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The "cocoa cooperation" between Ghana and Côte d'Ivoire and socio-economic impacts on farmers
the case of Côte d'Ivoire
Elisabeth Schwarz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Cornelia Staritz
DOI
10.25365/thesis.75804
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-20451.44256.413592-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die globale Kakaoindustrie ist ein hochprofitabler Milliarden-Dollar-Sektor, der von einigen wenigen Commodity Trading Houses (CTHs) und Schokoladenherstellern dominiert wird. Dennoch sehen die Kakaobäuer:innen nur einen sehr geringen Ertrag für ihre Arbeit. In der Vergangenheit haben die Erzeugerländer wiederholt versucht, den Wertschöpfungsanteil des Kakaos entlang der globalen Wertschöpfungskette (GVC) zu steigern. Nach starken Liberalisierungsprozessen in den 1980er/90er Jahren im Kakaosektor ist dies jedoch nicht wirklich gelungen. Im Jahr 2018 haben sich die beiden größten Kakaoproduzenten Ghana und Côte d'Ivoire zusammengeschlossen, um das Macht- und Einkommensgefälle zwischen den Akteuren der Wertschöpfungskette neu zu verhandeln. Die „Living Income Differential“-Politik (LID) soll den Bäuer:innen ein menschenwürdiges Leben mit einem zusätzlichen finanziellen Einkommen ermöglichen. Die Hoffnung ist, dass das LID der Armut der Kakaobäuer:innen entgegenwirken und in der Folge Kinderarbeit und Abholzung minimieren kann. Meine Forschungsfragen befassen sich mit den Zielen der bilateralen Kooperation und gehen der Frage nach, ob die intensivierte Kooperation als "Kartell" bezeichnet werden kann, wie die bilateralen Bemühungen auf dem internationalen Handelsmarkt und in Côte d'Ivoire von verschiedenen Akteuren wahrgenommen werden. Darüber hinaus befasst sich die Arbeit mit den Auswirkungen der verstärkten Kooperation auf die Preisbildung in der Elfenbeinküste und den sozioökonomischen Auswirkungen des LID auf ivorische Kakaokleinbäuer:innen sowie mit der Frage, inwieweit asymmetrische Machtverhältnisse entlang der Kakaoproduktionskette mit Hilfe des bilateralen Abkommens abgebaut werden können. Der GVC-Rahmen dient mir als theoretische Grundlage in meiner Arbeit, da er die Dynamik der verschiedenen Akteure in einer Wertschöpfungskette untersucht und Einblicke in die Organisation globaler Industrien ermöglicht. Der GVC-Rahmen setzt auch die verschiedenen Akteure und Interessengruppen in Beziehung zueinander und analysiert die Rolle des Staates und die Auswirkungen der Politik. Um mein Forschungsziel zu untersuchen, habe ich Methoden wie Literaturrecherche, Dokumentenanalyse und Interviews mit Expert:innen angewandt. Die Entwicklung der Kakaopreise auf globaler Ebene und auf Ebene der Kakaobäuer:innen ist bekannt und kann im Zusammenhang mit dem LID analysiert werden. Die meisten Expert:innen, mit denen ich gesprochen habe, äußerten sich zurückhaltend zur Umsetzung des LID, da sie davon ausgehen, dass dies zu einer Überproduktion von Kakao führen könnte, was langfristig einen wirtschaftlichen Druck auf den Sektor zur Folge hätte. Insgesamt lassen sich die sozioökonomischen Auswirkungen der verstärkten Zusammenarbeit zwischen den beiden größten Kakaoproduzenten auf die Lebensbedingungen der ivorischen Kleinbäuer:innen noch nicht abschätzen, da es an Daten mangelt und sich die Zusammenarbeit aufgrund der kurzen Dauer bisher noch nicht richtig entfalten konnte. Ich kam zu der Schlussfolgerung, dass zur nachhaltigen Verringerung der Armut unter den ivorischen Kakao-Kleinbäuer:innen neben der bilateralen Zusammenarbeit mehrere Ansätze erforderlich sind, z. B. der Aufbau von Kapazitäten, die Aufklärung über landwirtschaftliche Diversifizierungsmethoden und die Ernährungssicherheit, während die nationale Wirtschaft die ländliche Infrastruktur verbessern und höhere Wertschöpfungsprozesse auf nationaler Ebene einbinden muss.
Abstract
(Englisch)
The global cocoa industry is a highly profitable USD billion industry and is dominated by a few Commodity Trading Houses (CTHs) and chocolate manufacturers. Yet cocoa farmers see very little value for their labour. In the past, there have been repeated attempts by producing countries to shift the value along the Global Value Chain (GVC) of cocoa. However, after strong liberalisation processes in the 1980s/90s, this has not really succeeded. In 2018, the two largest cocoa producing countries, Ghana and Côte d'Ivoire, joined forces trying to negotiate the power and income imbalance among value chain actors. The Living Income Differential policy (LID) should enable farmers to lead a decent life with an additional financial income. The hope is that the LID can counteract poverty of cocoa farmers and subsequently minimise child labour and deforestation. My research questions deal with the objectives of the bilateral cooperation and look into whether the cooperation can be categorised as a "cartel", how the bilateral efforts are perceived on the international trade market and in Côte d'Ivoire by different actors. Furthermore, the thesis deals with the impact of the intensified cooperation on price formation in Côte d'Ivoire and the socio-economic effects of the LID on Ivorian cocoa smallholders as well as to what extent asymmetric power relations along the cocoa production chain can be reduced with the help of the bilateral agreement. The GVC framework serves me as a theoretical foundation as it studies the dynamics of different actors in a value chain and allows insight on how global industries are organized. The GVC framework also puts different actors and stakeholders in relation to each other and analyses state roles and effects of policies. To look into my research aim, I used methods such as literature research, document analysis and conducted interviews with experts. It is known how cocoa prices have developed at the global and farmer level and it can be analysed in the context of the LID. Most of the experts I spoke to were cautious about the implementation of the LID, as they assumed that it could lead to an overproduction of cocoa, causing in long-term a downward economic pressure on the sector. Overall, the socio-economic impacts of the intensified cooperation between the two largest cocoa producers on the living conditions of Ivorian smallholder farmers cannot yet be assessed, as there is a lack of data and due to the short period of time for the cooperation to unfold properly. As findings, I concluded that in order to sustainably reduce poverty among smallholder cocoa farmers in Côte d'Ivoire, multiple approaches are needed in addition to the bilateral cooperation, such as capacity building, education on agricultural diversification methods and food security, while the national economy needs to improve rural infrastructure and tie higher value-added processes at a national level.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Globalisierung Handel GVC Agrarrohstoff Rohstoffkartell menschenwürdige Arbeit Kakao Kleinbäuer:innen Rohstoffmärkte
Schlagwörter
(Englisch)
globalisation trade GVC agricultural commodity commodity cartel decent work cocoa smallholder farmers commodity markets
Autor*innen
Elisabeth Schwarz
Haupttitel (Englisch)
The "cocoa cooperation" between Ghana and Côte d'Ivoire and socio-economic impacts on farmers
Hauptuntertitel (Englisch)
the case of Côte d'Ivoire
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
103 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Cornelia Staritz
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges
AC Nummer
AC17183868
Utheses ID
70863
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
