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Wie fragil ist der virile Mann?
eine Auseinandersetzung mit Vorstellungen von Männlichkeit in der hellenistischen Antike
Stephan Fraß-Poindl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Johann Schelkshorn
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.74792
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27760.89009.742379-7
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Beachtet man den soziokulturellen wie gesamtgesellschaftlichen Diskurs zum Themen-komplex Männlichkeit wird einerseits deutlich, dass wir es mit einer große Diversität hinsichtlich der Ansätze und andererseits vielfach mit dem Punkt Männlichkeit und Gewalt als wesentliche Schnittmenge dieser Diskurse zu tun haben. Die Sozialwissen-schaften sprechen in diesem Zusammenhang von der sog. hegemonialen Männlichkeit, die unsere Gesellschaftsstrukturen prägt beziehungsweise von sog. fragiler Männlichkeit, wenn die Aneignung und Vergewisserung von Virilität immer wieder aufs Neue erfol-gen muss und ihren Ausdruck in Gewalt gegenüber Frauen und Kindern findet. Dahin-ter scheint aber ein Phänomen verborgen zu sein, das nicht nur in den gegenwärtigen Sozialwissenschaften, sondern wesentlich auch im philosophischen Denken - insbeson-dere der Antike – zu finden ist. Das Verständnis von Geschlecht und Sexualität unterlag im antiken Denken einem sehr engen Korsett an Regeln, wodurch es möglich wurde, dass ein Mann durch ein bestimmtes Verhalten, dass nicht diesen Regeln entsprach, sei-ne Männlichkeit verlieren und damit verweiblichen konnte. Dies führte schließlich dazu, dass durch bestimmtes insbesondere gewaltvolles Verhalten die Virilität des Mannes immer aufs Neue unter Beweis gestellt werden musste. Daher kann der Beginn der sog. negativen Andrologie dementsprechend nicht erst am Ende des 18. Jahrhunderts, son-dern bereits in der hellenistischen Antike angesiedelt werden. In der vorliegenden Ar-beit wird das Verständnis von Männlichkeit in der antiken hellenistischen Kultur aus dem Blickwinkel gegenwärtiger Herausforderungen präzisiert und es wird der Frage nachgegangen, worin genau die Virilität des antiken Mannes bestand, beziehungsweise wodurch und in welcher Weise er diese verlieren konnte. Hierbei werden auch die Un-terschiede zwischen christlichem und paganem Denken herausgearbeitet und so der Transformationsprozess des Verständnisses von Männlichkeit sichtbargemacht.
Abstract
(Englisch)
Considering the socio-cultural and overall social discourse on the subject of masculinity, it becomes clear on the one hand that we are dealing with a great diversity in terms of approaches and, on the other hand, with the point of masculinity and violence as an es-sential intersection of these discourses. In this context, the social sciences speak of so-called hegemonic masculinity, which shapes our social structures, or of so-called fragile masculinity, when virility has to be acquired and secured repeatedly and finds its expression in violence against women and children. Behind this, however, a phenomenon seems to be hidden that can be found not only in the current social sciences, but also essentially in philosophical thinking - espe-cially in antiquity. In ancient thinking, the understanding of gender and sexuality was subject to a very tight corset of rules, which made it possible for a man to lose his mas-culinity and thus become feminine by behaving in a certain way that did not comply with these rules. This finally led to the fact that the virility of the man had to be proven repeatedly through certain, particularly violent behaviour. Therefore, the beginning of the so-called negative andrology cannot be placed at the end of the 18th century, but as early as Hellenistic antiquity. In my thesis, the understanding of masculinity in the an-cient Hellenistic culture is specified from the perspective of current challenges following the question of what exactly the virility of the ancient man consisted and in what way it could be lost. It further makes the differences between Christian and pagan thinking on masculinity visible and shows the transformation from the Hellenistic ideal of virility to the new thinking of a Christian man.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Männlichkeit Antike Gewalt
Autor*innen
Stephan Fraß-Poindl
Haupttitel (Deutsch)
Wie fragil ist der virile Mann?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Auseinandersetzung mit Vorstellungen von Männlichkeit in der hellenistischen Antike
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
116 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Johann Schelkshorn
Klassifikation
08 Philosophie > 08.21 Griechische Philosophie. römische Philosophie
AC Nummer
AC16997261
Utheses ID
68480
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
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