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Zweck und Raum
die Sakralbauten Ferdinand Schusters mit Fokus auf das Seelsorgezentrum St. Paul in Graz
Sabine Weigl
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Hans Aurenhammer
DOI
10.25365/thesis.7967
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30146.70463.581663-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der steirische Architekt Ferdinand Schuster errichtete, parallel zur liturgischen Bewegung in
den 1950er und 1960er Jahren, sowie der Kirchenreform des Zweiten Vatikanums, sieben
Sakralbauten in der Steiermark. „Zweck und Raum“, der Titel einer seiner Vorträge von 1970,
beinhaltet die beiden zentralen Schlagwörter im Diskurs um sein spätestes und zugleich
wichtigstes Werk, das Seelsorgezentrum St. Paul in der Eisteichsiedlung in Graz-Waltendorf.
Der Bau stellt einen gleichzeitigen End- und Wendepunkt innerhalb der österreichischen
Entwicklung des Kirchenbaus dar. Schuster konzipiert die theoretisch und architektonisch
strengste Formulierung eines kirchlichen Mehrzweckraumes. Nach Außen repräsentiert der
Bau den dienenden Charakter der Kirche. Innen ist er frei von jeglicher Überartikulation. Der
absolute Typus einer „offenen“ Kirche richtet sich, im Gegensatz zu den analogen Tendenzen
der Grazer Schule, nach der klassischen Moderne. Im Kontext der österreichischen
Sakralarchitektur nimmt er damit eine Sonderstellung ein. Mit der klaren Artikulation des
Raumes rezipiert Ferdinand Schuster historisch typologische Raumkonzepte. Erst der Bezug
zu seiner frühen Sakralarchitektur lässt die semantische oder symbolische Dimension des
Mehrzweckraumes erkennen.
Ferdinand Schuster, war als Professor am Institut der Technischen Hochschule in Graz und
späterer Dekan der Architekturfakultät, die Lehre und Ausbildung der zukünftigen Generation
ein Anliegen. Schusters Fokus richtete sich Ende der 1960er Jahre auf seine theoretischen
Auseinandersetzungen. Wie kaum ein anderer österreichischer Architekt strebte er danach,
seine ideellen Ansätze in einer modernen Architekturtheorie zu postulieren. Die daraus
entstandenen semiotischen Ansätze gehen oft über den funktionalistischen Charakter seiner
realisierten Bauwerke hinaus.
Vierzig Jahre nach Baubeginn steht das Seelsorgezentrum St. Paul in Graz-Waltendorf an der
Grenze zwischen Zeitgenössischem und Historischem. Die Abkehr von der „Tradition der
Moderne“, stellte auch Schusters universelle Ideologie in Frage. Dies bedeutet gleichzeitig
eine Ablehnung des Originalkonzepts eines kirchlichen Mehrzweckraums, wie er in Graz-
Waltendorf errichtet wurde. Die nachfolgende Generation konnte seinen Gedanken nicht mehr
folgen und unterstützte mit den Umbautätigkeiten am Ende der 1990er und zum Anfang des
21. Jahrhundert, die Destruktion von Schusters Artikulation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Architektur Architekt Ferdinand Schuster Sakralbau Sakralarchitektur Kirche Kirchenbau Mehrzweck Österreich Steiermark Graz 1900 - 2000
Autor*innen
Sabine Weigl
Haupttitel (Deutsch)
Zweck und Raum
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Sakralbauten Ferdinand Schusters mit Fokus auf das Seelsorgezentrum St. Paul in Graz
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
157 S. : Ill., Kt.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hans Aurenhammer
AC Nummer
AC07970830
Utheses ID
7176
Studienkennzahl
UA | 315 | | |
