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Weggesperrt - eine empirische Untersuchung über die psychischen und kommunikativen Folgen von Gewalt im Strafvollzug
Hannah Magdalena Speyer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Publizistik- u. Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Jörg Matthes
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.74578
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14867.73749.933438-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gewalt ist ein weitreichendes soziales Problem, das in verschiedenen Formen und Kontexten auftreten kann. Sie manifestiert sich nicht nur in körperlichen Übergriffen, sondern auch in verbaler, psychischer und struktureller Form. Gewalt kann sowohl individuell als auch kollektiv auftreten und betrifft Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und sozialen Hintergrunds. Gewalt ist ein beunruhigendes Phänomen, das nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch im deutschen Strafvollzug verbreitet ist. Im Kontext des deutschen Strafvollzugs ist Gewalt eine besondere Herausforderung. Vor diesem Hintergrund soll die vorliegende Arbeit Erkenntnisse darüber gewinnen, welche psychischen und kommunikativen Folgen die Gewalt im deutschen Strafvollzug mit sich bringt. Ziel dieser Untersuchung ist es, die Auswirkungen von Gewalt auf die psychische Gesundheit der Inhaftierten sowie auf die zwischenmenschliche Kommunikation innerhalb des Strafvollzugs zu untersuchen. Zunächst werden verschiedene Formen der Gewalt im Gefängnis kontextualisiert, einschließlich physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt. Anschließend wird der Fokus auf die psychischen Folgen gelegt, die Gewalt bei den Insass:innen hervorrufen kann. Des Weiteren werden die Auswirkungen von Gewalt auf die zwischenmenschliche Kommunikation analysiert. Diese Arbeit ergänzt bestehende Literatur zu dem Thema, indem sie eine empirische qualitative Studie durchführt. In dieser Untersuchung wurden leitfadengestützte Interviews mit Expert:innen geführt. Zu den Befragten gehörten Bedienstete des Strafvollzugs, Personen, die die Inhaftierten vor, während und nach der Haft begleiteten und ehemalige Strafgefangene selbst. Die Forschungsergebnisse zeigen auf, dass Gewalt in Haft ein alltägliches Phänomen ist und die Hauptgründe dafür hauptsächlich in der fehlenden Beschäftigung liegen. Es ist zudem ersichtlich, dass nicht auszuschließen ist, dass der Strafvollzug psychische oder kommunikative Folgen mit sich bringt. Diese sind allerdings im Rahmen der vorliegenden Forschung nicht so eindeutig aufzuzeigen. Trotzdem verdeutlichen die Ergebnisse dieser Untersuchung die dringende Notwendigkeit, angemessene Maßnahmen zur Prävention und Intervention von Gewalt im deutschen Strafvollzug zu entwickeln. Die Implementierung von Programmen zur Gewaltprävention, die Förderung psychischer Gesundheit und die Stärkung der Kommunikationskompetenzen aller Beteiligten können dazu beitragen, die negativen Folgen von Gewalt zu verringern und eine sicherere und rehabilitationsorientierte Gefängnisumgebung zu schaffen.
Abstract
(Englisch)
Violence is a wide-ranging social problem that can occur in various forms and contexts. It manifests itself not only in physical assaults, but also in verbal, psychological and structural forms. Violence can occur both individually and collectively and affects people of different ages, genders, and social backgrounds. Violence is a disturbing phenomenon that is widespread not only in society but also in German prisons. In the context of the German penal system, violence is a particular challenge. Both prisoners and prison staff are potentially affected by violence. Against this background, this paper aims to gain insights into the psychological and communicative consequences of violence in German prisons. The aim of this study is to examine the impact of violence on the mental health of inmates as well as on interpersonal communication within the jail system. First, different forms of violence in prison are contextualized, including physical, psychological, and sexual violence. Subsequently, the focus will be on the psychological consequences that violence can cause in inmates. Furthermore, the impact of violence on interpersonal communication is analyzed. This thesis adds to existing literature on the topic by conducting an empirical qualitative study. In this study, guided interviews were conducted with experts. Interviewees included correctional staff, individuals who accompanied detainees before, during, and after incarceration, and former detainees themselves. The research results indicate that violence in detention is a common phenomenon and the main reasons for it are mainly the lack of activities. It is also evident that it cannot be ruled out that imprisonment has psychological or communicative consequences. However, these cannot be shown so clearly in the context of the present research. Nevertheless, the results of this study highlight the urgent need to develop appropriate measures for the prevention and intervention of violence in the German prison system. Implementing violence prevention programs, promoting mental health, and strengthening the communication skills of all involved can help reduce the negative consequences of violence and create a safer and more rehabilitative prison environment.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gewalt psychische Folgen kommunikative Folgen Gefängnis
Autor*innen
Hannah Magdalena Speyer
Haupttitel (Deutsch)
Weggesperrt - eine empirische Untersuchung über die psychischen und kommunikativen Folgen von Gewalt im Strafvollzug
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
178 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jörg Matthes
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.99 Kommunikationswissenschaft. Sonstiges
AC Nummer
AC16977790
Utheses ID
68001
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1