Detailansicht
Das zivilrechtliche Schicksal von Kartell-Folgeverträgen und marktmissbräuchlichen Verträgen im Lichte des Unionsrechts
Boris Bartho
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Rechtswissenschaften
Betreuer*in
Friedrich Rüffler
DOI
10.25365/thesis.75719
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25182.72136.626828-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob dem Unionsrecht Regeln im Hinblick auf die Wirksamkeit von Kartell-Folgeverträgen (Art 101 AEUV) und von missbräuchlichen Verträgen (Art 102 AEUV) zu entnehmen sind. Insofern die Frage zu bejahen ist, wird auf die Rechtsnatur und den Inhalt dieser Regeln eingegangen. Als Ausgangspunkt der Untersuchung dient die bisherige Rechtsprechung des EuGH zum genannten Rechtsproblem. Hierbei wird insb aus den Urteilen BRT II und Greenwich gefolgert, dass innerstaatliche Gerichte über das zivilrechtliche Schicksal von missbräuchlichen Verträgen in Ermangelung einer unionsrechtlichen Regelung auf Grundlage des innerstaatlichen Rechts unter Beachtung unionsrechtlicher Vorgaben zu entscheiden haben. Weiters wird auf Grund der beiden genannten Entscheidungen das Gebot der Berücksichtigung von Auswirkungen der missbräuchlichen Vertragsklauseln auf die Interessen der unterlegenen Vertragspartner und Dritter als einschlägige unionsrechtliche Vorgabe identifiziert. In Bezug auf das zivilrechtliche Schicksal von Kartell-Folgeverträgen wird konstatiert, dass der EuGH bisher keine klare Aussage hinsichtlich der Existenz einer einschlägigen unionsrechtlichen Vorgabe traf. In weiterer Folge wird die Rsp des EuGH zum kartellrechtlichen Schadenersatzanspruch analysiert. Auf Grundlage der so gewonnen Erkenntnisse werden die unionsrechtlichen Vorgaben im Hinblick auf das zivilrechtliche Schicksal von missbräuchlichen Verträgen für einzelne Konstellationen des Missbrauchs marktbeherrschender Stellung herausgearbeitet. Daran anknüpfend wird die Frage untersucht, ob das Unionsrecht (zumindest) in bestimmten Konstellationen die (Teil)Nichtigkeit von Kartell-Folgeverträgen verlangt. Diese Frage wird auf Grundlage teleologischer Erwägungen bejaht. Anschließend werden unionsrechtliche Vorgaben für einzelne Konstellationen wettbewerbswidriger Absprachen konkretisiert.
Abstract
(Englisch)
This thesis deals with the question whether EU law stipulates any legal provisions regarding the validity (i) of follow-up agreements between antitrust offenders and their customers and (ii) of abusive agreements. The starting point of the analysis is the ECJ case law in the relevant area. From cases BRT II and Greenwich, the conclusion is drawn that national courts have to decide on the validity of abusive agreements based on their domestic legislation but in compliance with the requirements of EU law. Furthermore, the relevant EU law requirement is identified: the impact of the abusive terms on the interests of weaker contractors and on interests of third parties has to be duly considered. Concerning the validity of follow-up agreements, it is demonstrated that, so far, the ECJ has never definitively stated whether any relevant EU law provisions apply. Subsequently, ECJ case law on antitrust damages (Courage and subsequent cases) is presented. Here, the question is raised whether this case law allows for deduction of general principles for private enforcement in a broader sense, including legal actions for nullity of contracts. Based on these findings, more precise EU law requirements concerning the validity of various kinds of abusive agreements are identified. Furthermore, this thesis examines whether EU law requires the nullity (or partial nullity) of follow-up agreements in at least some configurations. This is affirmed based on teleological arguments. In a further step, more precise EU law requirements concerning the validity of follow-up agreements are identified.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Wettbewerbsrecht Kartellrecht Marktmissbrauch Folgeverträge Nichtigkeit Unionsrecht
Schlagwörter
(Englisch)
Antitrust Competition Law EU Law Abuse of the Dominant Position Follow-up Agreements Private Enforcement
Autor*innen
Boris Bartho
Haupttitel (Deutsch)
Das zivilrechtliche Schicksal von Kartell-Folgeverträgen und marktmissbräuchlichen Verträgen im Lichte des Unionsrechts
Paralleltitel (Englisch)
The validity of follow-up agreements and abusive agreements according to EU Competition Law
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
xvii, 196 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Siegfried Fina ,
Stefan Holzweber
Klassifikation
86 Recht > 86.29 Wettbewerbsrecht. Kartellrecht
AC Nummer
AC17166073
Utheses ID
69839
Studienkennzahl
UA | 783 | 101 | |
