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Automating away democracy?
automation risk, union membership and support for democracy
Nikolaus Kowarz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Markus Wagner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.75703
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11720.56553.206740-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ziel meiner Masterarbeit ist es, den Zusammenhang zwischen dem Automatisierungsrisiko und der sinkenden Unterstützung für die Demokratie von Routinearbeiter*innen zu untersuchen und zu prüfen, ob Gewerkschaften diesen Effekt abmildern können. Technologische Innovationen unterminieren herkömmliche Beschäftigungs- und Lohnstrukturen und führen in postindustriellen Wissensgesellschaften zur Bildung von ökonomischen Klassen, die dadurch gewinnen, und welche, die dadurch verlieren. Eine entscheidende Frage für das Feld der Politikwissenschaft ist, ob diese Schaffung von „Automatisierungsverlierer*innen“ auch die Unterstützung für das Regime der liberalen Demokratie untergraben. Lohnstagnation, potenzielle Arbeitslosigkeit und eine sinkende Wertschätzung von Routinetätigkeiten können sich auf die Wahrnehmung des sozialen und wirtschaftlichen Status des Einzelnen auswirken. Wenn politische Parteien und Regierungen nicht willens oder in der Lage sind, die Automatisierung durch (radikale) Maßnahmen zu begleiten, werden die betroffenen Arbeitnehmer*innen das Vertrauen in die zentralen demokratischen Institutionen verlieren und weniger zufrieden mit dem demokratischen System sein. Einen Moderierungseffekt durch Gewerkschaften erwarte ich, da diese durch horizontale Strukturen und Massenbeteiligung demokratische Werte und Verhaltensweisen bei ihren Mitglieder*innen fördern. Da die Gewerkschaften nicht nur nach innen auf ihre Mitglieder wirken, sondern auch eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftspolitik spielen, erwarte ich auch einen moderierenden Effekt für den gewerkschaftlichen Organisationsgrad auf nationaler Ebene. Die Hypothesen werden mit Daten aus dem ESS für 25 konsolidierte europäischen Demokratien anhand eines Mehrebenenmodells getestet. Im Durchschnitt weisen Arbeitnehmer*innen in Routineberufen ein geringeres Maß an Vertrauen und Zufriedenheit mit den wichtigsten demokratischen Institutionen auf, selbst wenn für Bildung und Klasse kontrolliert wird. Es kann jedoch kein moderierender Effekt der Gewerkschaftsmitgliedschaft beobachtet werden, sowohl auf individueller als nationaler Ebene. Insgesamt wird gezeigt, dass der Übergang zu einer Wissensgesellschaft durch technologische Innovationen negative Auswirkungen auf die Stabilität von Demokratien haben kann, indem er die Unterstützung der betroffenen Bürger*innen untergräbt.
Abstract
(Englisch)
The aim of my master thesis is to investigate the relationship between automation risk and declining support for democracy among routine workers, as well as whether labour unions can mitigate this effect. Technological innovations disrupt conventional employment and wage structures, and consequently produce economic classes of winners and losers in postindustrial knowledge societies. A crucial question for political scientists is whether these fundamental developments also undermine support for the regime of liberal democracy. Wage stagnation, potential unemployment, and declining appreciation for routine occupations can all have an impact on an individual’s perception of his or her social and economic status. With political parties and governments unwilling or unable to accompany technological implementation through (radical) policies, affected workers will lose trust in core democratic institutions and be less satisfied with the democratic system. After looking at this individual level relationship between automation risk and support for democracy, I expect to find significant differences for these effects between members and non-members of labour unions. Unions can foster democratic values and behaviour in their members through horizontal structures and mass participation. Furthermore, unions primarily represent labour market insiders, who are less vulnerable to modern occupational risks including automation. Since unions not only have inward effects on their members, but also play a key role in developing social and economic policies, I also expect to find a moderating effect for union density on a national level. The hypotheses are tested with data from the ESS for 25 consolidated European democracies through a multilevel model. On average, workers in routine heavy occupations show lower levels of trust and satisfaction with core democratic institutions, even when controlling for education and class. For all tested relationships, members of unions show higher levels of support for democracy. However, no moderation effect of union membership can be observed. Effects of union density on a national level are also mixed at best. Hence, it can be argued that unions do not have the power (anymore) to moderate antidemocratic tendencies among their members triggered by contemporary occupational risks. Nevertheless, it is shown that the transition to a knowledge society through technological innovations can have negative effects for the stability of democracies by undermining support from affected citizens.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Automatisierung von Arbeit Unterstützung der Demokratie Gewerkschaftsdichte
Schlagwörter
(Englisch)
Automation risk Support for democracy Union membership Union density
Autor*innen
Nikolaus Kowarz
Haupttitel (Englisch)
Automating away democracy?
Hauptuntertitel (Englisch)
automation risk, union membership and support for democracy
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
61 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Markus Wagner
Klassifikationen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges ,
71 Soziologie > 71.42 Wirtschaftliche Faktoren ,
89 Politologie > 89.35 Demokratie
AC Nummer
AC17163803
Utheses ID
70995
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1