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Polens Migrationsregime im Wandel?
eine strategieorientierte Diskursanalyse der Diskussionen um Flucht
Olivia Schabowski
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Brigitte Fuchs
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.74535
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10582.07809.598822-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Forschungsarbeit zielt darauf ab, den öffentlichen Diskurs über Flucht und Migration in Polen auf Basis der von Turkowski und Mikfeld (2013) vorgeschlagenen Strategieorientierten Diskursanalyse zu analysieren. Der Fokus liegt dabei auf der grundlegenden Unterschiedlichkeit dieses Diskurses aus Anlass der Flucht- und Migrationsbewegungen aus dem Nahen und Mittleren Osten 2015 einerseits und aufgrund der russischen Invasion aus der Ukraine 2022 nach Polen und in die EU andererseits. Dabei wird insbesondere die Frage aufgeworfen, in welcher Weise die Beziehung Polens zur Europäischen Union (EU) einen binär organisierten Diskurs (Abwehrhaltung gegenüber Flüchtlingen aus Ländern Asiens 2015, Willkommenskultur gegenüber UkrainerInnen 2022) über Flucht und Migration formt. Die Analyse der politischen und diskursiven Rahmenbedingungen zeigt zunächst die wachsende politische Herausforderung durch rechtspopulistische Parteien in Europa, insbesondere in Osteuropa auf. Die Diskursanalyse, die die liberale, EU-freundliche Tageszeitung Gazeta Wyborcza (GW) unterstreicht die Hegemonie fremdenfeindlicher, rassistischer, antisemitischer, anti-islamischer sowie gegen den Feminismus und LGBTQ+-Personen gerichteter Rhetoriken in Polen 2015, während 2022 UkrainInnen als („EUropäische“) FreundInnen generell willkommen geheißen wurden. Die Arbeit demonstriert, dass sich 2015 die nationalstaatliche Konstruktion von „Flüchtlingen“ und von "Fremdheit als Problem" (Mikroebene) mit einer auf der Konzeption einer neokolonialen Flüchtlingspolitik basierten Konstruktion des "Anderen" durch die EU (Makroebene) verknüpft. Als Resultat zeigt sich die ungleiche Behandlung von inner- und außereuropäischen Flucht- und Migrationsbewegungen bzw. Flüchtlingen/MigrantInnen in Polen und in der EU. Einen weiteren Fokus der Arbeit, der theoretisch auf der Erfassung von komplexen (Bio-)Politiken als „Regime“ basiert, bildet der als problematisch charakterisierte EU-ropäische Umgang mit Flucht und Migration. Dieser ist durch eine widersprüchliche Grenz- und Migrationspolitiken gekennzeichnet und diskriminiert als nicht-europäisch konstruierte Flüchtlinge und MigrantInnen in menschenrechtlicher Perspektive grundlegend.
Abstract
(Englisch)
This research aims to analyze the public discourse on flight and migration in Poland using the strategy-oriented discourse analysis proposed by Turkowski and Mikfeld (2013). The focus is on the fundamental differences in this discourse related to the flight and migration movements from the Middle East in 2015 on one hand, and due to the Russian invasion from Ukraine in 2022 into Poland and the EU on the other. In particular, the question is raised about how Poland's relationship with the European Union (EU) shapes a binary-organized discourse (defensive stance towards refugees from Asian countries in 2015, welcoming culture towards Ukrainians in 2022) on flight and migration. The analysis of the political and discursive conditions initially highlights the growing political challenge posed by right-wing populist parties in Europe, especially in Eastern Europe. The discourse analysis, which evaluates the liberal, EU-friendly newspaper Gazeta Wyborcza (GW) in contrast to tabloid media, emphasizes the hegemony of xenophobic, racist, anti-Semitic, anti-Islamic, anti-feminist, and anti-LGBTQ+ rhetoric in Poland in 2015, while Ukrainians were generally welcomed as "European" friends in 2022. The study demonstrates that in 2015, the national construction of "refugees" and "otherness as a problem" (micro-level) was linked to the construction of the "Other" by the EU based on the concept of neo-colonial refugee policies (macro-level). As a result, unequal treatment of intra-European and extra-European flight and migration movements, as well as refugees/migrants in Poland and the EU, is evident. Another focus of the study, theoretically based on the understanding of complex (bio)politics as "regimes," is the problematic EU-opean approach to flight and migration. This approach is characterized by contradictory border and migration policies and fundamentally discriminates against refugees and migrants constructed as non-European from a human rights perspective.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Migrationsregime Polen Flucht Migration
Schlagwörter
(Englisch)
migrationregime Poland migration
Autor*innen
Olivia Schabowski
Haupttitel (Deutsch)
Polens Migrationsregime im Wandel?
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine strategieorientierte Diskursanalyse der Diskussionen um Flucht
Paralleltitel (Englisch)
Polands migrationregime in transition?
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
95 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Fuchs
Klassifikation
71 Soziologie > 71.39 Soziale Gruppen. Sonstiges
AC Nummer
AC16974630
Utheses ID
68550
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1