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Das Paradox des Erzählens transgenerativer Traumata in Kim de l'Horizons "Blutbuch" und Hanns-Josef Ortheils "Die Erfindung des Lebens"
Judit Gebetsberger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Deutsche Philologie
Betreuer*in
Pia Janke
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.76379
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17190.95317.127591-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In der vorliegenden Masterarbeit wird dem Problem der Darstellung von transgenerationa-lem Trauma in zwei ausgewählten Romanen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – Kim de l’Horizons Blutbuch und Hanns-Josef Ortheils Die Erfindung des Lebens – nachge-gangen. Da Trauma in der Forschung häufig als ein Phänomen beschrieben wird, das sprach-lich nicht oder nur schwer fassbar ist, wurde aufbauend auf Anne Whiteheads Werk Trauma Fiction die These aufgestellt, dass in beiden Romanen Mittel wie die Intertextualität (bzw. weiter gefasst auch die Intermedialität), das Verfahren der Wiederholung und eine zerstreute bzw. fragmentierte Erzählstimme zum Einsatz kommen, um der Schwierigkeit der Repräsen-tation literarischen Ausdruck zu verleihen. Zudem wird – da die Protagonist*innen in beiden Werken innerfiktionale Autor*innen des vorliegenden Textes sind – der Frage nachgegangen, inwiefern das Schreiben für diese einen distanzierenden und heilsamen Prozess darstellt, da das Erzählen traumatischer Erfahrungen in der Forschung oft in diesem Sinne beschrieben wird, und welche Rolle die Fiktion in diesem Zusammenhang spielt. Die Analyse führte zu dem Ergebnis, dass tatsächlich jeweils alle drei Untersuchungskategorien dazu genutzt wur-den, Probleme des Ausdruckfindens auf formaler Ebene darzustellen, auch wenn dies zum Teil auf unterschiedliche Weise geschieht. Ebenso wurde beobachtet, dass das Schreiben – im Gegensatz zum Sprechen – für beide Figuren eine Möglichkeit darstellt, sich auf eine paradoxe Art, die Distanz und Nähe vereint, ihrer Vergangenheit sprachlich anzunähern, wo-bei Ortheils Roman stark auf Ordnung und Sinnstiftung setzt, während gerade die Bruch-stückhaftigkeit des Textes das Blutbuch ausmacht. Diese Abweichungen wurden interpretativ nicht nur auf individuelle Gründe, sondern auch auf die unterschiedliche Natur der traumati-schen Erfahrungen der Protagonist*innen zurückgeführt.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines the issue of representing transgenerational trauma in two se-lected novels of contemporary German-language literature – Kim de l’Horizon’s Blutbuch and Hanns-Josef Ortheil’s Die Erfindung des Lebens. Since trauma is often de-scribed as a phenomenon that is linguistically elusive or difficult to grasp, the hypothesis – based on Anne Whitehead’s Trauma Fiction – posits that both novels employ techniques such as intertextuality (and more broadly: intermediality), repetition and a scattered or fragmented narrative voice to address the challenge of representing trauma literarily. Fur-thermore, as the protagonists in both novels are fictional authors within the text, the thesis explores if or how writing serves as a distancing and healing process for them, given that in scholarly literature narrating traumatic experiences is often described in this manner. The role of fiction is also examined in this context. The thesis revealed that all three categories of analysis were indeed utilized to address issues of expression on a formal level, albeit in varying ways. It was also observed that, unlike speaking, writing provides both characters with a paradoxical means to approach their past by combining distance and closeness, with Ortheil’s novel emphasizing order and endowment of meaning, while Blutbuch is character-ized by a more fragmented style. These differences were explained interpretively not only due to individual reasons, but also due to the different nature of the protagonists’ traumatic experiences.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
transgenerationales Trauma transgeneratives Trauma Deutsch Gegenwartsliteratur
Schlagwörter
(Englisch)
transgenerational trauma contemporary literature
Autor*innen
Judit Gebetsberger
Haupttitel (Deutsch)
Das Paradox des Erzählens transgenerativer Traumata in Kim de l'Horizons "Blutbuch" und Hanns-Josef Ortheils "Die Erfindung des Lebens"
Paralleltitel (Englisch)
The paradox of narrating transgenerational trauma in Kim de l'Horizon's "Blutbuch" and Hanns-Josef Ortheil's "Die Erfindung des Lebens"
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
98 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Pia Janke
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft. Allgemeines
AC Nummer
AC17253246
Utheses ID
71742
Studienkennzahl
UA | 066 | 817 | |
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