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Split and the disintegration of Yugoslavia
the "Vlaji" ascendancy and the affirmation of Croatian nationalism
Matthew Dean Moyers
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lg)
Betreuer*in
Thomas Row
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.73929
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31201.41812.564731-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Stadt Split und deren drastischer wirtschaftlicher, sozialer und politischer Transformation ab 1979. Was einst als eine zutiefst jugoslawische Stadt mit Industriearbeitern, multikulturellen Bevölkerung und starken kommunistischen Grundlage galt, wurde zu einer von HDZ-Loyalisten kontrollierten Stadt zu einer Brutstätte des kroatischen Ethnonationalismus. Die Entwicklung von Split im 20. Jahrhunder verlief parallel zum Trend der Urbanisierung in Jugoslawien, bei dem Menschen vom Land in die großen städtischen Zentren abwanderten, um Arbeit zu finden. Im Fall Splits waren diese Migranten als vlaji bezeichnet und stammten aus den ländlichen Gebieten des dalmatinischen Hinterlandes. Als die jugoslawische Staatsverschuldung und die Inflation in den 1980er Jahren immer weiter zunahmen, kam es zu Spannungen zwischen Slowenien und Kroatien, die eine eher exportorientiert Wirtschaft hatten und der föderalen Regierung in Belgrad, welche mit ihrer Zentralisierungspolitik versuchte, den Reichtum der beiden Republiken zu sammeln und an die weniger entwickelten Republiken umzuverteilen. Unter diesen Umständen bildete sich zunächst im Kosovo und später in den serbisch dominierten Gebieten Kroatiens eine serbische nationalistische Bewegung. In Split antworteten die vlaji auf den serbischen Nationalismus mit einem eigenen kroatischen Nationalismus. Während der ersten Mehrparteienwahlen des Landes trugen die vlaji von Split dazu bei, die Kroatische Demokratische Union (HDZ) von Franjo Tudjman an die Macht zu bringen. Sobald die HDZ an der Macht war, begann in Split eine Zeit der wirtschaftlichen Privatisierung, in der viele HDZ-Loyalisten sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor bequeme Positionen erhielten. Diese tiefgreifenden Veränderungen fanden zur gleichen Zeit statt, als Kroatien seinen Unabhängigkeitskrieg führte. Die vlaji, die in Split jahrzehntelang sozial und wirtschaftlich ausgegrenzt waren, übernahmen nun die politischen und wirtschaftlichen Machtpositionen und verwandelten die Stadt in einen Ort des kroatischen Ethnonationalismus. Der Höhepunkt dieses Wandels wurde 2007 erreicht, als Željko Kerum zum Bürgermeister Splits gewählt wurde, ein Bauarbeiter und Kriegsprofiteur, der unverhohlen einen Wahlkampf auf der Grundlage des kroatischen Ethnonationalismus führte. Solch eine Realität in Split wäre 1980 noch undenkbar gewesen. Durch die Untersuchung der Entwicklung der Stadt fügt diese Arbeit dem aktuellen Narrativ über den Zerfall Jugoslawiens eine lokale Perspektive hinzu.
Abstract
(Englisch)
This thesis considers the city of Split and how it experienced a drastic economic, social, and political transformation starting in 1979. What was once considered a very Yugoslavian city with an industrial workforce, a multicultural population, and a strong communist base became a city controlled by HDZ-loyalists and a hotbed for Croatian ethnonationalism. Split’s development throughout the 20th century paralleled the trend of urbanization in Yugoslavia wherein people from the countryside migrated to the big urban centers in search of work. In the case of Split, these migrants were known as the vlaji, and came from the rural areas of the Dalmatian hinterland. As Yugoslav national debt and inflation began to soar in the 1980s, tensions rose between Slovenia and Croatia, whose economies were more export-oriented, and the federal government in Belgrade, whose centralization policies sought to collect and redistribute the two republics’ wealth to the less developed republics. It is within this context that a Serb nationalist movement formed, first in Kosovo and later in the Serb-dominated areas of Croatia. In Split, the vlaji responded to the Serb nationalism with a Croatian nationalism of their own. In the country’s first multiparty elections, Split’s vlaji helped to usher into power Franjo Tuđman’s Croatian Democratic Union (HDZ). Once the HDZ was in power, Split underwent a period of economic privatization wherein many HDZ-loyalists were given cushy positions in both the private and public sectors. These sweeping changes occurred simultaneously as Croatia was fighting its war for independence. The vlaji, who had for decades been socially and economically outcast in Split, had thus taken over the political and economic positions of power and transformed the city into a denizen of Croatian ethnonationalism. The capstone of this transformation came in 2007 when Željko Kerum was elected as Split’s mayor, a conservative construction worker who ran a campaign based on Croatian nationalism. Such a reality in Split would have been unthinkable in 1980. By examining the city’s evolution, this research adds a local perspective to the current narrative of the disintegration of Yugoslavia.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Jugoslawien Kroatien Split
Schlagwörter
(Englisch)
Yugoslavia Croatia Split Breakup of Yugoslavia
Autor*innen
Matthew Dean Moyers
Haupttitel (Englisch)
Split and the disintegration of Yugoslavia
Hauptuntertitel (Englisch)
the "Vlaji" ascendancy and the affirmation of Croatian nationalism
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
73 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Thomas Row
Klassifikation
15 Geschichte > 15.70 Balkanstaaten
AC Nummer
AC16912159
Utheses ID
67575
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1