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Eisenerz und Saalbach-Hinterglemm
ökologische Erhebungen zu repräsentativen Alpengemeinden
in Österreich
Martin Prinz
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Lebenswissenschaften
Betreuer*in
Karl Reiter
DOI
10.25365/thesis.7458
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29814.16371.815155-0
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Vegetationstypen in den Gemeinden Eisenerz und Saalbach-Hinterglemm. Beide Gemeinden gehören mit Reichenau an der Rax, Virgen in Osttirol, Thaur im Inntal und Sonntag im Großen Walsertal zu den so genannten „RAUMALP-Gemeinden“. Diese Gemeinden wurden im Zuge des Projektes „RAUMALP – Raumstrukturelle Probleme im Alpenraum“ von verschiedensten Seiten her untersucht.
Methodik
Einer vorhergehenden Stratifizierung der Gemeindeflächen auf Basis verschiedenster ökologischer Layer (Geologie, Klima, Höhenstufen, Exposition, Inklination, Hemerobie des Waldes und Gliederung der Kulturlandschaft) folgte eine subjektive Auswahl von jeweils einem 250 m x 250 m Planquadrats pro Stratum. Es wurden daher in Eisenerz 14 Quadrate und in Saalbach-Hinterglemm 16 Quadrate zur Analyse ausgewählt.
Innerhalb dieser Quadrate wurde nun versucht, alle unterschiedlichen Vegetationstypen mit einer Vegetationsaufnahme zu repräsentieren. In diesem Fall wurden 93 pflanzensoziologische Vegetations¬aufnahmen in Eisenerz und 116 Aufnahmen in Saalbach-Hinterglemm durchgeführt, bei denen insgesamt 584 verschiedene Pflanzenarten aufgefunden wurden.
Die einzelnen Vegetationsaufnahmen wurden dann mit mittels TWINSPAN (HILL 1979), einem numerischem Gruppierungsverfahren, bearbeitet. Nach einer subjektiven Umsortierung zur Verbesserung der synsystematischen Zuteilung der Aufnahmen wurden die einzelnen Gruppen mit Hilfe der Pflanzengesellschaften Österreichs (MUCINA, L., GRABHERR, G. & ELLMAUER, T. (Hrsg.) 1993; GRABHERR, G. & MUCINA, L. (Hrsg.) 1993; MUCINA, L., GRABHERR, G. & WALLNÖFER, S. (Hrsg.) 1993) zu konkreten Syntaxonen zugewiesen.
Insgesamt konnten die 209 Vegetationsaufnahmen zu 73 verschiedenen Pflanzengesellschaften und acht Syntaxonen höherer Ordnung zugewiesen werden, wobei nur sieben übereinstimmende Syntaxone ausgewiesen wurden. Alle anderen pflanzensoziologischen Einheiten waren jeweils nur in einer Gemeinde zu finden.
Zusätzlich wurde die Landschaftsstruktur von jedem Planquadrat erfasst. Da die aufgenommenen Daten jedoch nur numerischer Natur sind und die Abgrenzung von Flächen auf Basis von Orthophotos nicht möglich war, wurden diese Informationen nur beispielhaft ausgewertet.
Eisenerz im Speziellen
Im Norden hat die Gemeinde Anteil am Plateau des Hochschwabmassiv und im Süden an den Eisenerzer Alpen, die im Eisenerzer Reichenstein (2165 m) die höchste Erhebung der Gemeinde findet. Dementsprechend erstreckt sich das Gemeindegebiet von der submontanen bis zur alpinen Stufe. Aufgrund der Schroffheit der Gemeindefläche (3/4 steiler als 45 %) besticht diese vor allem durch den hohen Waldanteil von nahezu 65 %. Aufgrund der großflächigen Besitzstruktur präsentiert sich jedoch die Hälfte der Waldfläche als unstrukturierter Fichtenforst. Kleine Urwaldreste gibt es in exponierten Lagen.
Nur das Tal des Erzbaches und die Ramsau weisen eine nennenswerte Besiedelung auf, obwohl dieser Raum aufgrund des Erzvorkommens schon beinahe 2000 Jahre unter menschlichem Einfluss steht. Ansonsten gibt es nur einige kleine versprengte Weiler.
Die Landwirtschaft spielt flächenmäßig kaum eine Rolle. Ackerflächen existieren nicht und Mähwiesen gibt es nur relativ kleinflächig am Talboden. Almflächen finden sich nur in der Ramsau, dem Gsoll und im hintersten Seeautal.
