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Künstlerporträts von 1730 bis 1800
Untersuchungen zu den Typenbildungen in der österreichischen Kunst
Petra Schaller
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Monika Dachs-Nickel
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.941
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30451.91304.152053-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Diplomarbeit hat eine Übersicht zu den Typenbildungen des Künstlerporträts in Österreich im Zeitraum von 1730 bis etwa 1800 zum zentralen Gegenstand. Da Spezialuntersuchungen zu diesem Thema weitgehend fehlen, war die Notwendigkeit gegeben, einen wesentlichen Teil der Materialbasis neu zu erarbeiten und in ein Gesamtbild zu integrieren. Hinsichtlich des territorialen Umfangs der Ausführungen der Arbeit bilden die heutigen Grenzen der Republik Österreich die Grundlage. Zudem schaffen ergänzende Ausblicke auf Nachbarregionen die Basis für ein überregionales Gesamtbild. Kennzeichnend für die österreichischen Porträts im behandelten Zeitraum kann festgehalten werden, dass deren Gestaltung stark von den dominierenden europäischen Einflusssphären abhängig ist. Damit hängt sicherlich das wesentliche Faktum zusammen, dass das heutige Österreich als Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation zahlreiche Künstler aus unterschiedlichsten Nationen Gelegenheit zur Arbeit bot. Nach einem einleitenden Kapitel zur Frage des Porträts im 18. Jahrhunderts zeigten die Recherchen für das (zweite) Kapitel zur Porträttheorie, dass diese nur einen bedingten Einfluss auf die Entstehung der Künstlerporträts hatte. Vielmehr waren gattungsimmanente Probleme von primärer Bedeutung – die Künstler orientierten sich vornehmlich am tatsächlichen, praktischen Geschehen, also an ihren Malerkollegen und deren Porträts. Die Untersuchung zur generellen gattungsmäßigen Stellung des Künstlerporträts im Rahmen der Porträtgattungen (Herrscherporträt, höfisches Porträt, kirchliches Porträt, bürgerliches Porträt sowie Gruppen– und Gesellschaftsporträt) zeigt die Besonderheiten der Bildnismalerei auf. Zu bedenken ist in diesem Zusammenhang auch, dass die Künstlerporträts die wohl privateste Aufgabenstellung innerhalb der Porträtmalerei darstellen und deshalb eine entsprechende Außenwirkung nicht immer gegeben war. Die Arbeit zeigt, dass im Rahmen der Künstlerporträts zwischen „offiziellen“ mit dem Charakter von Standesporträts und sehr privaten bzw. persönlichen Porträts, welche zum Teil als Freundschaftsbilder entstanden sind, zu differenzieren ist. Das zentrale vierte Kapitel bildet das Herzstück der Argumentation: Hier wird erstmals eine genaue Untersuchung der Typenbildungen des Künstlerporträts versucht. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte eine präzise typenmäßige Kategorisierung der Künstlerporträts vorgenommen werden, die durch zahlreiche in- und ausländische Vergleichsbeispiele ergänzt wird. Gerade diese Methode bot die Möglichkeit, den Anregungen der österreichischen Porträts in wesentlich differenzierterer Weise nachzugehen als dies bisher möglich war. Eine Hauptgruppe, die im Rahmen der Arbeit zu behandeln war, bilden die Porträts, die ihre Bedeutung und Aussage vornehmlich durch die Attribute der dargestellten Künstler treffen. Dies ist im „berufsbezogenen“ Handlungsporträt („klassisches“ Staffeleibild sowie Paletten- und Zeichenstiftbild) der Fall. Es zeigte sich sehr rasch, dass daneben Typenbildungen existieren, die nicht diesem traditionelleren Bildtyp entsprechen, sondern unverwechselbare und persönliche Gegenstände, Handlungen und Allegorien in das Porträt integrieren (ausgezeichnet durch spezielle Attribute oder einen allegorischen Hintergrund). Als weitere Hauptgruppe dieser Kategorie werden Künstlerporträts behandelt, die ihre Aussage vornehmlich durch Pose und Gestik treffen – im „höfischen“ Künstlerporträt, weiters durch die Betonung des Antlitzes sowie im Typus des „Künstlerfürsten um 1800“. Die abschließende Gruppe, die unter dem Begriff „Ruhm der Tradition“ den Rückgriff auf Künstlerporträts der Neuzeit untersucht, verdeutlicht nochmals in anschaulicher Weise, dass in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im frühen 19. Jahrhundert gleichsam eine Summe dessen gezogen wurde, was die frühe neuzeitliche Produktion von Künstlerporträts zu bieten hatte. Diese spiegeln in diesem Sinne nicht nur aktuelle Notwendigkeiten und Herausforderungen seitens der Maler und Auftraggeber, sondern demonstrieren zudem die Bedeutung des Geschichtsbewusstseins und der „großen“ Namen der europäischen Kunstgeschichte. Insofern liefert eine Untersuchung zu den Künstlerporträts einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der historischen Situation der Kunst an der Wende von der Frühen Neuzeit zur Revolution.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Künstlerporträts Porträtmalerei Selbstdarstellung Barockmalerei Künstlerattribute profane Repräsentation
Autor*innen
Petra Schaller
Haupttitel (Deutsch)
Künstlerporträts von 1730 bis 1800
Hauptuntertitel (Deutsch)
Untersuchungen zu den Typenbildungen in der österreichischen Kunst
Publikationsjahr
2008
Umfangsangabe
136 S. : Ill.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Monika Dachs-Nickel
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte: Allgemeines
AC Nummer
AC06999092
Utheses ID
715
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
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