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Queere Care - Aspekte neoliberaler Staatlichkeit, Sorgehierarchien und Widerstandspraxen
Sezan Isabella Eyrich
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Ayse Dursun
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.74145
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12306.57997.320663-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In den letzten Jahren, vor allem bedingt durch die Covid-19-Pandemie, hat das Thema Care gesellschaftliche wie akademische Aufmerksamkeit erhalten. Durch neue Betroffenheiten und verstärkte strukturelle Ungleichheiten aufgrund und während einer Gesundheitskrise, wurde die Thematik aus feministischer Perspektive gründlich analysiert. Viele dieser Analysen haben die Rolle der cis-Frau als Care-Arbeiterin beleuchtet, und die vergeschlechtlichte Hierarchisierung staatlicher Care-Verhältnisse kritisch hinterfragt. Diese Arbeit baut auf den Erkenntnissen der feministischen Forschung hinsichtlich Care auf, erweitert diese jedoch um intersektionelle und Queere Perspektiven und Kritiken. Denn diese kommen in den dominanten akademischen und gesellschaftlichen Diskursen häufig zu kurz. Mithilfe Queer-feministischer methodischen Vorgehensweisen, dem Dialogical Engagement und des Queer-Readings, werden in dieser Arbeit jene Perspektiven systematisch mit in die Beantwortung der Frage 'Wie ist Care in neoliberaler Staatlichkeit organisiert und hierarchisiert?' hineinbezogen. Diese Analysen beleuchten die heteronorm-vergeschlechtlichte und rassifizierte Hierarchisierung von Macht- und Care-Verhältnissen in neoliberaler Staatlichkeit kritisch. Sie zeigen auf, dass durch tief-verwobene Narrative und Normen (hinsichtlich Subjektwerdung und zwischenmenschlicher Beziehungen), Care in neoliberaler Staatlichkeit gewaltsam hierarchisiert wird. Es entstehen gewaltsame Ausschlüsse, die bestimmte Menschen als unwahr, nicht betrauerbar, und deshalb nicht 'care-würdig' konstruieren. Von diesen Ausschlüssen sind besonders Menschen betroffen, die mehrfach marginalisiert sind. Dazu gehören zum Beispiel Queere, migrantische Personen. Die Arbeit zeigt aber auch auf, dass die von Ausschluss betroffenen Personen, dennoch Praxen von Care durchführen und in sorgenden Beziehungen leben. Wie Care außerhalb der neoliberal-staatlichen Normen organisiert und gelebt wird, ist ebenso leitende Frage dieser Arbeit. Queere Praxen wie selbstbestimmte Körper und Namen, Queere Formen von Intimität, und kollektive Care durch Umverteilungsprozesse und Trauerarbeit werden in dieser Arbeit als Care-Verhältnisse außerhalb der Norm verstanden, dargelegt und analysiert. Die intersektionelle Perspektive auf diesen Forschungsgegenstand erlaubt es, die zwischenmenschlichen Care-Praxen hinsichtlich ihres Einflusses auf staatliche und strukturelle Care-Verhältnisse zu analysieren. Hier zeigt sich, dass nicht-normative Care-Praxen Ausschlüsse transformieren können; Sie können neu konstituieren, wer als betrauerbar, und deshalb als 'care-würdig' konstruiert wird. Dabei handelt es sich nicht um die Eingliederung vormals ausgeschlossener Menschen in die hierarchischen Care-Strukturen, sondern um ein gänzlich neues Verständnis von Care, das allen Menschen Verletzbarkeit und deshalb das Recht auf Care anerkennt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Queer- und Trans-Studies Care Sorge Staatlichkeit Heteronormativität Subjektwerdung
Autor*innen
Sezan Isabella Eyrich
Haupttitel (Deutsch)
Queere Care - Aspekte neoliberaler Staatlichkeit, Sorgehierarchien und Widerstandspraxen
Paralleltitel (Englisch)
Queer care - aspects of neoliberal statehood, care hierarchies and practices of resistance
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
99 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ayse Dursun
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines ,
89 Politologie > 89.00 Politologie. Allgemeines ,
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.42 Staat und Bürger
AC Nummer
AC16926585
Utheses ID
67628
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1