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Zeitgemäß, schriftgemäß, heilsam?
Kernkriterien verantworteter Seelsorge
Marianne Pratl
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Evangelisch-Theologische Fakultät
Betreuer*in
Susanne Heine
DOI
10.25365/thesis.7505
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30231.80399.193062-5
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
In der gegenwärtigen Debatte um die Seelsorge steht eine ausufernde Fülle an Fachliteratur zur Verfügung. Ein kritischer Umgang mit der Verschiedenheit der möglichen Zugänge fällt aber insofern schwer, als es kaum formale Kriterien gibt, anhand derer sich die unterschiedlichen Entwürfe miteinander vergleichen ließen.
Die vorliegende Studie versucht, diese Lücke zu füllen. Sie unterscheidet drei Reflexionsebenen, deren Unterschiedlichkeit bisher zu wenig wahrgenommen wird: Einerseits die seelsorgerliche Praxis, deren jeweils unvergleichliche Individualität von keiner Theorie vorabgebildet werden kann; andererseits die Theorie der Praxis, die den konkreten Vollzug beobachtet und mit einzelwissenschaftlichen Methoden verarbeitet; und zum Dritten die Poimenik, die als theologische Disziplin die Frage nach den Prämissen seelsorgerlichen Handelns stellt. Jede dieser drei Reflexionsebenen arbeitet unter jeweils spezifischen Bedingungen, deren Implikationen viel deutlicher in die Debatten einzuführen sind.
Anhand detaillierter Analysen exemplarischer Seelsorgekonzeptionen zeigt sich, dass die Verhältnissetzung zwischen diesen Ebenen in der Literatur weitgehend unbefriedigend bleibt. Im Hintergrund steht ein theologisches Problemfeld, das weit über die Fragestellungen der Seelsorgeliteratur hinausgeht: Die Frage nämlich, wie die gegenwärtige Theologie mit dem protestantischen Schriftprinzip umgehen will, d.h. wie die der neuzeitliche Anspruch empirischer „Wissenschaftlichkeit“ mit der eigenen Verankerung in der biblischen Tradition zu vermitteln sei.
Die vorliegende Studie tritt für eine klare Differenzierung der Zugangsperspektiven ein: Das Schriftprinzip ist ein Bekenntnis des Glaubens und gehört daher auf die theologische Ebene der Poimenik, mithin auf die Ebene der glaubenden Deutung vorfindlicher Wirklichkeit. Die Theorie der Praxis dagegen muss als Einzelwissenschaft entworfen sein, die empirisch Wahrnehmbares durch anderes Empirisches erklärt. In der Kirche des simul iustus et peccator muss beides vollgültig nebeneinander gestellt sein: Die Wahrnehmung der Welt aus deren eigenen Gesetzmäßigkeiten heraus, und die Umdeutung dieser Wirklichkeit aufgrund des biblisch bezeugten Glaubens. Die Dialektik zwischen diesen beiden potenziell gegenläufigen Zugangsperspektiven wird daher zum Prüfstein für eine verantwortete Lehre von der Seelsorge.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Seelsorge Schriftprinzip Erfahrung
Autor*innen
Marianne Pratl
Haupttitel (Deutsch)
Zeitgemäß, schriftgemäß, heilsam?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Kernkriterien verantworteter Seelsorge
Paralleltitel (Englisch)
Criteria for pastoral care
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
244 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Susanne Heine ,
Ulrich Jürgen Körtner
Klassifikation
11 Theologie > 11.71 Seelsorge
AC Nummer
AC07451770
Utheses ID
6808
Studienkennzahl
UA | 082 | 041 | |
