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Zeit als Zeit-Gabe
Heideggers später Zeitbegriff
Amir Ferizagic
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Betreuer*in
Günther Pöltner
DOI
10.25365/thesis.937
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30208.31525.515863-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Heidegger weist in Zeit und Sein darauf hin, dass im seinsgeschichtlichen Denken nicht nur die Zeit, sondern auch der Raum neu bedacht werden muss. Er bestreitet seinen im trans-zendental-horizontalen Denken von Sein und Zeit gemachten Versuch, den Raum von der Zeit her zu denken und zu begründen. „Der Versuch in >Sein und Zeit< § 70, die Räumlichkeit des Daseins auf die Zeitlichkeit zurückzuführen, läßt sich nicht halten.“ (ZSD, S. 24)
Demgegenüber versucht das seinsgeschichtliche Denken Raum und Zeit auf ihre ge-meinsame „zugrundeliegende Wurzel“ zu durchdenken. Mit dem Wortkonstrukt Zeit-Raum versucht Heidegger deshalb jene Offenheit zu bedenken, in welcher Sein allererst anwesen kann. Diese Offenheit ist die „sich ereignende offene Weite“ bzw. „Lichtung des Verborge-nen“ (DA 14, S. 31ff.). Der „Urgrund“ (GA 65, S. 381) dieser Offenheit ist aber das Ereignis – wobei darauf zu achten ist, dass es sich bei der Rede von Grund nicht um einen Grund im metaphysischen Sinne handelt, da das Ereignis als ein abgründiges nicht etwas ist, dass dem Zeit-Raum voraus oder zugrunde läge. Das Ereignis als Abgrund ist „die ursprüngliche Einheit von Raum und Zeit – jene einigende Einheit, die sie erst in ihre Geschiednis auseinandergehen läßt.“ (GA 65, S. 379)
Das Einigende des Zeit-Raums – als der „Einheit der ursprünglichen Zeitigung und Räumung“ (GA65, S. 384) – ist also das Ereignis. Dieses lässt alles, was ist, anwesen. Im Vortrag Zeit und Sein denkt Heidegger dieses Anwesenlassen der Zeit als „lichtendes Reichen des vierdimensionalen Bereichs.“ (ZSD, S. 17) Dabei ist die „eigentliche Zeit“ vierdimensional – wobei die vierte Dimension „der Sache nach“ die erste ist. Diese nennt Heidegger in Zeit und Sein die „nähernde Nähe“. Die nähernde Nähe bestimmt im Vorhinein das Sich-einander-Reichen der drei Dimensionen der Zeit. Sie hält Ankunft, Gewesen und Gegenwart „lichtend auseinander und hält sie so zueinander in der Nähe“, aus der sie „einander genaht bleiben.“ Aber sie – die Nähe – „nähert Ankunft, Gewesenheit, Gegenwart einander, indem sie entfernt. [...] Die nähernde Nähe hat den Charakter der Verweigerung und des Vorenthalts.“ (ZSD, S. 16)
Das Ereignisdenken eröffnet also eine Dimension der Abgründigkeit, die in der es ver-sagt ist, begründend zu denken – d. h. ein Phänomen von einem anderen her zu erklären. Der „Abgrund“ ist aber „weder das leere Nichts noch eine finstere Wirrnis, sondern: das Er-eignis“ (ID, S. 28) selbst. In dieser Abgründigkeit muss man ausharren. „Die Grundlosigkeit ist nur für denjenigen eine Leere und dann ein blankes Nichts, der im Denken nur auf Gründe aus ist.“ (WE, S. 278)
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Heidegger Phänomenologie Zeit Gabe Zeit-Gabe
Autor*innen
Amir Ferizagic
Haupttitel (Deutsch)
Zeit als Zeit-Gabe
Hauptuntertitel (Deutsch)
Heideggers später Zeitbegriff
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
127 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Günther Pöltner
Klassifikation
08 Philosophie > 08.99 Philosophie: Sonstiges
AC Nummer
AC07026716
Utheses ID
711
Studienkennzahl
UA | 296 | | |
