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Die Yogaleggings: wie sie in Erzählungen rund um die eigene Yogapraxis zum Tragen kommen
Maria Prchal
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Europäische Ethnologie
Betreuer*in
Bernhard Fuchs
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.75062
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25849.54941.263234-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ich beschäftigte mich in meiner Master-Arbeit mit einem Gegenstand, an dem sich Diskurse, Machtstrukturen und Vorstellungen rund um heutige Yogapraktiken spiegeln: die „Yogaleggings“. Damit möchte ich dem Ansatz der Europäischen Ethnologie Rechnung tragen, Alltägliches und Selbstverständliches als solches aufzulösen, und folge einer etablierten Forschungstradition der Materiellen Kultur. Yogaleggings begegnen mir sowohl in wissenschaftlicher Literatur als auch in der Populärkultur als Sinnbild des als „modern“ verstandenen, kommodifizierten Yoga des Globalen Nordens. Hier werfen sich Fragen nach Approbation, Kommodifizierung und im Endeffekt Macht auf. Um Macht geht es auch in den Diskursen rund um Weiblichkeit, Feminismus und Exklusion, die anhand der Yogaleggings geführt werden. Entweder die Leggings wird als Gegenstand, der den weiblichen Körper kontrolliert und einem patriarchal geprägten Ideal näherbringen soll, gelesen, oder als emanzipatorische Äußerung bewusster Körperlichkeit. Vor diesem Hintergrund nähere mich mit Methoden und Theorien der Materiellen Kultur. Ich versuche, an einem Gegenstand und den Praktiken darum den größeren Kontext aufzudröseln und Diskurse abzulesen. Das schaffe ich, indem ich meine „Objektinterviews“ mit dem Werkzeugkoffer der „Grounded Theory“ analysiere. Was sich in den Gesprächen mit meinen Interviewpartnerinnen zeigt: Die Leggings ist in mehrerlei Hinsicht ein Teil ihrer Yogapraxis. Einerseits in der Routine: Sie signalisiert den Start der Yoga-Übungen. Andererseits in ihrer Materialität: Denn sie ergibt mit der Praktizierenden gemeinsam den sich bewegenden Körper und formt diese Bewegungen wesentlich mit. Außerdem ist die Yogalegging ihnen in ihrer populärwissenschaftlichen Darstellung präsent, etwa auf Social Media. Doch davon distanzieren sie sich bewusst, ihre Praxis bilden nur sie selbst – mit ihren Leggings.
Abstract
(Englisch)
In my master's thesis I focus on an object that reflects discourses, power structures, and ideas surrounding contemporary yoga practices: the 'Yogaleggings'. With this, I aim to adhere to the approach of European Ethnology, tackling the everyday and the taken-for-granted, at the same time following an established research tradition of Material Culture. Yogaleggings appear in both scholarly literature and popular culture as a symbol of the 'modern' commodified yoga of the Global North. Here, questions of appropriation, commodification, and ultimately power arise. Power is also a central theme in discourses surrounding femininity, feminism, and exclusion, which become visible in negotiations surrounding the yoga leggings. Either the leggings are interpreted as an object that controls the female body and seeks to bring it closer to a the ideal of the male gaze, or as an emancipatory expression of conscious corporeality. Against this backdrop, I approach the subject with methods and theories of Material Culture. I attempt to discover the broader context and interpret discourses surrounding an object and the practices around it. I achieve this by analysing my 'object interviews' with the toolbox of 'Grounded Theory.' What becomes apparent in conversations with my interviewees is that the leggings are, in several ways, a part of their yoga practice. Firstly, in terms of routine: they signal the start of yoga exercises. Secondly, in their materiality: they, together with the practitioner, constitute the moving body and significantly shape these movements. Additionally, the yoga leggings are present in their popular scientific representation: they think of Instagram, advertising, and popular studios. However, they consciously distance themselves from these representations, emphasizing that their practice is shaped solely by themselves—with their leggings."

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Yoga Materielle Kultur Post-Feminismus Postkolonialismus Neoliberalismus-Kritik Kulturwissenschaften
Autor*innen
Maria Prchal
Haupttitel (Deutsch)
Die Yogaleggings: wie sie in Erzählungen rund um die eigene Yogapraxis zum Tragen kommen
Publikationsjahr
2023
Umfangsangabe
71 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Bernhard Fuchs
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein. Allgemeines ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17044099
Utheses ID
69689
Studienkennzahl
UA | 066 | 823 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1