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Abgehobene Aprikose, bodenständige Marille?
Spracheinstellungen gegenüber dem deutschländischen und österreichischen Deutsch in Generation X und Z
Sophia Seereiner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Englisch
Betreuer*in
Barbara Soukup-Kirchner
DOI
10.25365/thesis.76143
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22362.85965.684378-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit den Einstellungen österreichisch(sprachig)er Vertreter*innen zweier Generationen – der Gen X sowie der Gen Z – gegenüber dem Österreichischen Deutsch (ÖDt.) und dem Deutschländischen Deutsch (DDt.). Dabei verfolgte die durchgeführte Erhebung drei Ziele: Erstens sollten die Spracheinstellungen der beiden Gruppen ermittelt, zweitens etwaige Unterschiede zwischen den Gruppen aufgedeckt und drittens die Ursachen der potenziellen Differenzen ausgemacht werden. Durch den systematischen Vergleich zweier Altersgruppen, die Beschäftigung mit den Hintergründen der Spracheinstellungen und die Wahl einer möglichst indirekten Erhebungsmethode – der Open-Guise-Technique –, die einer Beeinflussung des Antwortverhaltens durch soziale Erwünschtheit entgegenwirken sollte, wurde versucht, zur Schließung dreier Forschungslücken beizutragen. Die Informant*innen bewerteten je zwei Versionen von fingierten Lebensmittelprospektausschnitten, die sich nur in Bezug auf die verwendeten Produktbezeichnungen unterschieden, wobei es sich bei diesen Bezeichnungen jeweils um eine österreichische Variante und ihr deutschländisches bzw. gemeindeutsches Pendant handelte. Daneben wurde über Fragen zu Medienkonsum, Kontakt mit Deutschen, Erstsprachen der Eltern und expliziter Haltung den Varietäten gegenüber in Erfahrung gebracht, welche Faktoren sich besonders auf die Entstehung der Spracheinstellungen ausgewirkt haben dürften. Es zeigte sich, dass beide Generationen die Austriazismen durchwegs positiv, die Deutschlandismen sowie die gemeindeutsche Variante dagegen fast ausschließlich negativ bewerteten. So gaben sie an, die österreichischen Varianten lieber zu mögen und eher zu verwenden als die deutschländischen sowie sie als bodenständiger, vertrauter, schöner, hochwertiger, ansprechender und natürlicher zu empfinden. Außerdem sagten sie aus, dass sie die Produkte mit österreichischer Bezeichnung eher kaufen würden. Im Gegensatz dazu wirkten weder die Austriazismen noch die Deutschlandismen höherpreisig auf sie, die jüngere Gruppe empfand erstere jedoch teilweise als gebildeter, moderner und vornehmer. Entsprechend ergaben sich zwischen den Gruppen nur wenige signifikante Unterschiede, und diese beschränkten sich meist auf eine noch positivere Einschätzung österreichischer Varianten durch die ältere Generation. In der expliziten Bewertung der Varietäten bestätigten sich diese Ergebnisse, wobei die positive Beurteilung des ÖDt. von beiden Gruppen am häufigsten mit ihrer Vertrautheit der Varietät gegenüber begründet wurde. Zusammen mit der Tatsache, dass das DDt. trotz der angegebenen Prävalenz in den Medien negativ bewertet wurde, deutet dies darauf hin, dass der Faktor Actual Contact – i. e. die Interaktion mit dem ÖDt. – die Spracheinstellungen der Gewährspersonen stärker beeinflusst hat als der Mere-Exposure-Effekt.
Abstract
(Englisch)
This study investigates the language attitudes of Austrian(-speaking) representatives from two generations – Gen X and Gen Z – towards Austrian Standard German (ASG) and German Standard German (GSG). The research pursued three goals: first, to determine the language attitudes in the two groups; second, to uncover any differences between the groups; and third, to explore the causes of these potential differences. By systematically comparing two age groups, examining the reasons for their language attitudes and choosing a relatively indirect survey method – the open guise technique – to mitigate the influence of social desirability on response behaviour, the study aimed to address three research gaps. The participants rated two versions of simulated grocery flyers, which differed only in the product names used; one of these names was always an Austrian variant, the other its German or general German counterpart. Additionally, questions about media consumption, contact with Germans, parents’ first languages and explicit opinions on the varieties were used to determine which factors particularly influenced the formation of their attitudes. The results showed that both generations consistently rated Austriacisms positively and Germanisms as well as the general German variant almost exclusively negatively. They indicated that they preferred and were more likely to use the Austrian variants, and they perceived the Austriacisms as more down-to-earth, familiar, beautiful, high-quality, appealing and natural. They also stated that they would be more likely to buy the products with Austrian names. In contrast, neither the Austriacisms nor the Germanisms sounded expensive to them, though the younger group partly perceived the former as more educated, modern and noble. Consequently, there were only a few significant differences between the groups, mostly restricted to an even more positive evaluation of Austrian variants by the older generation. In the explicit assessment of the varieties, these findings were confirmed, with both groups most frequently citing their familiarity with ASG as the reason for the positive evaluation. This suggests, together with the fact that GSG was rated negatively despite its indicated prevalence in the media, that the factor of actual contact – i. e. interaction with the Austrian variety – influenced the participants’ language attitudes more strongly than the mere exposure effect.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Spracheinstellungsforschung Variationslinguistik Varietätenlinguistik Spracheinstellungen Österreichisches Deutsch Deutschländisches Deutsch ÖDt. DDt. Generation X Generation Z Gen X Gen Z Open-Guise-Technique
Schlagwörter
(Englisch)
Language Attitudes Research Variationist Sociolinguistics Language Attitudes Austrian Standard German German Standard German ASG GSG Generation X Generation Z Gen X Gen Z Open Guise Technique
Autor*innen
Sophia Seereiner
Haupttitel (Deutsch)
Abgehobene Aprikose, bodenständige Marille?
Hauptuntertitel (Deutsch)
Spracheinstellungen gegenüber dem deutschländischen und österreichischen Deutsch in Generation X und Z
Paralleltitel (Englisch)
Lofty "Aprikose", down-to-earth "Marille"?
Paralleluntertitel (Englisch)
language attitudes towards German standard German and Austrian standard German in Generation X and Z
Publikationsjahr
2024
Umfangsangabe
VIII, 158 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Barbara Soukup-Kirchner
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.20 Soziolinguistik. Allgemeines
AC Nummer
AC17231413
Utheses ID
71812
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 507 | 02
