfen, stellen die vielleicht prägnanteste Repräsentation von Bürgerkriegen dar. Ziel dieser Arbeit war die Bestimmung des Phänomens Bruderkampf bei lateinischen Autoren hinsichtlich seiner Funktionen in der lateinischen Literatur. Unterschieden wurde dabei zwischen dem bewussten Töten des eigenen Bruders, das durch Streitigkeiten bezüglich der Thronfolge motiviert ist, und dem unbeabsichtigten Morden auf dem Schlachtfeld. Für Ersteres wurden zwei Beispiele aus der Mythologie näher beleuchtet: einerseits Romulus‘ Mord an Remus, andererseits das thebanische Brüderpaar Eteocles und Polynices. Für Zweiteres, die unbewusste Tötung des eigenen Bruders, wurde die Rezeption einer Szene des Historiographen Sisenna analysiert, bei der ein Soldat auf dem Schlachtfeld erkennt, dass es sich bei dem getöteten Gegner um seinen eigenen Bruder handelt, und anschließend Suizid begeht. Es zeigte sich, dass die Darstellungsweise in vielerlei Hinsicht von den beiden Mythen beeinflusst ist. Weiters wurde ein unterschiedlicher Einsatz der Episode je nach Argumentationsziel sichtbar: Während sie in der Historiographie (etwa bei Livius) zur Illustration von Bürgerkriegsperioden genutzt wird, dient der Selbstmord des Soldaten bei Tacitus zur Vorhebung römischer Idealwerte. Bei christlichen Autoren fungiert sie hingegen als Negativbespiel für pagane Ideologien. Dabei konnte herausgearbeitet werden, dass Orosius die Definition der Episode als bewussten oder unbewussten Brudermord als hinfällig betrachtet, da die Bereitschaft zum Töten von Blutsverwandten überhaupt erst Bürgerkriege ermögliche.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Rom Bürgerkriege bella civilia Romulus Eteocles Polynices Sisenna Tacitus Livius Orosius Lucan discordia
Autor*innen
Tamara Lampl
Haupttitel (Deutsch)
Das Paradigma des Brudermordes in der Darstellung römischer Bürgerkriege
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
92 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Elisabeth Klecker
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft. Allgemeines ,
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe. literarische Motive. literarische Themen
AC Nummer
AC17026086
Utheses ID
67439
Studienkennzahl
UA | 199 | 509 | 519 | 02
