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Die diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei in der Zwischenkriegszeit
Mustafa Berat Keskin
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Geschichte
Betreuer*in
Erwin Anton Schmidl
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76546
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16302.93745.815613-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Republiken Österreich und Türkei sind die Nachfolgestaaten des Habsburger- und des Osmanischen Reiches, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Während ihrer Kaiserzeit, d.h. zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, schlossen die beiden Staaten, die sowohl in Ungarn als auch auf dem Balkan immer wieder Interessenkonflikte hatten, im Ersten Weltkrieg ein Bündnis, und die osmanische Armee, die zweimal Wien belagert und versagt hatte, verteidigte diesmal das Habsburger Reich an der galizischen Front gegen die Russen. Die Habsburger hingegen leisteten den Osmanen erhebliche militärische Unterstützung in verschiedenen Regionen des Reiches. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg zerfielen beide Reiche und die diplomatischen Beziehungen wurden durch die Entente abgebrochen. Der 1924 in Istanbul unterzeichnete Freundschaftsvertrag zwischen den jungen Republiken Türkei und Österreich war ein neues Instrument zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen in der Zwischenkriegszeit. In den folgenden Jahren entwickelten sich die bilateralen Beziehungen auf einer sehr soliden Grundlage. Viele österreichische Experten wie Clemens Holzmeister, Heinrich Krippel und Ernst Egli trugen zum Modernisierungsprozess der Türkei bei. Die negativsten Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Wien und Ankara in der Zwischenkriegszeit hatten die Feierlichkeiten im Jahr 1933. Der 250. Jahrestag der Zweiten Türkenbelagerung von Wien betonte die Verbindung der beiden Staaten mit ihrer Vergangenheit. In der Folgezeit wirkten sich Franz Werfels Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“, der in der Türkei als armenische Propaganda angesehen wurde, und ein im neuen Palast des Völkerbundes aufgehängter Gobelin weiterhin negativ auf die Beziehungen aus. Dank des konstruktiven Ansatzes beider Länder konnte verhindert werden, dass sich solche Fragen zu größeren Krisen auswuchsen. Der deutsche „Anschluss“ Österreichs im März 1938 brachte die diplomatischen Beziehungen zwischen Wien und Ankara wieder zum Erliegen, bis sie 1946 wieder aufgenommen wurden.
Abstract
(Englisch)
The Republics of Austria and Turkey are the successor states of the Habsburg and Ottoman Empires, whose origins date back to the 13th century. During their imperial period, i.e. between the 16th and 18th centuries, the two states, which repeatedly had conflicts of interest both in Hungary and in the Balkans, formed an alliance during the First World War, and the Ottoman army, which had twice besieged Vienna and failed, this time defended the Habsburg Empire on the Galician front against the Russians. The Habsburgs, on the other hand, provided the Ottomans with considerable military support in various regions of the empire. After the defeat in the First World War, both empires collapsed and diplomatic relations were broken off by the Entente. The Treaty of Friendship between the young republics of Turkey and Austria, signed in Istanbul in 1924, was a new instrument for establishing diplomatic relations in the interwar period. In the years that followed, bilateral relations developed on a very solid basis. Many Austrian experts such as Clemens Holzmeister, Heinrich Krippel and Ernst Egli contributed to Turkey's modernisation process. The most negative impact on relations between Vienna and Ankara in the interwar period came in 1933, when the 250th anniversary of the Second Turkish Siege of Vienna emphasised the bond between the two states and their past. In the period that followed, Franz Werfel's novel ‘The Forty Days of Musa Dagh’, which was seen as Armenian propaganda in Turkey, and a tapestry hung in the new palace of the League of Nations continued to have a negative impact on relations. Thanks to the constructive approach of both countries, such issues were prevented from escalating into major crises. The ‘Anschluss Österreichs’ in March 1938 brought diplomatic relations between Vienna and Ankara to a standstill again until they were resumed in 1946.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Österreich-Türkei Diplomatische Beziehungen
Autor*innen
Mustafa Berat Keskin
Haupttitel (Deutsch)
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei in der Zwischenkriegszeit
Paralleltitel (Englisch)
Diplomatic relations between Austria and Turkey in the interwar period
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
202 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Becker, Peter ,
Strohmeyer, Arno
Klassifikation
15 Geschichte > 15.14 Diplomatik. Epigraphik
AC Nummer
AC17296857
Utheses ID
71709
Studienkennzahl
UA | 792 | 312 | |
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