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Covert activation of speech sounds in preverbal infants?
a gesture-sound priming study
Sandra Regen
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Allgemeine Linguistik: Grammatiktheorie und kognitive Sprachwissenschaft
Betreuer*in
Jutta Müller
DOI
10.25365/thesis.75711
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15219.38632.225787-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Studien zur audiovisuellen Sprachwahrnehmung im frühen Säuglingsalter deuten darauf hin, dass Säuglinge Nichtübereinstimmungen und Übereinstimmungen in audiovisueller Sprache erkennen und auditive und visuelle Sprachinformationen in eine Wahrnehmung integrieren können. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass 18- bis 20 Monate alte Babys in der Lage sind, Objekte verdeckt, also vor ihrem inneren Ohr, zu benennen. Es ist jedoch noch nicht bekannt, ob präverbale Babys Sprachlaute intern repräsentieren können, ob sie also die auditiven Merkmale einer multimodalen Repräsentation im Gedächtnis aktivieren ohne diese im gegebenen Moment gehört oder ausgesprochen zu haben. Die vorliegende Studie (präregistriert unter OSF: https://osf.io/3kqys) untersuchte daher, ob das Sehen stummer Videos artikulatorischer Gesten (des Sprachlautes /a/ oder des nicht-sprachlichen Lautes 'Lippenflattern') die Verarbeitung des anschließend vorgespielten (in)kongruenten (nicht-)sprachlichen Lautes bei 7,5- bis 9,5 Monate alten Säuglingen beeinflusst. Wir testeten diese Forschungsfrage in einem blickkontingenten, zentralen Fixationsparadigma, in dem unsere Teilnehmer*innen zunächst ein stummes Video einer vokalen Geste als Prime präsentiert bekamen. Nach einem Inter-Stimulus-Intervall von 2000 ms wurde der (in)kongruente (nicht) Sprachlaut wiederholt auditiv präsentiert, während ein farbiger Schachbrettstimulus auf dem Bildschirm zu sehen war. Zweifache Varianzanalysen mit Messwiederholungen von logarithmisch transformierten und relativen Blickzeiten ergaben beide keinen signifikanten Unterschied zwischen den kongruenten und den in-kongruenten Bedingungen. Weitere Regressionen unter Einbeziehung zusätzlicher Prädiktoren deuteten abgesehen von einigen Nullresultaten allerdings darauf hin, dass Babys mit fortgeschritteneren produktiven Fähigkeiten beim Hören des nicht-sprachlichen Lautes eher die inkongruenten Bedingungen gegenüber den kongruenten bevorzugten. Darüber hinaus fanden wir in unserer Hauptanalyse einen signifikanten Effekt des Faktors ‚Sprache‘. Dieser indiziert die Aufmerksamkeit der Säuglinge für die Stimuli und repliziert frühere Befunde einer allgemeinen Präferenz von sprachlichen gegenüber nicht-sprachlichen Lauten. Aufgrund des fehlenden Kongruenzeffekts in der Hauptanalyse liefern unsere Ergebnisse insgesamt nur in sehr beschränktem Maß Hinweise auf die erwartete verdeckte Aktivierung von multimodalen (nicht-)sprachlichen Lautrepräsentationen. Wir schließen daraus, dass entweder einige experimentelle Parameter nicht optimal waren, um einen konsistenten Kongruenzeffekt aufzudecken oder, dass der kognitiv anspruchsvolle Prozess der inneren Sprachaktivierung erst später in der Entwicklung auftritt.
Abstract
(Englisch)
Studies on audiovisual speech perception in early infancy suggest that infants can detect (mis)matches in audiovisual speech and integrate auditory and visual speech information into one percept. Moreover, there is evidence that 18- to 20-months-olds are able to acti-vate object labels covertly. However, it remains unknown whether preverbal infants can represent speech sounds internally, so whether they can covertly activate the auditory features of a multimodal representation in memory. Hence, the present study (pre-registered at OSF: https://osf.io/3kqys) aimed to answer whether seeing silent videos of articulatory gestures (speech sound /a/ or non-speech sound ‘bilabial trill’) influenced the processing of the subsequently shown (in)congruent (non-)speech sound in 7.5- to 9.5-month-old infants. We tested this research question in a gaze-contingent, central fixation paradigm in which our participants were primed with a silent video of a vocal gesture. After an inter-stimulus-interval of 2000 msec, the (in)congruent (non-)speech sound was pre-sented auditorily together with a colored checkerboard stimulus. Repeated-measures ANOVAs of log-transformed and relative looking times did not reveal a significant differ-ence between the congruent and the incongruent conditions. Further regressions including additional predictors showed also null results apart from the finding that when listening to the bilabial trill, infants with more advanced productive abilities tended to look longer at in-congruent than congruent trials. Moreover, our main analysis suggests an overall, signifi-cant main effect of speech which indicates infants’ attentiveness to the stimuli and repli-cates previous findings of a general speech preference over non-speech. However, based on the lack of a congruency effect in the main analysis, our results provide overall very limited evidence for the anticipated covert activation of multimodal (non-)speech sound representations. We conclude that either some experimental parameters were not optimal for uncovering a robust congruency effect or that the cognitively demanding process of covert speech sound activation emerges later in development.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
frühkindlicher Spracherwerb audiovisuelle Sprachwahrnehmung innere Sprache interne Repräsentation von Sprachlauten Eye-tracking zentrales Fixationsparadigma
Schlagwörter
(Englisch)
early language development audiovisual speech perception inner speech covert speech sound activation internal speech sound representation eye tracking central fixation paradigm
Autor*innen
Sandra Regen
Haupttitel (Englisch)
Covert activation of speech sounds in preverbal infants?
Hauptuntertitel (Englisch)
a gesture-sound priming study
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
69 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Jutta Müller
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.31 Spracherwerb
AC Nummer
AC17163896
Utheses ID
70805
Studienkennzahl
UA | 066 | 867 | |
