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Gottesdarstellungen ex Machina
wie künstliche Intelligenz Gott darstellt
Benjamin Harranth
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung Unterrichtsfach Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Esther Heinrich-Ramharter
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.75784
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-19592.54925.372532-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Generative und bildgebende Künstliche Intelligenzen (KI) sind auf dem Vormarsch. Die Beziehung zwischen Religion und KI ist eher ein Randthema des Diskurses. Dennoch gibt es interessante Überschneidungen wie z.B. in der Ethik, denn viele Glaubenssysteme enthalten moralische Rahmenbedingungen, die menschliches Handeln beeinflussen. Etliche Expert*innen sind der Meinung, dass auch in der KI-Forschung ein ethisches Regelwerk etabliert werden muss, welches das Handeln von KI lenkt. Es gibt auch einige Eigenschaften, die häufig sowohl Gott als auch KI zugeschrieben werden. Dazu zählen u. a. Allwissen oder Allmacht. Das Forschungsinteresse dieser Arbeit gilt aber einem anderen Aspekt der Beziehung. Wie sieht Künstliche Intelligenz Gott bzw. wie stellt sie diesen dar? Welche religiösen oder metaphysischen Gottesbegriffe können in KI generierten Gottesdarstellungen aufgezeigt werden? Um diese Fragen zu beantworten, wurde eine Stichprobe von KI generierten Gottesdarstellungen analysiert und interpretiert. Zur Herstellung der Stichprobe wurden Dall-E 2, Midjourney und Stable Diffusion verwendet. Es konnten einige Erkenntnisse im Hinblick auf die Forschungsfragen gewonnen werden. KI stellt Gott nicht einheitlich dar. Meist wird Gott anthropomorph dargestellt: Gottvater als alter Mann mit weißem Haar und Bart, in einfachem Gewand. Jesus Christus als Mann mittleren Alters mit langem Haar und Bart. Ganesha als Mann mit dickem Bauch und Elefantenkopf und mehreren Gliedmaßen. Durga als bewaffnete Frau mit vielen Armen und dem Löwen als Symboltier. Skanda als Mann mit Meißel und Juwelenkrone. Stable Diffusion lieferte abstraktere Bilder. Gott wurde nicht nur als menschliches Wesen, sondern auch in Form von Bergen, Tieren und künstlerischen Objekten dargestellt. In der gesamten Stichprobe konnte vorwiegend ein christliches und ein hinduistisches Auffassen Gottes aufgezeigt werden. In einem eindeutigen Fall konnte außerdem ein buddhistischer Gottesbegriff nachgewiesen werden. Kein islamischer oder jüdischer Gottesbegriff kam in den generierten Bildern vor. Dies könnte an mangelnden Daten liegen, da es in diesen Religionen ein Darstellungsverbot Gottes gibt. Über den Umweg von Kants Idee Gottes als regulatives Prinzip, konnte auf einen möglichen philosophischen Gottesbegriff aufmerksam gemacht werden. Die Auswahl der prompts und die Trainingssets der KIs, in denen bereits Bias enthalten sind, bilden Limitationen der Arbeit.
Abstract
(Englisch)
Generative and image producing Artificial Intelligence (AI) is on the rise. The relationship between Religion and AI is not the main focus of the discussion. Nevertheless, there are interesting overlaps, for example in ethics, as many belief systems contain moral frameworks that influence human behaviour. A number of experts are of the opinion that an ethical framework must also be established in AI research to guide the actions of AI. There are also some characteristics that are often attributed to both God and AI. These include omniscience or omnipotence. However, the research interest of this thesis is centred on a different aspect of the relationship. How does artificial intelligence see God and how does it represent God? Which religious or metaphysical concepts of God can be identified in AI-generated representations of God? In order to answer these questions, a sample of AI-generated images of God was analysed and interpreted. Dall-E 2, Midjourney and Stable Diffusion were used to create the sample. Several insights were gained with regard to the research questions. AI does not depict God in a homogeneous way. God is usually depicted anthropomorphically: God the Father as an old man with white hair and a beard, wearing a simple robe. Jesus Christ as a middle-aged man with long hair and a beard. Ganesha as a man with a big belly, an elephant's head and multiple limbs. Durga as an armed woman with many arms and a lion as a symbolic animal. Skanda as a man with a chisel and jewelled crown. Stable diffusion provided more abstract images. God was depicted not only as a human being, but also in the form of mountains, animals and artistic objects. In the entire sample, a Christian and Hindu conception of God was predominant. In one clear case, a Buddhist concept of God was also identified. No Islamic or Jewish concept of God appeared in the generated images. This could be due to a lack of data, as there is a ban on the depiction of God in these religions.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Künstliche Intelligenz KI Gottesdarstellungen Midjourney Dall-E 2 Stable Diffusion ChatGPT Gottesbegriffe
Schlagwörter
(Englisch)
Artificial Intelligence AI Concepts of God
Autor*innen
Benjamin Harranth
Haupttitel (Deutsch)
Gottesdarstellungen ex Machina
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie künstliche Intelligenz Gott darstellt
Paralleltitel (Englisch)
Depictions of god ex machina
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
II, 85 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Esther Heinrich-Ramharter
Klassifikationen
08 Philosophie > 08.37 Religionsphilosophie ,
54 Informatik > 54.72 Künstliche Intelligenz
AC Nummer
AC17183312
Utheses ID
71127
Studienkennzahl
UA | 199 | 511 | 525 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1