Aufgrund der großen Höhenerstreckung, der unterschiedlichsten Neigungsklassen und unterschiedlichster Nutzungen kann Eisenerz mit einer hohen Biodiversität aufwarten. Laut Florenliste (NIKLFELD in. Vorb.) sollen 1255 Pflanzenarten zu finden sein. Infolge der Kartierung konnten bei 93 Vegetationsaufnahmen 433 Arten aufgefunden werden.
Pflanzensoziologisch dominieren im Wald Gesellschaften aus dem Verband der Athyrio-Piceetalia. Lediglich die etwas naturnäheren Wälder sind typischerweise den Querco-Fagetea, und hier vor allem dem Adenostylo glabrae-Fagetum zuzurechnen.
Die genutzten Wiesen und Weiden sind vorwiegend der Klasse Molinio-Arrhenatheretea zuzuweisen. Die nicht bewirtschafteten subalpinen und alpinen Rasen entsprechen Assoziationen der Seslerietea albicantis, wobei die das Seslerio-Caricetum sempervirentis und das Caricetum ferrugineae großflächig ausgebildet sind.
Die Vegetation der großflächig vorhandenen Schuttflächen entspricht den Verbänden Thlaspietalia rotundifolii und Arabidetalia caeruleae. An gestörten Stellen innerhalb des Waldgürtels sind es verschiedenste Assoziationen aus der Klasse der Mulgedio-Aconitetea und der Epilobietea angustifolii. Der Übergangsbereich zwischen subalpiner und alpiner Stufe wird von Gesellschaften der Ordnung des Erico-Pinion mugo gebildet.
Saalbach-Hinterglemm im Speziellen
Die Gemeinde zeichnet sich besonders durch ihre „Grasberge“ aus, die durch die leichte Verwitterbarkeit des Ausgangsgesteines entstanden sind. Die vorhandenen Waldflächen, die nur etwa 25 % der Gesamtfläche ausmachen, sind nur an den nordseitigen Hängen und an steilen Hängen großflächig zu finden, sind relativ naturnah und entsprechen im Wesentlichen dem Verband des Piceion excelsae. Die häufigen Schlagfluren bringen Gesellschaften des Sambuco-Salicion capreae und des Carici piluliferae-Epilobion angustifolii hervor.
Die durch den Skitourismus bekannt und wohlhabend gewordene Gemeinde erstreckt sich von ca. 900 bis 2363 m Seehöhe. Dementsprechend erstreckt sich das Gemeindegebiet von der montanen bis zur alpinen Höhenstufe. Ackerflächen sind nicht zu finden, die Gemeindefläche wird von Grünland dominiert. Im Tal und an den Unterhängen sind es intensive Wiesen des Poo-Trisetetums. Die Weiden der subalpinen und alpinen Stufe, sowie die natürlichen Rasen sind den Caricetea curvulae zuzuordnen. An Windkanten und an den Übergangsbereichen an der Waldgrenze sind das Loiseleurio-Cetrarietum bzw. das Rhododendretum ferruginei zu finden.
Typisch für die Schutthalden und Felsfluren sind das Petasitetum nivei und das Sieversio-Oxyrietum digynae aus der Klasse Thlaspietea rotundifolii, genauso wie die Assoziationen aus der Klasse Salicetea herbaceae für die häufigen Schnneebodensituationen. Durch die heterogenen geologischen Verhältnisse treten sehr viele Quellen mit unterschiedlichem Chemismus auf, die den Klassen der Montio-Cardaminetea und Scheuchzerio-Caricetea zuzurechnen sind. Typisch für die vorhandenen Gratplateaus sind kleine oligotrophe Bergseen, die das seltene Eriophoretum scheuchzeri hervorbringen.
Von den 936 möglichen Pflanzenarten lauf Verbreitungsatlas der Flora Österreichs (NIKLFELD in. Vorb.) wurden in 116 Aufnahmen 372 aufgefunden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Eisenerz Saalbach-Hinterglemm Raumalp Vegetationskartierung Landschaftsstrukturanalyse
Autor*innen
Martin Prinz
Haupttitel (Deutsch)
Eisenerz und Saalbach-Hinterglemm
Hauptuntertitel (Deutsch)
ökologische Erhebungen zu repräsentativen Alpengemeinden
in Österreich
Publikationsjahr
2005
Umfangsangabe
165 S. : Ill., graph. Darst., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Georg Grabherr
Klassifikationen
42 Biologie > 42.44 Pflanzengeographie, Pflanzenökologie, Pflanzensoziologie ,
43 Umweltforschung > 43.31 Naturschutz
AC Nummer
AC04892149
Utheses ID
6764
Studienkennzahl
UA | 444 | | |
